24.03.2026
RUN LABS

Oscar Geldfuchs: Neue KI-Finanzbildungs-App für Kinder von Oscar-Stories-Machern

Kinder zwischen sechs und 14 Jahren sollen mit Oscar Geldfuchs durch personalisierte KI-Geschichten den Umgang mit Geld lernen.
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Matthias Neumayer und Dima Rubanov | (c) Vlad Dobre
Matthias Neumayer und Dima Rubanov | (c) Vlad Dobre

Conversational-AI-Anwendungen für Kinder – das ruft bei vielen Menschen wohl zurecht eine gewisse Skepsis hervor. Die Wiener Gründer Matthias Neumayer und Dima Rubanov beschäftigen sich mit dem Thema bereits seit Jahren. Mit ihrem Startup, das neuerdings unter dem Namen Run Labs firmiert – bis vor Kurzem hieß es HeyQQ – erlangten sie unter anderem mit der App Oscar Stories, die Gute-Nacht-Geschichten für Kinder generiert, Bekanntheit. Ihren Ansatz, wirklich kindgerechte KI-Anwendungen zu bauen, stellten sie schließlich mit dem Open-Source-KI-Modell Lorastral für Sechs- bis Zwölfjährige auch anderen zur Verfügung.

„Finanzbildung beginnt nicht mit dem ersten Gehalt“

Nun kommt vom Team, das etwa mit Branding5 und FragDasPDF auch KI-Anwendungen in anderen Bereichen anbietet, ein weiteres Produkt für Kinder: Oscar Geldfuchs. „Finanzbildung beginnt nicht mit dem ersten Gehalt, sondern mit den ersten Entscheidungen. Mit Oscar Geldfuchs verbinden wir sichere, personalisierte KI-Geschichten mit pädagogischer Tiefe – und bringen dabei all das ein, was wir aus Oscar Stories gelernt haben –, damit Kinder früh verstehen, wie Geld funktioniert und bessere Entscheidungen treffen“, erklärt Co-Founder Rubanov.

Orientierung an EU/OECD-Rahmen

Konkret fokussiert sich die App auf vier Kernbereiche des EU/OECD-Kompetenzrahmens für finanzielle Bildung: „Geld und Transaktionen“, „Planen und Verwalten“, „Risiko und Ertrag“ sowie „Finanzielle Verantwortung“.

„Jede Lektion folgt einem klaren Aufbau: ein Lernziel, eine personalisierte Geschichte, Reflexionsfragen, kurze Videos und eine praktische Aufgabe – etwa das Erstellen eines Wochenbudgets“, heißt es von Run Labs. Kinder sollen so den Umgang mit Geld – „von Sparen und Budgetieren bis zu ersten Investment-Konzepten“ erlernen. Dabei achte man darauf, dass die Inhalte nicht nur ansprechend, sondern entwicklungspsychologisch fundiert und kompetenzbasiert sind.

Anwendung im Alltag

Die Kinder sollen dabei „nicht nur Inhalte konsumieren“, sondern das Gelernte auch tatsächlich anwenden. „Sie setzen sich Sparziele, reflektieren Ausgabeentscheidungen und üben Entscheidungsfindung in alltäglichen Situationen. So wird die Brücke zwischen digitalem Lernen und realem Verhalten geschlagen“, heißt es vom Startup. Einen weiteren Fokus setzt Run Labs bei Oscar Geldfuchs auf Barrierefreiheit, konkret etwa eine „Legasthenie-freundliche Gestaltung“. Zudem umfasst die Anwendung nicht nur die Lerneinheiten für Kinder, sondern auch Co-Reading-Formate und Videos für Eltern und fertige Unterrichtsabläufe für Pädagog:innen.

Run Labs noch auf Partnersuche für Oscar Gedlfuchs

In Sachen Finanzierung sind Neumayer und Rubanov aktuell noch auf Partnersuche. Man strebe an „die App dauerhaft kostenlos zur Verfügung zu stellen, sofern sich Sponsoren und Bildungspartner finden, die diese Vision mittragen“. Aktuell ist die Anwendung im ersten Monat kostenlos. „Finanzbildung sollte kein Luxus, sondern eine Grundkompetenz sein. Wir stellen Oscar Geldfuchs bewusst im ersten Monat kostenlos zur Verfügung, weil wir überzeugt sind, dass jedes Kind in Österreich Zugang zu guter Finanzbildung verdient. Unser Ziel ist es, die App langfristig für alle kostenfrei zu halten – mit Partnern, die diese Mission teilen“, sagt Co-Founder Neumayer.

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ViehFinder
© ViehFinder - Mit der App von ViehFinder sollen die Tiere rasch auffindbar gemacht werden.

Die Almwirtschaft ist nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Obwohl sich die Almfutterfläche in den vergangenen 25 Jahren nahezu halbiert hat, umfasste sie 2025 noch immer 322.446 Hektar. Damit war sie größer als das gesamte Bundesland Vorarlberg und entsprach etwa der siebenfachen Fläche Wiens. Der Anteil der Grünlandbetriebe, die ihre Tiere während der Sommermonate auf Almen auftreiben, blieb in diesem Zeitraum mit rund einem Viertel weitgehend konstant. Seit dem Jahr 2000 ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche österreichweit um 14 Prozent zurückgegangen. Umso wichtiger werden Lösungen, die den Arbeitsaufwand auf den Almen reduzieren und die Bewirtschaftung langfristig sichern – hier kommt das Startup ViehFinder ins Spiel.

ViehFinder nutzt Galileo

Das Grazer Unternehmen entwickelt ein digitales System, mit dem Landwirte jederzeit nachvollziehen können, wo sich ihre Rinder, Schafe, Ziegen oder Pferde befinden. Die Grundlage dafür bilden intelligente Halsbandsensoren, die ihre Position über das europäische Satellitennavigationssystem Galileo bestimmen und an eine App übertragen.

Martin Mössler, Geschäftsführer des Science Park Graz und des ESA Business Incubation Centre Austria, betont: „Weltraumtechnologien entfalten ihren größten Nutzen dort, wo sie konkrete Herausforderungen auf der Erde lösen. Genau das ist unser Anspruch: Wir begleiten Startups, die aus Spitzentechnologie wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen entwickeln und gleichzeitig einen nachhaltigen Beitrag leisten. ViehFinder ist dafür ein hervorragendes Beispiel.“

Stundenlange Suche als Problem

Die Idee für ViehFinder hat ihren Ursprung im Kärntner Mölltal: Dort wuchs Gründer und Geschäftsführer Peter Lederer auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf und erlebte schon als Kind, wie viel Zeit die tägliche Kontrolle von Tieren auf weitläufigen Almen in Anspruch nimmt. Stundenlang nach Tieren zu suchen – das gehört bis heute vielerorts zum Alltag, weiß der 58-jährige Gründer.

© ViehFinder – Gründer Peter Lederer mit seinen Söhnen Raphael Krebs und Jakob Krebs.

„Die Almwirtschaft ist für Österreich enorm wichtig – für die Landwirtschaft, den Tourismus und die Biodiversität. Unser Ziel ist es, die Almbewirtschaftung mit moderner Technik einfacher zu machen. Wenn noch mehr Bauern damit aufhören, wäre das ein Problem für ganz Österreich“, unterstreicht Lederer. Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Raphael und Jakob gründete er daher 2020 ViehFinder: Während der Vater die Elektronik verantwortet, bringen die beiden Söhne ihre Expertise aus Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau und Physik ein.

Im ESA-Inkubationsprogramm

Mittlerweile ist die unternehmenseigene Entwicklung fortgeschritten: „Landwirte wissen mit unserer Applikation jederzeit, wo sich ihre Tiere befinden. Gerade auf großen Almen spart das viele Stunden Arbeit. Hirten und Almgemeinschaften können auf einen Blick kontrollieren, ob die Herde vollständig ist und wo sich einzelne Tiere aufhalten“, erklärt Lederer. Im Rahmen des ESA-Inkubationsprogramms entwickelt ViehFinder die Technologie aktuell weiter: Die neue Generation an Halsbandsensoren erfasst zusätzlich auch Bewegungsmuster und Umgebungsdaten.

„Dadurch kann das System künftig auch ungewöhnliche Situationen erkennen“, erklärt der Founder weiter. Zeigt eine Herde plötzlich auffälliges Bewegungsverhalten, kann das auf die Anwesenheit eines Wolfs oder Bären hindeuten. Ebenso möglich ist jedoch, dass Wanderer mit Hunden die Tiere aufgescheucht haben. Bleibt ein einzelnes Tier über einen längeren Zeitraum bewegungslos, könnte dies wiederum ein Hinweis auf eine Verletzung sein. „Derzeit testen wir diese Funktionen gemeinsam mit Landwirten in der Steiermark und Kärnten.“

Mehr Features geplant

Auch der Klimawandel spielt bei der Weiterentwicklung des Startups eine Rolle: Künftig sollen Satellitendaten zur Schneelage und Vegetationsentwicklung eingebunden werden. „Damit könnten Landwirte besser beurteilen, wann Almen bestoßen werden können oder der richtige Zeitpunkt für den Almabtrieb gekommen ist“, erklärt der ViehFinder-Geschäftsführer.

Derzeit bereitet das Grazer Startup die Markteinführung vor. Anfang 2027 soll das System rechtzeitig zur nächsten Almsaison verfügbar sein. Über den weiteren Wachstumskurs sagt Lederer: „Wenn wir die Produktion aufbauen, werden wir zusätzliche Partner brauchen. Für Investoren sind wir daher grundsätzlich offen.“

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