10.02.2025
WELTALL-SATELLITEN

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz

Das Münchner SpaceTech-Startup OroraTech und das Unternehmen Spire Global - beide mit jeweils österreichischem Co-Founder - erhielten von der kanadischen Regierung einen Auftrag in Höhe von 72 Millionen kanadischen Dollar.
/artikel/ororatech-und-spire-holen-72-millionen-auftrag-von-kanada-fuer-waldbrandschutz
Das OroraTech-Führungsteam mit dem Kärntner Co-Founder Thomas Grübler (3.v.l.) | (c) OroraTech
Das OroraTech-Führungsteam mit dem Kärntner Co-Founder Thomas Grübler (3.v.l.) und CEO und CTO Martin Langer (m.) | (c) OroraTech.

Die Bilder und Videos der verheerenden Waldbrände im Großraum Los Angeles Anfang des Jahres gingen um die Welt. Naturkatastrophen dieser Art sind längst keine Seltenheit mehr, denn klar ist: Der Klimawandel erhöht das Risiko für solche Waldbrände erheblich. Umso wichtiger werden innovative Technologien, die frühzeitig erkennen und eingreifen können. Genau hier setzt das Münchner Startup OroraTech an. Mit seiner Nanosatelliten-Technologie, entwickelt unter anderem vom Kärntner Co-Founder Thomas Grübler, kann das Unternehmen Temperaturen auf der Erdoberfläche aus dem Weltall messen.

Im Rahmen der WildFireSat-Mission wird OroraTech nun gemeinsam mit Spire Global Canada, einer Tochtergesellschaft von Spire Global, eine spezielle Satellitenkonstellation entwickeln. Diese soll künftig alle aktiven Waldbrände in Kanada aus dem Weltraum überwachen. Für dieses Projekt stellt die Kanadische Raumfahrtbehörde 72 Millionen kanadische Dollar bereit.

WildFireSat-Mission zur besseren Bekämpfung von Waldbränden

Die Partnerschaft zwischen OroraTech und Spire Global verfolgt ein klares Ziel: Waldbrände in Kanada frühzeitig aus dem All zu erkennen. „Die Erkennung von Waldbränden ist eine der wirkungsvollsten Satellitenfunktionen und bietet erhebliche Vorteile für die öffentliche Sicherheit, die Umweltgesundheit und die Wirtschaft“, sagt Theresa Condor, CEO von Spire Global.

Im Rahmen der WildFireSat-Mission erfasst man Daten über das Verhalten von Waldbränden, Rauchentwicklung und Luftqualität. Dadurch werde eine „erhebliche Lücke in der aktuellen Satellitenabdeckung“ geschlossen, heißt es in der offiziellen Aussendung. Diese Daten sollen die Entscheidungsfindung bei der Brandbekämpfung verbessern, Verluste minimieren und betroffene Gemeinden besser schützen.

Während Spire Global die spezielle Satellitenkonstellation entwickelt, liefert OroraTech die Erkennungsinstrumente zur Waldbrandüberwachung, die auf den Satelliten installiert werden. „Spire und OroraTech freuen sich, die kanadische Regierung mit unserer bewährten Infrarotkameratechnologie und Datenverarbeitungsarchitektur zu unterstützen und herausragende Bildgebungsgeräte für die Erkennung, Bekämpfung und Reaktion auf Waldbrände bereitzustellen“, sagt Martin Langer, CEO und CTO von OroraTech.

Indigene Gemeinschaften besonders gefährdet von Waldbränden

Von der WildFireSat-Mission soll eine besonders betroffene Gruppe profitieren. Indigene Gemeinschaften in abgelegenen Regionen sind stark von Waldbränden in Kanada betroffen. Obwohl sie nur rund fünf Prozent der kanadischen Bevölkerung ausmachen, machen sie schätzungsweise 42 Prozent der waldbrandbedingten Evakuierungen aus, heißt es in der offiziellen Aussendung.

„Wir sind besonders stolz darauf, dass dies den indigenen Gemeinschaften in ganz Kanada helfen wird, wirksam auf diese natürlichen Bedrohungen zu reagieren und ihre Gemeinschaften und ihre Lebensweise zu schützen“, erklärt OroraTech-CEO Martin Langer.

OroraTech arbeitet auch mit Deutscher Raumfahrtagentur zusammen

Das Münchner SpaceTech-Unternehmen OroraTech kann mit seiner Technologie Brände unabhängig von ihrer Größe frühzeitig erkennen, sodass rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Gegründet wurde das Startup 2018 vom Kärntner Co-Founder Thomas Grübler. Nach mehreren Finanzierungsrunden in Millionenhöhe trat Grübler im Oktober 2023 als CEO zurück und übernahm die Rolle des Chief Strategy Officer (CSO). Ende vergangenen Jahres schloss OroraTech zudem einen mehrjährigen Vertrag mit der Deutschen Raumfahrtagentur (DLR) ab – brutkasten berichtete. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, einem breiten Netzwerk aus Forscher:innen und Wissenschaftler:innen entscheidende Daten zur Landoberflächentemperatur bereitzustellen.

Österreichischer Co-Founder bei börsennotiertem Unternehmen Spire Global

Auch das börsennotierte Unternehmen Spire Global mit Sitz in San Francisco hat eine österreichische Gründungsgeschichte: Peter Platzer gründete das Unternehmen 2012, leitete es bis Ende vergangenen Jahres als CEO und ist seither Executive Chairman.

Im Jahr 2021 ging Spire Global in New York an die Börse – brutkasten berichtete. Das Unternehmen analysiert Daten aus dem All, die mithilfe eigener Nanosatelliten erhoben werden. Spire entwickelt, besitzt und betreibt eine Satellitenkonstellation, die die Erde in Echtzeit mithilfe von Hochfrequenztechnologie überwacht.

Deine ungelesenen Artikel:
18.06.2026

Dream: Sebastian-Kurz-Scaleup holt weitere 260 Mio. Dollar bei 3 Mrd. Bewertung

Das KI-Cybersecurity-Scaleup mit Sitz in Tel Aviv schließt seine Series-C-Finanzierungsrunde ab. Das Geld soll in die weitere globale Expansion fließen.
/artikel/dream-sebastian-kurz-scaleup-holt-weitere-260-mio-dollar-bei-3-mrd-bewertung
18.06.2026

Dream: Sebastian-Kurz-Scaleup holt weitere 260 Mio. Dollar bei 3 Mrd. Bewertung

Das KI-Cybersecurity-Scaleup mit Sitz in Tel Aviv schließt seine Series-C-Finanzierungsrunde ab. Das Geld soll in die weitere globale Expansion fließen.
/artikel/dream-sebastian-kurz-scaleup-holt-weitere-260-mio-dollar-bei-3-mrd-bewertung
vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media
vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media

Anfang 2025 war Dream mit einer 100 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde zum Unicorn geworden (brutkasten berichtete). Nun holte sich das Scaleup erneut frisches Kapital. Mit einem Investment von 260 Millionen US-Dollar erreicht es in seiner Series-C-Kapitalrunde eine Bewertung von drei Milliarden US-Dollar. Die Runde wurde von den Investmentfonds Bicycle Capital und Group 11 angeführt, gemeinsam mit Beteiligung von Bain Capital, Tru Arrow Partners, Antler „und weiteren globalen Investoren“.

„Wir sind noch ein junges Unternehmen, aber wir sind sehr dankbar, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt und wir schnell wachsen. Wir arbeiten weiter hart daran, dass es sich auch in den nächsten Jahren weiter so positiv entwickelt“, kommentiert Co-Founder und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, der als President von Dream fungiert.

Auch Co-Founder mit bekannter Vorgeschichte

Nicht nur sein Name ist ein klingender. Auch Mitgründer und CEO Shalev Hulio erlangte bereits zuvor internationale Bekanntheit. Als Co-Founder und Ex-CEO des Unternehmens NSO hatte er mit dessen Spionagesoftware Pegasus, die an Staaten vertrieben wurde, weltweit für Kontroversen gesorgt. Mit Dream wechselte Hulio vom Cyber-Offensiv- in den Cybersecurity-Bereich. Die Zielgruppe hat aber eine große Überschneidung: Staaten und Betreiber kritischer Infrastruktur. In diesem Bereich ist freilich auch der Ex-Kanzler bestens vernetzt.

Digitale Souveränität als neues Verkaufsargument

Im Produkt setzt Dream mit seinem „Cyber Language Model“ voll auf Künstliche Intelligenz, im Narrativ mittlerweile auch auf Digitale Souveränität, die zuletzt vor allem in Europa zum großen Thema wurde. „Die entscheidende Frage für Staaten ist nicht mehr, ob sie Künstliche Intelligenz einsetzen werden, sondern ob sie diese auch besitzen, betreiben und vollständig kontrollieren. Andernfalls begeben sie sich in eine kritische Abhängigkeit von anderen Staaten, wie beispielsweise China oder den USA“, sagt Kurz.

Und Hulio legt nach: „Wer die Kontrolle über seine KI verliert, verliert langfristig auch einen Teil seiner staatlichen Souveränität. So wie es undenkbar wäre, die Kontrolle über Verteidigung, kritische Infrastruktur oder die Innere Sicherheit aus der Hand zu geben, wird es künftig undenkbar sein, keine vollständige Kontrolle über die eigenen KI-Systeme zu haben.“ Dass KI-Modelle, auf denen zentrale Elemente staatlichen Handelns abgestützt sind, über Nacht abgestellt werden können, sei keine theoretische Debatte, wie man zuletzt bei „Fable“ von Anthropic gesehen habe, argumentiert man beim Unternehmen.

Cybersecurity: KI als Herausforderung und Lösung

Und wie will Dream das konkret lösen? Die KI-Systeme des Scaleups arbeiten laut Unternehmen „in einer völlig souveränen und sicheren Umgebung“. Dort biete man unter anderem einen umfassenden Cyber-Abwehr-Schirm, strukturiere sensible Daten als Entscheidungsbasis und decke noch unbekannte Cybersecurity-Schwachstellen („Zero Days“) auf. „Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat sich Cybersicherheit grundlegend verändert. Herkömmliche Systeme können keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. Nur durch den konsequenten Einsatz von KI auch in der Cyber-Abwehr ist ein Schutz auch in der Zukunft möglich“, sagt Hulio.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

OroraTech und Spire holen 72-Millionen-Auftrag von Kanada für Waldbrandschutz