02.12.2025
SPACETECH

OroraTech startet neuen Satelliten als „Mini-Labor im All“

Die neue Satellitenplattform des Münchner SpaceTechs OroraTech rund um die Österreicher Martin Langer und Thomas Grübler soll künftig Forschung und Unternehmen einen schnellen und günstigen Zugang zum Weltraum ermöglichen.
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(c) OroraTech

Gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München hat OroraTech den ersten Satelliten seiner neuen Plattform GENA-OT erfolgreich ins All gebracht. Der kleine Forschungssatellit startete mit der SpaceX-Transporter-15-Mission von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien (USA). Er soll künftig Forschungseinrichtungen, Universitäten, Startups und Behörden einen deutlich einfacheren, schnelleren und günstigeren Zugang zum Weltraum ermöglichen.

„Labor im All“

Mit GENA-OT stellt OroraTech nun eine Satellitenplattform bereit, die flexibel aufgebaut ist und wie ein kleines „Labor im All“ funktioniert. Der Satellit bietet Platz für verschiedene Geräte und Messinstrumente. Dadurch können Partner aus Forschung und Industrie ihre Technologien oder Experimente im Weltraum testen – ohne selbst einen eigenen Satelliten bauen zu müssen.

Erster GENA-OT-Satellit (GEneric flexible NAnosatellite von OroraTech) | (c) OroraTech

„Unsere Mission unterstreicht, wie kommerzielle Plattformen und öffentlicher Nutzen Hand in Hand gehen: GENA-OT ist das Ergebnis einer öffentlich-privaten Partnerschaft, in der wir weltraumtaugliche Hardware in Rekordzeit geliefert haben“, so CEO Martin Langer.

Unterstützung durch ESA

Die Mission wurde im Rahmen eines ESA-Programms entwickelt und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gefördert.

An Bord des ersten GENA-OT befinden sich mehrere Forschungsprojekte. Dazu gehört ein System der Max-Planck-Gesellschaft, mit dem Tierbewegungen aus dem All verfolgt werden können. Weitere Experimente stammen von der Universität der Bundeswehr München sowie vom Münchner Zentrum für Weltraumkommunikation.

OroraTech plant bereits weitere Missionen und will mit der Plattform dazu beitragen, neue Technologien schneller in den Orbit zu bringen und Europas technologische Unabhängigkeit zu stärken.

Waldbrand-Erkennung

OroraTech wurde 2018 gegründet und ist vor allem für seine Technologie zur frühen Erkennung von Waldbränden bekannt. Das Unternehmen nutzt Wärmebilder aus dem All, um Brände schon in der Entstehung sichtbar zu machen.

Seit 2022 betreibt OroraTech laut eigenen Angaben das größte weltweite Netzwerk zur Überwachung von Waldbränden. Die Plattform liefert Echtzeitbilder und sofortige Warnmeldungen. Zum Führungsteam gehören auch die beiden Österreicher Martin Langer und Thomas Grübler. Grübler leitet heute die US-Tochter in Denver. Langer ist CEO und CTIO des Unternehmens.

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Das fonio.ai Team © fonio.ai

fonio.ai, die Wiener Plattform für KI-gestützte Kundenkommunikation, hat nach eigenen Angaben binnen zwölf Monaten die Marke von 10 Millionen Dollar an jährlich wiederkehrendem Umsatz (ARR) überschritten. Damit zählt das 2024 von Daniel Keinrath und Matthias Gruber gegründete Unternehmen laut eigenen Angaben zu den am schnellsten wachsenden KI-Startups Europas. Der Meilenstein folgt auf eine Seed-Runde über 17 Millionen Dollar, die fonio.ai im Juni 2026 unter Führung von 20VC bei einer Bewertung von 140 Millionen Dollar abschloss.

Eine „Fully Loaded CAC Payback Time“ als Geheimrezept

CEO und Mitgründer Daniel Keinrath begründet das Tempo im Gespräch mit brutkasten unter anderem mit einer internen Grundregel: „Wir machen extrem viel Zeugs manuell und repetitiv, bis wir merken, das können wir automatisieren und dann automatisieren wir es richtig“, so Keinrath. Neue Produkte würden zudem gemeinsam mit Kund:innen entwickelt, statt sie fertig zu bauen und erst danach zu verkaufen.

Ausschlaggebend für die aktuelle Investitionsstrategie sei eine Kennzahl: Die „Fully Loaded CAC (Customer Acquisition Cost) Payback Time“. Also die Zeit, bis sich die Kosten für die Kund:innen-Akquise amortisieren, wobei neben den reinen Werbekosten auch Activation-Kosten, Churn und Marge eingerechnet werden, liege laut dem Gründer bei fonio.ai konstant unter zwölf Monaten. Solange das der Fall sei, wolle man das frische Kapital so schnell wie möglich in Produkt, Marketing und Sales stecken: „Ich versuche tatsächlich im Moment so viel Geld auszugeben wie möglich, weil alles andere wäre im Moment irrational“, so Keinrath.

Neue Standorte in Europa und den USA

Nach zehn Märkten, in denen fonio.ai bereits aktiv ist, sollen im September physische Büros in Barcelona und Warschau folgen. Noch heuer sollen laut Keinrath London und München dazukommen, abhängig von der Entwicklung des US-Geschäfts womöglich auch ein Standort an der US-Ostküste, etwa in New York.

„Irgendwann wird es uns fett auf die Schnauze hauen“

Auf die Frage, ob das Wachstum so weitergehen könne, entgegnet Keinrath, man hätte die Risiken auf alle Fälle am Schirm. Intern rät Keinrath zu Vorsicht: „Irgendwann wird es uns fett auf die Schnauze hauen“, sagt er lachend. Man wolle daher innerhalb des Wachstums Risiken minimieren und keine Firma mit unkontrolliertem Kund:innen-Verlust aufbauen. Langfristig rechnet Keinrath mit einer Marktkonsolidierung, vergleichbar mit der Entwicklung im Telekommarkt Anfang der 2000er-Jahre. Man müsse schnell genug wachsen, um kleinere Konkurrenten zu übernehmen, bevor man am Ende womöglich selbst zum Übernahmeziel werde, meint er.

Kein Kompromiss beim Hiring

fonio.ai wuchs von der ersten Einstellung im Juni 2025 auf mittlerweile 81 Mitarbeiter:innen, aktuell sind laut Unternehmen 52 weitere Positionen offen. Bei knapp 10.000 Bewerbungen pro Monat liege die Annahmequote bei etwa 0,2 Prozent, so Keinrath: „Es tut so weh innerlich“, trotzdem Absagen zu erteilen, die Unternehmenskultur habe aber Priorität.

Zusätzlich sucht fonio.ai laut Keinrath aktuell intensiv nach einer Head of Growth-Person mit entsprechender Skalierungserfahrung, dotiert mit bis zu 250.000 Jahresgehalt plus „Significant Equity“, betont Keinrath. Man nehme hier viel Geld in die Hand, weil es sich um ein sehr spezielles Profil handle, nach dem man suche. „Dafür kommen nur eine Handvoll Personen in Europa in Frage“, meint der Gründer. Das nächste Ziel sei ein ARR von 100 Millionen Dollar innerhalb von 18 bis 24 Monaten.

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