12.10.2023

OroraTech: Kärntner SpaceTech-Gründer gibt CEO-Posten ab und wird Chief Strategy Officer

Waldbrände aus dem Weltall zu erkennen ist nur eine Aufgabe, der sich das Münchner SpaceTech OroraTech mit dem Kärntner Co-Founder Thomas Grübler angenommen hat. Nach Millionenaufträgen und abgeschlossener Series-A-Finanzierung kommt es nun zu einem Wechsel in der Geschäftsführung.
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Der Kärntner Co-Founder Thomas Grübler ist CEO des US-Standortes von OroraTech. (c) OroraTech
Der Kärntner Co-Founder Thomas Grübler ist CEO des US-Standortes von OroraTech. (c) OroraTech

Erst im Juni dieses Jahres hat das Münchner SpaceTech OroraTech rund um den Kärntner Co-Founder Thomas Grübler einen Millionenauftrag mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unterzeichnet (brutkasten berichtete). Grübler gibt nun den CEO-Posten ab, bleibt aber weiterhin Geschäftsführer des SpaceTechs – und wird neuer Chief Strategy Officer. Sein Fokus liegt nun auf der Umsetzung strategischer Initiativen sowie auf der Internationalisierung von OroraTech, heißt es in einer öffentlichen Mitteilung.

Großflächiger Wechsel im OroraTech-Management-Board

OroraTech ist als SpaceTech im Bereich der satellitengestützten Thermalsensorik tätig. Das Münchner Startup beliefert Forstbetriebe, Versorgungsunternehmen und Regierungsbehörden mit Datensätzen von KI-basierten Analysen durch Wärmesensoren im Weltraum.

Nun kam es zu einem Wechsel im Management Board des SpaceTechs: Neu ernannt wurde Martin Langer als CEO und CTO (Chief Technology Officer) des Space Techs. Langer übernimmt damit die Nachfolge von Ex-CEO und Co-Founder Thomas Grübler. Neben Grübler, der ab sofort seine Funktion als Chief Strategy Officer (CSO) wahrnimmt, sind Axel Roenneke als Chief Commercial Officer (CCO) und Viktor Gauk als Chief Financial Officer (CFO) im Unternehmen tätig.

Grübler sieht Wachstumspotenzial dank neuer Geschäftsführung

„Ich bin sehr stolz auf die Fortschritte, die wir im vergangenen Jahr gemacht haben. Wir werden den Umsatz des letzten Jahres verdreifachen und, was noch wichtiger ist, wir haben dem Unmöglichen getrotzt, indem wir zwei Sensoren auf den Markt gebracht haben, die im
Weltraum bei der Überwachung von Waldbränden helfen und die Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel stärken”, äußert sich Thomas Grübler in einem öffentlichen Statement. “Es ist an der Zeit, unser Führungsteam zu erweitern, damit OroraTech noch weiter wachsen kann”, so der Co-Founder.

Waldbranderkennung aus dem Weltall

Im vergangenen Jahr konnte OroraTech eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 15 Millionen Euro abschließen und damit seine internationale Expansion vorantreiben. Laut aktueller Aussendung konnte das SpaceTech 90 Fachkräfte einstellen und Mitarbeitende aus Brasilien, Kanada und Australien akquirieren. Erfolge erzielte das Münchner Startup unter anderem durch den Ausbau des weltraumgestützten Sensornetzwerkes sowie durch Verträge zur Waldbranderkennung mit der kanadischen und europäischen Weltraumorganisation.

Das Ziel des Startups sei es indes, “die Barrieren der Erdbeobachtung zu überwinden, indem es prädiktive KI-Funktionen mit seinem wachsenden weltraumgestützten Sensornetzwerk verbindet”, heißt es in einer Aussendung.

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Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb
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Die Wiener High-Tech-Gruppe TTTech stellt sich neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 gründet das Unternehmen die TTTech Systems SE, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, in der die Geschäftsfelder Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur gebündelt werden. Zur kritischen Infrastruktur zählt TTTech etwa Anwendungen in der Energieerzeugung. Laut Aussendung wachsen diese Märkte gerade in Nordamerika und Europa stark.

Das Portfolio der neuen Gesellschaft umfasst Komponenten, Produkte und komplette Plattformlösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Zum Einsatz kommen sie nach Unternehmensangaben in Kommunikations- und Avionikarchitekturen von Verkehrsflugzeugen, militärischen Luftfahrzeugen, Advanced-Air-Mobility-Plattformen, Satelliten, Raumfahrzeugen und Trägerraketen. Technologien und Produkte von TTTech kommen unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und bei der NASA-Mondmission Artemis II zum Einsatz.

Nächster Schritt nach NXP-Deal und Invest-AG-Einstieg

TTTech ordnet die Gründung als weiteren Schritt seiner langfristigen Wachstumsstrategie ein. Anfang 2025 hatte die Gruppe ihre Anteile an der von ihr mitbegründeten TTTech Auto an NXP verkauft und sich danach stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentriert. Erst im August stieg zudem die Linzer Invest AG mit 11 Prozent bei TTTech ein (brutkasten berichtete).

Das Unternehmen verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach sicheren, resilienten und zunehmend autonomen Technologien. Gleichzeitig würden technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und digitale Resilienz an Bedeutung gewinnen.

„Europa braucht in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, kritischer Infrastruktur und industrieller Automatisierung starke Technologieunternehmen mit langfristiger Perspektive. Mit der TTTech Systems SE schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Stärken gezielter einzusetzen und neue Wachstumschancen in internationalen Märkten zu nutzen“, wird Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTech, in der Aussendung zitiert.

Eddie Myers wird CEO

An der Spitze der TTTech Systems SE steht Eddie Myers. Er ist am 15. Juli zu TTTech gekommen und derzeit als CEO von TTTech North America tätig. Die Leitung der neuen Gesellschaft übernimmt er mit 1. Oktober zusätzlich. Myers soll laut Aussendung Branchenkenntnisse und Verbindungen in Nordamerika, einen Kernmarkt von TTTech, einbringen und die weltweite Marktpositionierung der Tochter vorantreiben.

Hauptsitz bleibt Wien

Sowohl TTTech als auch die TTTech Systems SE haben ihren Hauptsitz in Wien. Die Stadt soll auch künftig das Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gruppe bleiben, ergänzt durch Engineering-Teams in Deutschland, Finnland, Serbien und Rumänien.

Für Kunden, Partner und Lieferanten ändert sich mit dem Übergang der Geschäftsbereiche laut TTTech nichts. Produkte, Dienstleistungen, laufende Projekte und Supportleistungen würden in gewohnter Form fortgeführt. Bestehende Verträge, Zertifizierungen und Geschäftsbeziehungen bleiben demnach gültig, ebenso die bisherigen Ansprechpartner und Prozesse.

„Gleichzeitig steht dieser Schritt für Kontinuität. Unsere Kunden und Partner können weiterhin auf die technologische Exzellenz und Verlässlichkeit vertrauen, für die TTTech seit Jahrzehnten steht“, so Kopetz.

Die TTTech Group beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in elf Ländern.

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