10.09.2020

OroraTech: Anti-Waldbrand-SpaceTech mit Ö-Co-Founder kooperiert mit Isar Aerospace

Das Münchner SpaceTech-Startup OroraTech, das ein satellitengestütztes Waldbrand-Frühwarnsystem entwickelt hat, vermeldet die Zusammenarbeit mit dem " Launch Service Provider" Isar Aerospace. Mit dabei der Kärntner Co-Founder Thomas Grübler.
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OroraTech, Waldbrände, Waldbrand, Isar Aerospace, SpaceTech
(c) OroraTech - Das deutsche Space-Unternehmen OroraTech startet Partnerschaft mit Raketen-Startup.

Isar Aerospace, eigenen Angaben nach, kapitalstärkster privater europäischer „Launch Service-Provider“ mit Schwerpunkt auf kleinen und mittelgroßen Satelliten, gab bekannt, dass er mit dem NewSpace-Startup OroraTech einen Vertrag über den Start von dessen Satelliten ins All abgeschlossen hat. Die Nanosatelliten des Münchner SpaceTech zielen auf die Bekämpfung der weltweiten Waldbrand- und Klimakrise durch satellitengestützte Dienste zur Früherkennung und Überwachung von Waldbränden ab.

Starts zwischen 2022 und 2026

Laut Aussendung erweitert Isar Aerospace – das im kommenden Jahr plant, eine selbstgebaute Rakete in Norwegen zu testen – sein Startprogramm damit um ein weiteres Unternehmen. Und möchte damit die satellitengestützten Anwendungen stärken, die das Leben auf der Erde verbessern sollen. Die Starts werden zwischen 2022 und 2026 stattfinden und die OroraTech-Satelliten in eine sonnensynchrone Umlaufbahn bringen. Konkret geht es um den Start von mehr als zehn Kleinsatelliten, inklusive einer Option auf die Ausweitung des Vertrags, was dann insgesamt Hunderte von Satelliten betreffen würde.

Zur Erklärung: Die Technologie von OroraTech kombiniert einen zum Patent angemeldeten Wärme-Infrarot-Bildgeber, der für Anwendungen auf „CubeSats“ optimiert ist – mit Echtzeitverarbeitung der erfassten Daten an Bord des Satelliten. Durch die Übertragung der Informationen über ein Relais-Netzwerk kann das Unternehmen die Zeitspanne von der Branderkennung bis zum User von Stunden auf Minuten verkürzen.

OroraTech: weitere Anwendungen

Neben der Erkennung von Waldbränden soll die Technologie auch für andere klimabezogene Anwendungen, wie die Überwachung der städtischen Hitze, Unwetterprognosen und dem Tracken von Gasfackeln (zur gezielten Abfackelung von brennbaren Gasen), eingesetzt werden.

„Der Zugang zum richtigen Orbit ist von entscheidender Bedeutung, um die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen. Mit Isar Aerospace haben wir einen flexiblen Startdienstleister gefunden, der es uns ermöglicht, die globale Erkennung von Waldbränden deutlich zu verbessern, im Vergleich zu traditionellen ‚Ride-Sharing‘-Optionen, die an bestimmte Orbits gebunden sind“, sagt Thomas Grübler, Mitbegründer und CEO von OroraTech. „Wir freuen uns darauf, die Innovation im Raumfahrt-Ökosystem weiter voranzutreiben und den besten Service zur Bewältigung der weltweiten Waldbrand- und Klimakrise anzubieten.“

Nachfrage nach Space-Transport steigt

Die Kooperation zwischen Isar Aerospace und OroraTech sei, so der „Launch Provider“ ein deutliches Zeichen für die Entwicklung und die steigende Nachfrage von Unternehmen, die eine flexible und kosteneffiziente Lösung für den Transport von Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn implementieren. Während das kommerzielle Raumfahrt-Ökosystem einen beträchtlichen Aufschwung erlebt, ziele Isar Aerospace darauf ab, „aufstrebenden, hochinnovativen High-Tech-Startups wie OroraTech einen kosteneffizienten und flexiblen Zugang zum Weltraum zu ermöglichen“.

Daniel Metzler, Mitbegründer und CEO von Isar Aerospace dazu: „Die Vereinbarung mit OroraTech ist ein starkes Zeichen für das Interesse und das Vertrauen der Industrie in die Technologie und das unübertroffene Know-how von Isar Aerospace. Mit Technologien im Weltraum können wir das Leben auf der Erde verbessern und den globalen Klimawandel auf der Grundlage von Daten bekämpfen“, sagt er. „Wir freuen uns darauf, mit OroraTech zusammenzuarbeiten und sie bei ihrer wichtigen Aufgabe zu unterstützen, die Auswirkungen der globalen Erwärmung besser zu überwachen. Und Gefahren wie Waldbrände zu erkennen.“

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Everleaf
© Everleaf - Christophe Vermeersch, Gründer Everleaf.

Vor etwas mehr als einem Jahr konnte Everleaf eine Finanzierungsrunde in sechsstelliger Höhe holen – brutkasten berichtete. Nun vermeldet man ebenfalls ein Investment im gleichen Umfang.

Everleaf: Umsatz fast verzehnfacht

Frisches Gemüse in der eigenen Wohnung ernten, ohne Garten und ohne grünen Daumen: Mit diesem Versprechen ist Everleaf mit der ersten Version seines vertikalen Indoor-Gartens auf den Markt gegangen. Beim Mai-Investment 2025 lautete das Ziel, den Umsatz im laufenden Jahr zu verzehnfachen. Dieses Ziel hat das Startup nach eigenen Angaben beinahe erreicht.

Die neuen Investoren beteiligen sich als Business Angels und bringen, neben dem Kapital, Netzwerk und operative Erfahrung mit, heißt es. Einer von ihnen habe im Silicon Valley selbst ein Unternehmen aufgebaut und erfolgreich verkauft. Namen der neuen Gesellschafter werden jedoch nicht genannt.

„Geld allein löst in unserer Phase wenig. Was uns wirklich weiterbringt, sind Leute, die den Weg vom Startup zum großen Unternehmen schon einmal gegangen sind und wissen, wo es dabei knirscht“, kommentiert Gründer Christophe Vermeersch die Finanzierungsrunde.

Kapital fließt in Ware

Ein Großteil der neuen Mittel soll nicht ins Marketing, sondern in die Ware selbst fließen. Für Everleaf sei genau das die zentrale Herausforderung im Consumer-Hardware-Geschäft: Produktion und Einkauf müssen Monate vorfinanziert werden, lange bevor ein einziger Garten verkauft ist. Je stärker das Unternehmen wächst, desto größer werde der Kapitalbedarf, der in Lager und Vorproduktion gebunden ist.

Klassische Einkaufsfinanzierungen von Banken würden in dieser Größenordnung noch nicht greifen. Genau hier setzt die neue Runde an: Sie soll das Working Capital stärken und damit die Basis für das geplante Wachstum schaffen. Everleaf hält sich außerdem die Option offen, künftig ein weiteres Double Equity zu beantragen, um diesen Bereich dauerhaft abzusichern, wie man mitteilt.

„Bei Hardware entscheidet nicht nur, wie gut du verkaufst, sondern ob du die Ware überhaupt durchgehend vorfinanzieren kannst, ohne dabei ‚Out of Stock‘ zu sein. Diese Hürde wird mit jedem Wachstumsschritt größer“, erklärt Vermeersch.

Everleaf mit In-House-Konzept

Everleaf entwickelt seine Produkte seit einem Jahr vollständig in-house und bringt dabei zunehmend neues Zubehör für den Everleaf-Garden auf den Markt. Mithilfe von 3D-Druck werden Ideen zunächst getestet, bevor bei erfolgreicher Nachfrage in skalierbare Produktion investiert wird. Das Unternehmen setzt dabei weiterhin auf ein kleines Team und KI-gestützte Prozesse. Mit dem neuen Kapital will Everleaf ab dem kommenden Jahr auch erstmals über den deutschsprachigen Raum hinausgehen.

„Uns war immer wichtig, erst zu zeigen, dass unser Produkt und unser Ansatz in DACH funktioniert, bevor wir in neue Märkte gehen“, sagt Vermeersch. „Inzwischen haben wir ein System gefunden, das funktioniert. Genau das wollen wir jetzt auf weitere Länder übertragen.“ Die Entscheidung, um welche Länder es sich dabei handelt, ist noch nicht final getroffen worden, doch stehen die nordischen ganz oben auf der Liste, wie der Gründer brutkasten mitteilt: „Das werden wir aber testen müssen“, sagt er. „Und dann wählen, wo wir das größte Potenzial sehen.“

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