27.02.2026
NEUKUNDE

OroraTech: Anti-Waldbrand-Scaleup holt Deal über Gebiet „halb so groß wie Spanien“

Das Münchner Scaleup OroraTech rund um die beiden Österreicher Martin Langer und Thomas Grübler schließt einen weiteren großen Vertrag in Südamerika ab. Sein satellitenbasiertes System überwacht nun die Region Patagonien in der argentinischen Provinz Río Negro.
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OroraTech holte einen neuen Großauftrag in Argentinien | OroraTech
OroraTech holte einen neuen Großauftrag in Argentinien | OroraTech

2018 gegründet, liefert OroraTech rund um die beiden Österreicher Thomas Grübler (Co-Founder und US-CEO) und Martin Langer (CEO und CTO) seine unter anderem mittels eigener Satellitenkonstellation erhobenen Waldbrand-Daten mittlerweile an Kunden auf der ganzen Welt. Alleine vergangenes Jahr kamen etwa ein Mega-Auftrag in Kanada, Standorte in den USA und Griechenland sowie eine Kooperation in Kolumbien dazu. Zudem stockte das Scaleup seine Series-B-Finanzierungsrunde um 12 Millionen Euro auf insgesamt 37 Millionen Euro auf.

Neuer Großauftrag für Region Patagonien in Argentinien

Nun sicherte sich OroraTech einen weiteren Großauftrag in Südamerika, konkret in Argentinien. Gemeinsam mit dem argentinischen Technologiepartner GPTech und der Provinzregierung von Río Negro wurde ein neues satellitengestütztes System zur Waldbranderkennung in der Region Patagonien gestartet. Dabei wird eine Fläche von rund 20 Millionen Hektar überwacht – „etwa halb so groß wie Spanien“. Denn aufgrund des Klimawandels sei das Waldbrandrisiko dort zuletzt weiter angestiegen, heißt es vom Unternehmen. Allein in der aktuellen Saison seien bereits 50.000 Hektar Land verbrannt.

OroraTech-Daten mit weiteren Informationen kombiniert

Im Rahmen der Kooperation wurden zwei neue Waldbrand-Kontrollzentren in den Städten Bariloche und El Bolsón errichtet, die von GPTech gebaut und betrieben werden. Die technologische Basis dafür bildet die „Wildfire Solution“-Plattform von OroraTech. Diese liefert thermische Daten und Warnungen nahezu in Echtzeit an lokale Einsatzkräfte – sogenannte Brigadistas – sowie Notfallplaner. Um Präventions- und Reaktionsmaßnahmen zu koordinieren, bündeln die Einsatzzentralen die Satellitendaten von OroraTech mit Bodeninformationen, Drohnenaufnahmen sowie einer Kommunikationsinfrastruktur, die über Starlink betrieben wird.

Einsatzkräfte bei einer Präsentation des neuen Systems | (c) OroraTech

Die weltraumgestützte Intelligenz werde dabei helfen, „Leben, Ökosysteme und die Wirtschaft der Provinz Río Negro zu schützen“, kommentiert Axel Roenneke, Chief Commercial Officer bei OroraTech. „Diese Partnerschaft zeigt, wie lokale Innovation und globale Technologie zusammenkommen können, um Widerstandsfähigkeit aufzubauen.“

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Thomas Arnoldner | (c) A1
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31 Milliarden Euro ist das Portfolio der Staatsholding Öbag aktuell ungefähr wert. Diese teilen sich auf nur sieben Beteiligungen auf: Bundesimmobiliengesellschaft BIG (100 Prozent), Post AG (52,8 Prozent), Verbund (51 Prozent), Casinos Austria (33,2 Prozent), OMV (31,5 Prozent), Telekom Austria und EuroTeleSites (jeweils 28,4 Prozent).

Arnoldner setzt sich einstimmig aus engerer Auswahl von neun Personen durch

Nachdem die Funktionsperiode der aktuellen Chefin Edith Hlawati bald endet, war die Holding zuletzt auf der Suche nach einem bzw. einer neuen CEO. Nach einem dreimonatigen Auswahlverfahren mit laut Öbag insgesamt 46 Bewerber:innen, von denen neun in die engere Auswahl kamen, traf der Aufsichtsrat nun eine Entscheidung – einstimmig, wie betont wird. Neuer Chef wird demnach Thomas Arnoldner, aktuell noch stellvertretender CEO der Telekom Austria AG. Er war zuletzt acht Jahre im Telekom-Austria-Vorstand, darunter von 2018 bis 2023 als CEO. Davor war er in verschiedenen anderen Führungspositionen in der Telekom-Branche tätig. Außerdem leitet er gemeinsam mit Keba-CEO Christoph Knogler die KI-Taskforce der Industriellenvereinigung.

„Besondere Verantwortung“

„Der Beste hat das Rennen gemacht. Für die Öbag, aber auch für die Republik und die Steuerzahler, ist das eine zukunftsweisende und erfolgversprechende Entscheidung. Sie soll der positiven Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Österreich bestmöglich dienen“, kommentiert Öbag-Aufsichtsratsvorsitzender Günther Ofner. Arnoldner selbst betont, er gehe die Aufgabe mit großem Respekt an. „Die Öbag verwaltet nicht ihr eigenes Geld, sondern Vermögen der Republik und damit des Steuerzahlers. Daraus entsteht eine besondere Verantwortung. Aus acht Jahren im Vorstand eines großen, börsennotierten Infrastrukturunternehmens weiß ich, was Kapitalmarkt und Mitaktionäre von einem verlässlichen Kernaktionär erwarten – und was ein starker Standort von seiner Infrastruktur braucht. Die Öbag soll als Eigentümer aktiv gestalten und unabhängig entscheiden. So stärken wir unsere Beteiligungen und damit den Industrie- und Energiestandort Österreich“, so der neue Chef.

Neue Strategie auf Industriestrategie-Basis „mit Leben erfüllen“

Und wie kann man sich diese aktive Gestaltung vorstellen? Aufsichtsratsvorsitzender Ofner umreißt: „Hauptaufgaben werden sein, die neue Öbag-Strategie im Einklang mit der Industriestrategie des Bundes mit Leben zu erfüllen und die Öbag, die Staatsbeteiligungen mit einem Portfoliowert von 31 Milliarden Euro verwaltet, als Alleinvorstand weiterhin auf sachlicher und unabhängiger Basis erfolgreich zu führen, in guter Kooperation mit dem Aufsichtsrat.“

Aktivere Rolle der Öbag geplant

Die Öbag hat ihre neue Strategie im April dieses Jahrs vorgestellt, wie brutkasten berichtete. Ein Hintergrund von dieser, die, wie erwähnt, auch den Zielen der Industriestrategie 2035 der Bundesregierung dienen soll, ist auch der Wechsel der Öbag-Zuständigkeit vom Finanz- ins Wirtschaftsministerium. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sprach in diesem Zusammenhang von einer „geänderten Erwartungshaltung“ und dem Wunsch nach einer aktiveren Rolle der Staatsholding. Dabei zeigte er sich auch offen für weitere Beteiligungen – ein, wie brutkasten damals analysierte, schwer umsetzbares Unterfangen.

Starke Abhängigkeit von Politik

Ob es Arnoldner in der Rolle tatsächlich gelingt, Akzente zu setzen und die „aktivere Rolle“ über jene als Dividendenbringer des Bunds hinaus, Realität werden zu lassen, hängt letztlich nicht nur von ihm, sondern auch von politischen Entscheidungen ab. Allein ein Anteilsverkauf durch die Öbag muss etwa einstimmig im Ministerrat beschlossen werden.

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