11.09.2020

OrCam: Tech-Startup angelt sich Messi als Botschafter

Das israelische Technologieunternehmen OrCam hat sich für sein neuestes Projekt mit Fußballlegende Lionel Messi zusammengeschlossen: Gemeinsames Ziel ist es, technische Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich zu machen.
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(c) OrCam - Fußballstar Lionel Messi konnte vom Tech-Startup OrCam als Botschafter gewonnen werden.

Teil des Projekts ist nicht nur die allgemeine Bewusstseinsschaffung für Accessibility sowie blinde und sehbehinderte Menschen – OrCam hat zudem zwölf sehbeinträchtigte Personen aus der ganzen Welt für ein exklusives Treffen mit Messi nach Barcelona eingeladen. Zusätzlich erhielten diese Personen auch eine kostenlose Cam namens MyEye 2.0.

Auch Wiener Schwimmmeisterin mit an Board

Auch Österreich ist mit Valentina Baier aus Theresienfeld im „OrCam Dream Team“ vertreten: Die sportbegeisterte Schülerin bekam im Namen von Messi ebenfalls eine MyEye 2.0 vom Geschäftsführer des OrCam-Vertriebspartners VIDEBIS, Christian Zehetgruber, überreicht. Die 14-jährige mit zwei Prozent Restsehstärke wurde unter anderem 2019 Wiener Meisterin in ihrer Jahresklasse im Brustschwimmen.

Messi leistet Beitrag

„Ich freue mich sehr, OrCam-Botschafter zu sein – mir ist es ein großes Anliegen, das Leben blinder und sehbehinderter Menschen zu verbessern. Gemeinsam mit dem Unternehmen kann ich nun einen Beitrag leisten“, erklärt Lionel Messi.

Promo-Video von OrCam und Lionel Messi

Die Technologie des KI-gesteuerten künstlichen Sehgeräts liest kabellos gedruckten und digitalen Text diskret und in Echtzeit vor – von jeder Oberfläche aus, egal ob Zeitungen, Bücher, Computer- und Smartphone-Bildschirme, Speisekarten, Etiketten oder Straßenschilder. Zudem ist auch die sofortige Gesichtserkennung und die Identifizierung von Verbraucherprodukten, Farben und Geldscheinen möglich.

2020 hat das Startup zudem eine interaktive Funktion, das sogenannte „Smart Reading“ vorgestellt. Dies ermöglicht es den Benutzern, das Lesen zu individualisieren, indem sie mit Hilfe intuitiver Sprachbefehle nur auf die von ihnen gewünschten Informationen aus einem Text zugreifen können. Das Gerät verfügt außerdem über eine Betaversion der neuen Orientierungsfunktion, welche die physische Umgebung wie etwa Türen und Gänge identifiziert.

OrCam-Co-Founder: „Bewältigung von Herausfroderung“

„OrCam wurde gegründet, um jedem Menschen dabei zu helfen, sein volles Potenzial auszuschöpfen. Messi symbolisiert die Bewältigung von Herausforderungen und die Maximierung der eigenen Fähigkeiten“, so Mitgründer Amnon Shashua über sein berühmtes Testimonial.

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(c) Ruiz Cruz
(c) Ruiz Cruz

Zwei Tage lang haben die Entrepreneurship-Verantwortlichen der österreichischen Hochschulen am 13. und 14. Oktober an der Universität Wien und der WU Wien darüber beraten, wie Ausgründungen aus der Wissenschaft leichter gelingen können. Das Entrepreneurship Center Network (ECN), das inzwischen 36 Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen verbindet, hat rund um seine sechste Konferenz auch neue Zahlen veröffentlicht: 2025 wurden 530 studentische Startups und akademische Spinoffs an den Partnerhochschulen betreut, ein Jahr davor waren es 457.

Strategiearbeit im Fokus

Auch die Konferenz selbst ist gewachsen. „Als wir 2021 die erste ECN-Konferenz hier in Wien organisiert haben, hatten wir so 25 bis 30 Teilnehmer, und heuer waren über 80 Teilnehmende dabei”, sagt Rudolf Dömötör, Direktor des WU Entrepreneurship Center und Gründer des Netzwerks, im brutkasten-Talk. Statt Keynotes und Workshops gab es heuer Strategiearbeit: In Kleingruppen wurden zuerst die größten Probleme bei Ausgründungen gesammelt, dann ein Wunschzustand formuliert und daraus Maßnahmen abgeleitet.

(c) Ruiz Cruz

Mehr Role Models?

Diskutiert wurde dabei auch, wen das Thema überhaupt erreicht. Sara Matt, Leiterin der Transferstelle Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Innsbruck, sieht die bisherigen Role Models fast ausschließlich im MINT-Bereich. „Ganz viele helle Köpfe kommen nicht aus der Technik, sondern aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die muss man auch abholen.“ Und nicht jede Person mit unternehmerischen Fähigkeiten müsse ein eigenes Unternehmen gründen: „Die könnten zum Beispiel Betriebsnachfolgen übernehmen oder in bestehenden Unternehmen Innovation vorantreiben.”

Im Rahmen der Konferenz wurde – in Anwesenheit von Sektionschef Elmar Pichl aus dem BMFWF – auch der neue Ausgründungsrahmen für diese sog. SHAPE-Disziplinen vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy, also für Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Künste. Dieser Rahmen ergänzt den 2024 erarbeiteten Ausgründungsrahmen für den technischen und naturwissenschaftlichen Bereich.

Die Frage des Budgets?

Die Ergebnisse der Konferenz treffen auf einen schwierigen Moment. Wie sich das Universitätsbudget in den nächsten Jahren entwickelt, ist offen, mehr Geld wird es nach Einschätzung von Dömötör wohl nicht geben. Die Frage sei, wo gespart werde: bei etablierten Bereichen oder im Transfer, „der noch nicht so etabliert ist und auch keine starke Lobby in Budgetdiskussionen hat”. Das Budget sei deshalb ein Leitmotiv der Konferenz gewesen: „Was können wir tun, um dieses weiterhin zwar größer werdende, aber immer noch zarte Pflänzlein, das in den letzten fünf bis zehn Jahren entstanden ist, zu schützen?”

(c) Ruiz Cruz

Matt beobachtet die Folgen bereits. An einigen Universitäten sei das Personal im Transferbereich zurückgefahren worden. „Das finde ich einen falschen Ansatz, weil gerade jetzt müssen wir darauf achten, Innovation voranzutreiben.” Dass überall gespart werden müsse, sehe sie ein, „aber für die langfristige Sicht eines Wirtschaftsstandortes ist es nicht die richtige Entscheidung, an der Innovation zu sparen”.

Konkret bedauert Matt, dass es im Herbst keine Fellowship-Ausschreibung gab. Eine Handvoll Forscher:innen an ihrer Universität hätte gerne eingereicht. Wenn man in dieser Situation doch die akademische Karriere wähle, sei das nachvollziehbar, weil man es sich auf dem Weg dorthin kaum leisten könne, ein paar Jahre für einen unternehmerischen Versuch liegen zu lassen. Eine bei der Konferenz diskutierte Maßnahme sei deshalb ein Forschungsfreisemester, „damit diese Entscheidung nicht so früh fallen muss: Unternehmertum oder Forscherkarriere”.

Gründen soll in der akademischen Laufbahn zählen

Genau an diesem Punkt setzt der Maßnahmenplan an, den das ECN aus der Konferenz ableitet und Ende des Jahres veröffentlichen will. Gründen soll ein gleichwertiger Karriereweg werden, der auch in der akademischen Laufbahn anerkannt wird. „Kulturwandel bedarf auch der entsprechenden Incentives”, sagt Dömötör. „Wie wird es von meiner Uni gewürdigt, wenn ich gründe? Werde ich nur für die traditionellen Kernaufgaben einer Universität belohnt, Forschung und Lehre, oder wird auch die Third Mission stärker berücksichtigt?” In den letzten Jahren habe es eine positive Entwicklung gegeben, „aber da ist immer noch Luft”.

Der zweite Kernpunkt richtet sich an den Gesetzgeber: Das ECN fordert einen klaren Rechtsrahmen für Ausgründungen im Universitätsgesetz (UG) und im Fachhochschulgesetz (FHG). Dazu kommen österreichweite Standards für IP und Beteiligungen sowie Entrepreneurship Education für alle Studierenden. Die Details sollen im Plan Ende des Jahres folgen.

Verbündete in der Politik?

Unterstützung erhofft sich das ECN aus der Politik. Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, stellte sich bei einem Kamingespräch den Fragen der Community. Für Dömötör „ein sehr wertschätzendes Signal”. Man nehme aus dem Gespräch mit, „in ihr eine Verbündete zu haben”. Für die Änderungen an UG und FHG, die das ECN anstrebt, ist allerdings nicht ihr Ressort zuständig, sondern das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.

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OrCam: Tech-Startup angelt sich Messi als Botschafter

  • Teil des Projekts ist nicht nur die allgemeine Bewusstseinsschaffung für Accessibility sowie blinde und sehbehinderte Menschen – OrCam hat zudem 12 blinde und sehbehinderte Personen aus der ganzen Welt für ein exklusives Treffen mit Messi nach Barcelona eingeladen.
  • Zusätzlich erhielten diese Personen auch eine kostenlose OrCam MyEye 2.0.
  • Auch Österreich ist mit Valentina Baier aus Theresienfeld im „OrCam Dream Team“ vertreten.
  • Die Technologie des KI-gesteuerten künstlichen Sehgeräts liest kabellos gedruckten und digitalen Text diskret und in Echtzeit vor.
  • 2020 hat OrCam zudem eine interaktive Funktion, das sogenannte „Smart Reading“ vorgestellt.
  • Dies ermöglicht es den Benutzern, das Lesen zu individualisieren, indem sie mit Hilfe intuitiver Sprachbefehle nur auf die von ihnen gewünschten Informationen aus einem Text zugreifen können.

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