09.12.2021

Österreichischer Cofounder schließt mit E-Commerce-Startup in Dubai 42 Mio.-Dollar-Runde ab

Opontia kauft kleine E-Commerce-Brands um sie dann zu skalieren. Im Juni hatte das Unternehmen des österreichischen Cofounders Manfred Meyer eine Seedrunde kommuniziert. Nun folgte bereits eine Series-A-Runde.
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Manfred Meyer und Philip Johnston, die Founder von Opontia
Manfred Meyer und Philip Johnston, die Founder von Opontia | Foto: Opontia

20 Mio. Dollar hatte Opontia mit Sitz in Dubai als Seed-Investment aufgenommen – mehrheitlich Fremdkapital. Beteiligt an der Runde hatten sich hatten unter anderem Global Founders Capital, Presight Capital, Raed Ventures und Kingsway Capital. Nicht einmal ein halbes Jahr später folgte nun bereits ein Series-A-Investment.

Wie TechCrunch berichtete, hat Opontia nun 42 Mio. US-Dollar aufgenommen. Angeführt wurde die Runde von STV. Raed Ventures und Global Founders Capital haben sich erneut beteiligt. Auch Upper90, VentureSouq sowie die Business Angels Salman Butt von Salla and Wiktor Namysl von McKinsey Polen investierten bei der Runde. Fremdkapital wurde von Venture-Debt-Fonds Partners for Growth bereitgestellt. Nach Angaben von TechCrunch teilt sich der aufgenommene Betrag in dieser Runde jeweils zur Hälfe auf Eigenkapital und Venture Debt auf.

Opontia hat es sich zum Ziel gesetzt hat, stark performende, kleinere E-Commerce-Unternehmen aufzukaufen und zu skalieren – den Schwerpunkt wolle man dabei auf den Nahen Osten und Afrika legen, hatte das Team bei der Seedrunde im Juni angekündigt. Mittlerweile wurde der geografische Fokus aber erweitert – so ist man etwa in der Türkei und in Polen aktiv geworden: „Was die größten Märkte für uns angeht, so sind es Polen, Türkei, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Nigeria und dann Ägypten und Pakistan“, wird Meyers Mitgründer Philip Johnston von TechCrunch zitiert.

Zwei Drittel des Investments für weitere Markenkäufe eingeplant

Im Gegensatz zu Konkurrenten wie etwa dem US-Unternehmen Thrasio, die sich hauptsächlich auf den Vertrieb über Amazon spezialisieren, stellt sich Opontia breiter auf: „Verglichen mit Thrasio, das sich vollständig auf FBA („Fullfillment by Amazon“) konzentriert, fokusieren wir uns auf drei verschiedene Verkaufskanäle: Marktplätze, Website, Shopify und Social Commerce“, sagt Manfred Meyer. Man baue ein Setup auf, in dem man die Kunden direkt bediene könne – und nicht nur über den Amazon Marketplace.

Seit der Seed-Runde im Juni hat Opontia vier Marken übernommen. In den nächsten sechs Monaten sollen 20 weitere folgen. Abgezielt wird auf die Regionen Mittel- und Osteuropa sowie den Nahen Osten. Rund zwei Drittel der nun aufgenommenen Summe – also rund 30 Mio. Dollar – sollen dafür verwendet werden. Aktuell hat Opontia vier Standorte – in Dubai, Riad, Warschau und Instanbul. In den kommenden Monaten sollen Büros in Ägypten und Nigeria dazukommen.

Cofonder studierte an WU Wien und arbeitete bei Erste Group

Manfred Meyer hat bis 2018 mehrere Jahre als Chief Marketplace Officer von Lazada gearbeitet – einem der größten E-Commerce-Unternehmen in Südostasien, das seit 2016 zum chinesischen Internetriesen Alibaba gehört. Dann war Chief Commercial Officer der International Ecommerce Holding in Dubai und abschließend CEO sowie Cofounder von Next Commerce, ebenfalls in Dubai. Er hat an der Wirtschaftsuniversität Wien studiert und mehrere Jahre für die Erste Group gearbeitet.

Gegründet hat er Opontia gemeinsam mit Philip Johnston, der zuvor zwei Jahre bei McKinsey in Dubei tätig war und dort unter anderem im Bereich E-Commerce-Strategie und Post-Merger-Integration gearbeitet hat. Zuvor war der Harvard-Absolvent im Venture-Capital-Bereich und als Banker tätig.

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© calliora - Frederik Träuble und Jonas Wildberger.

Das Münchner Startup calliora von Frederik Träuble und Jonas Wildberger entwickelt eine KI-Plattform für Krankenhäuser, die den Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand reduzieren und Erlöse besser absichern soll. Nach Angaben des Unternehmens begleitet die Software Behandlungsfälle von der Aufnahme bis zur Abrechnung und verknüpft dafür Informationen aus verschiedenen bestehenden Systemen.

calliora: Fokus auf Dokumentation und Abrechnung

Ein Schwerpunkt liegt auf Dokumentation und Abrechnung. Die Plattform unterstützt bei der Kodierung und prüft Fälle auf typische Prüfmuster des Medizinischen Dienstes. Zudem sollen abrechnungsrelevante Informationen frühzeitig erkannt und für die weitere Bearbeitung im Krankenhaus bereitgestellt werden. Für das Controlling bietet calliora eigene Auswertungen und Analysen an.

Hinter dem Produkt steht die Annahme, dass Informationen zu einem Behandlungsfall in Krankenhäusern über zahlreiche unterschiedliche Systeme und Prozesse verteilt sind. Fehlen Angaben oder werden sie nicht an der richtigen Stelle übernommen, kann dies zu zusätzlichem Bearbeitungsaufwand oder zu Problemen bei der Abrechnung führen. Calliora will diese Lücken durch eine zentrale, KI-gestützte Verarbeitung der vorhandenen Informationen verringern.

Bertelsmann und Angel-Investoren dabei

Nun hat das Münchner Startup eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über sechs Millionen US-Dollar abgeschlossen: „Unsere Pre-Seed-Runde wird von BHI – Bertelsmann Healthcare Investments und redalpine angeführt. Mit dabei sind Angel-Investoren aus Krankenhausmanagement und KI, darunter Dr. Ulrich Wandschneider (ehemaliger CEO von Asklepios und Mediclin AG), Sara Siegel (Global Health Sector Leader, Deloitte), Peter Sarlin (Postscriptum, NestAI, QuTwo & Silo AI) und Frank Hutter (Prior Labs)“, schreibt das Startup in einem LinkedIn-Post.

Die Plattform soll bereits bei der Aufnahme eines Falls unterstützen und prüfen können, ob eine Behandlung ambulant, stationär oder als Hybrid-DRG abzurechnen ist. Dabei dokumentiert sie die dafür maßgeblichen Gründe. Im weiteren Verlauf soll die Software fehlende Informationen, Fristen und mögliche nächste Schritte erkennen und das Klinikpersonal dort einbinden, wo eine menschliche Prüfung erforderlich ist.

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