15.04.2024
TOURISMUS

Ontours: Grazer App bietet Hop-on-Hop-off-Touren mit regulären Straßenbahnen

Nach Graz und Wien bietet das Grazer Startup Ontours mit seiner App nun auch Touren in der portugiesischen Stadt Porto an.
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Die Ontours-Gründer Oliver Tazl (l.) und Paul Kalcher (r.) beim Launch-Event in Porto | (c) Alexandre Perreira
Die Ontours-Gründer Oliver Tazl (l.) und Paul Kalcher (r.) beim Launch-Event in Porto | (c) Alexandre Perreira

Die Stadt selbst erkunden oder eines der Führungs-Angebote für Tourist:innen in Anspruch nehmen – an dieser Frage scheiden sich die Geister. Argumentieren die einen mit ihrer individuellen Bewegungsfreiheit, steht für die anderen das Mehr an Informationen im Vordergrund, das geführte Touren bieten. Das Grazer Startup Ontours will mit seiner App einen Kompromiss in dieser Frage bieten: Sie liefert Audio-Guides entlang von regulären Straßenbahnlinien anhand des Hop-on-Hop-off-Prinzips.

Auf Graz und Wien folgt Porto

„Fahrgäste können selbst entscheiden, welchen Routen sie folgen, wo sie aussteigen und zu welchen Orten sie mehr Informationen haben wollen“, erläutert Oliver Tazl, der das Startup vergangenes Jahr gemeinsam mit Paul Kalcher gegründet hat. Neben Touren in Graz und Wien, darunter seit Kurzem einer EU-Tour, die speziell für Erstwähler:innen entwickelt wurde, hat Ontours nun auch ein Angebot in Porto, der zweitgrößten Stadt Portugals. Es sei eine „einzigartige Stadt, in der Straßenbahnen ein wichtiger Tourismusfaktor sind“, kommentiert Gründer Kalcher. Ein Tagespass mit der App kostet aktuell 4,99 Euro.

Budapest und Prag in Arbeit

Als nächste internationale Städte stehen laut einer Aussendung Budapest und Prag auf dem Programm. „Wir haben noch große Pläne“, sagt Kalcher. Dabei räumen die Ontours-Gründer ein, dass sie eigentlich noch viel flotter vorankommen hätten wollen. „Auch hier hatten wir damit gerechnet schneller neue Touren auf Schiene zu bringen. Das wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen“, so Kalcher.

Unerwartete Hindernisse: Rechtliche Probleme mit Logo für Ontours

Denn seit dem Launch der ersten Ontours-Tour in Graz im Sommer 2023 hätten sich einige unerwartete Hindernisse aufgetan. „Neben kleineren technischen Unstimmigkeiten stellte vor allem das Logo eine unerwartete rechtliche Herausforderung dar, die mittlerweile gelöst werden konnte. Während dieser Zeit hat das Startup im Hintergrund mit Hochdruck daran gearbeitet, mit seinem Angebot und der dazugehörigen Kommunikation im In- und Ausland zu starten“, heißt es in der Aussendung.

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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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