25.04.2016

Neue Online-Versicherung für Startups gelauncht

Das neue Online-Versicherungsangebot Prisma Select bietet vor allem Startups und Kleinunternehmen die Möglichkeit, ihre Geschäfte per Klick zu versichern. Eine Neuheit in der innovationsscheuen Welt der Versicherungen.
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(c) Martina Draper - PRISMA Markenvorstand Ludwig Mertes

Die Versicherungsbranche ist, was Innovation und Digitalisierung betrifft, langsam und schwerfällig. In kaum einem anderen Bereich scheint es so schwierig, bestehende Strukturen umzukrempeln und einen Schritt in Richtung Modernisierung zu gehen.

Wenn zwar langsam und leise, konnten Startups in den vergangenen Jahren aber doch beständig Druck aufbauen und die Welt der Versicherungen durch Angebote wie etwa Financefox oder L’Amie aufrütteln. Die großen Konzerne blieben auf der Strecke.

+++ Mehr zum Thema: Versicherungen sind Innovations-Nachzügler +++

Neuer Online Dienst: Startups als Zielgruppe

Nun setzt die Acredia Versicherung AG zum Sprung nach vorne an. Mit Prisma Select hat sie ein Online-Versicherungsangebot geschaffen, über das man mit ein paar Klicks Geschäfte prüfen und versichern kann. Zielgruppe des neuen Dienstes sind vor allem Startups und Kleinunternehmen. Wenn Käufer ihre Rechnungen nicht begleichen, springt die Versicherung ein. Bei einer Versicherungssumme von 1000 bis 300.000 Euro können Lieferungen und Leistungen im B2B Sektor innerhalb der EU sowie Norwegen, der Schweiz und Liechtenstein geschützt werden.

Ludwig Mertes, Markenvorstand von Prisma, spricht von einem Meilenstein bei der Kreditversicherung. Gerade in einem so komplexen Umfeld müsse der digitale Wandel in Richtung Einfachheit genutzt werden.

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Die Gründer von Klartext AI vlnr.: Daniel Toth, Ruben Hetfleisch und Felix Krause | (c) Klartext AI
Die Gründer von Klartext AI vlnr.: Daniel Toth, Ruben Hetfleisch und Felix Krause | (c) Klartext AI

Bereits seit etwas mehr als einem Jahr sind barrierefreie Dokumente durch das österreichische Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) für öffentliche Institutionen, Bildungseinrichtungen sowie Banken und Versicherungen verpflichtend. Die Anforderungen sind dabei klar geregelt, der manuelle Aufwand, bestehende Dokumente barrierefrei umzugestalten, hoch. Bei einem 80-seitigen Dokument seien das etwa zwei Arbeitstage, heißt es vom Wiener Unternehmen Klartext AI (brutkasten berichtete bereits). Mit dem Venture doclarity hat man – basierend auf einem Forschungsprojekt – eine KI-Lösung für genau den Zweck geschaffen. Sie erstellt Dateien im Format PDF/UA, das die Nutzung von Screenreadern ermöglicht.

Unterstützung von oberster politischer Ebene

Und diese Lösung wird bereits in der noch bis September laufenden kostenlosen Early-Access-Phase gut angenommen. Schon mehr als 70 öffentliche Institutionen bzw. andere vom Gesetz betroffene Organisationen würden das Tool nutzen, sagt Co-Founder Ruben Hetfleisch gegenüber brutkasten. Namen dürfe man aktuell noch keine nennen. Klar ist aber, dass das Startup auch auf oberster politischer Ebene bereits aufgeschlagen ist: Das Bundeskanzleramt unterstütze die Entwicklung im Rahmen des letzten Public AI Hackathons und Innovationsminister Peter Hanke besuchte das Unternehmen jüngst für einen Pressetermin.

„Ohne die Unterstützung von öffentlicher Seite, von der FFG über die AI Factory Austria bis zur Wirtschaftsagentur Wien, wären wir heute nicht da, wo wir sind – dafür sind wir wirklich dankbar“, sagt Hetfleisch. Vor einem Jahr hatte man eine FFG-Förderung erhalten, zuletzt kam nun eine durch die Wirtschaftsagentur Wien in Höhe von 75.000 Euro hinzu. „In der AI Factory nutzen wir Rechenressourcen für unsere Agents, bekommen Mentoring im Business Development und Unterstützung bei der Evaluierung der Software“, sagt der Gründer.

Internationalisierung ab 2027 geplant

„Ein junges Wiener Team entwickelt hier eine Lösung, die Menschen mit Sehbeeinträchtigung den gleichberechtigten Zugang zu Informationen ermöglicht. Das ist gelebte Barrierefreiheit und damit ein Beitrag zu einer inklusiveren Gesellschaft“, kommentierte Minister Hanke im Rahmen seines Besuchs. „Genau deshalb haben wir dieses Projekt über die FFG-Initiative ‚Expedition Zukunft‘ gefördert und begleiten es seit April auch über die AI Factory Austria weiter.“

Minister Peter Hanke mit dem Team von Klartext AI | (c) Domnanovich

Im September soll nun die Early-Access-Phase enden und die aktuellen Nutzer damit zu regulären Kunden werden. „Mit 2027 ist dann eine verstärkte Internationalisierung geplant, nachdem der nationale Markt abgedeckt wurde“, sagt Hetfleisch. Dafür könnte auch ein Investment zum Thema werden. Und auch beim ersten Venture doclarity soll es für Klartext AI nicht bleiben. Ein weiteres Venture im Finanz-Bereich sei bereits in Arbeit, verrät der Gründer – mehr könne man aber erst im Herbst dazu sagen.

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