14.06.2021

„One Meal A Day“: Wiener Startup startet mit Österreichs erster veganen Kochbox

Das Wiener Startup "One Meal a Day" bietet Österreichs erste gänzlich pflanzenbasierte Kochbox an, die auf regionale Lebensmittel setzt. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer Betaphase im Frühling diesen Jahres können seit Montag regulär Boxen für den Monat Juli vorbestellt werden.
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One Meal a Day
Die Co-Founder beim Ausliefern der Boxen | (c) OMAD

Die drei Wiener Studenten Daniel Rieger, Peter Moser und Felix Günther haben im Oktober 2020 im Rahmen der Sustainability-Challenge der Universität Wien die Idee zu One Meal A Day geboren. Der Name verrät dabei schon die wesentlichen Kernpunkte der Unternehmensphilosophie. Ziel ist es, mit Hilfe einer Kochbox, die zu 100 Prozent pflanzenbasiert ist und sich aus regionalen Lebensmittel zusammensetzt, Menschen bewusst zu einer nachhaltigen Ernährung zu motivieren. Im Zentrum stehen allerdings nicht Ernährungsverbote und strickte Regeln, sondern Nudging und Erkenntnisse der Verhaltensökonomie, die motivieren und zugleich inspirieren.

Die Philosophie hinter „One Meal A Day“

„One Meal A Day“ setzt laut eigenen Angaben bei den Kochboxen auf saisonale Rezepte und auf biologischen Anbau. Die Bio-Quote der Lebensmittel beträgt aktuell 80 Prozent und soll künftig noch weiter ausgebaut werden. Besonderen Wert legt das Startup, das mittlerweile auf sieben Mitarbeiter angewachsen ist, jedoch auf die Verwendung emissionsarmer Produkte, weshalb alle Gerichte pflanzenbasiert sind.

„Ganz Wien vegan zu machen, ist aber definitiv nicht das Ziel. Im Wesentlichen geht es darum, das Bewusstsein für unsere Ernährung zu festigen und klimafreundliche Alternativen köstlich und bequem zu präsentieren“, so Felix Günther, der nicht nur Co-Founder, sondern auch Verhaltensökonom ist. Die gezielte Bewusstseinsentwicklung und die vielfältigen, pflanzenbasierten Rezepte sollen nicht nur als Inspirationsquelle für eine nachhaltige Ernährung dienen, sondern zudem auch die eigene Gesundheit fördern.

One Meal a Day
Die vegane Kochbox | (c) OMAD

Vorbestellungen ab sofort möglich

Die vegane Kochbox kann ab sofort bestellt werden und bringt drei Rezepte und alle nötigen Zutaten für ein Frühstück, eine leichte Mahlzeit, sowie ein Hauptgericht direkt an die Haustür. Eine Kochbox kostet 49,99 Euro. Die Zutaten werden laut dem Startup knapp über dem Einkaufswert verkauft, wobei laut Günther aktuell das Sammeln von Feedback der Kunden im Vordergrund steht, um das Produkt laufend weiterzuentwickeln.

Die frischen Zutaten, welche aus dem Wiener Umland von Familien- und Kleinbetrieben kommen, werden um österreichische Partnerprodukte ergänzt. Zudem arbeitet „One Meal A Day“ auch mit anderen österreichischen Startups zusammen. Unter anderem enthält die Kochbox auch Produkte von Unverschwendet. Außerdem findet man detailliertes Informationsmaterial zu einzelnen Lebensmittel beispielsweise in Hinblick auf gesundheitliche Vorteile oder weitere Verwendungsmöglichkeiten. 

Auch bei der Verpackung möchte das One Meal a Day neue Standards setzen. „Wir verzichten auf jegliches zusätzliches Plastik in der Verpackung“, so das Startup auf seiner Website.


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(v.l.) Peter Hajek, Monika Köppl-Turyna, Lisa-Marie Fassl und Markus Raunig © Tobias Gärtner

Wie steht es um das Interesse an der Selbstständigkeit in Österreich? Eine Online-Befragung von Peter Hajek Public Opinion Strategies im Auftrag der Stiftung Unternehmerische Zukunft liefert dazu aktuelle Daten. Im Befragungszeitraum vom 22. Mai bis 8. Juni 2026 wurden insgesamt rund 1.500 Personen der österreichischen Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 69 Jahren befragt. Die Zahlen zeigen, wie stark das direkte Umfeld die Neigung zum Unternehmertum in Österreich prägt.

Der „Eltern-Effekt“ als zentraler Einflussfaktor

Der zentralste Befund der Untersuchung liegt in der familiären Prägung: Der Wunsch und die konkrete Absicht zu gründen gehen laut den Studiendaten maßgeblich mit der unternehmerischen Tätigkeit der eigenen Eltern einher. Insgesamt geben 20 Prozent der Befragten an, mindestens einen selbstständigen oder unternehmerischen Elternteil zu haben. Laut Umfrage verändert diese Erfahrung die Haltung grundlegend: Während sich ohne unternehmerischen Hintergrund lediglich 27 Prozent der Befragten eine Gründung grundsätzlich vorstellen können, steigt dieser Wert bei Personen mit unternehmerischem Elternhaus auf 47 Prozent.

Noch drastischer unterscheidet sich die konkrete Planung: Bei Befragten ohne unternehmerische Eltern geben derzeit nur 7 Prozent an, innerhalb der nächsten zwölf Monate konkret eine Gründung zu planen. Hat mindestens ein Elternteil ein Unternehmen geführt oder gegründet, springt diese Gründungsabsicht auf 18 Prozent, also mehr als das Doppelte. Das Elternhaus senkt somit laut Studie die subjektiven Hürden von der bloßen Vorstellung hin zur konkreten Absicht.

Eklatanter Mangel an sichtbaren Vorbildern im Alltag

Dass die familiäre Herkunft in den Daten eine so dominante Rolle spielt, deckt sich mit einem deutlichen Mangel an sichtbaren Alternativen im öffentlichen Raum. Laut Umfrage fällt fast der Hälfte der Gesamtbevölkerung (49 Prozent) spontan kein einziger Name einer Unternehmerin oder eines Unternehmers ein.

Unter den Befragten zwischen 16 und 29 Jahren geben sogar 60 Prozent an, niemanden nennen zu können. Werden überhaupt Namen genannt, handelt es sich meist um prominente Großunternehmer wie Mateschitz (13 Prozent), Haselsteiner (5 Prozent), Benko (3 Prozent), Swarovski (3 Prozent) oder Elon Musk (2 Prozent). Greifbare Vorbilder aus dem alltäglichen Leben fehlen in der Wahrnehmung vieler Befragter.

Gleichzeitig zeigt die Erhebung: Wer im unternehmerischen Umfeld aufwächst oder entsprechende Kontakte hat, würde im Falle eines Gründungsvorhabens eine nahestehende Person laut Eigenangabe mit 37 Prozent mehr als doppelt so oft aktiv bestärken wie Personen ohne dieses Umfeld (17 Prozent).

Breiter Ruf nach Wirtschaftsbildung an Schulen

Unterstützung aus dem Elternhaus ist ein wichtiger Faktor, doch soll er laut den Befragten nicht der einzige sein, der über die berufliche Zukunft entscheidet, wie sich aus weiteren Ergebnissen ablesen lässt. 80 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Jugendliche bereits in der Schule stärker lernen sollten, wie man Unternehmen gründet oder führt. Zudem hätten sich 75 Prozent selbst mehr praktische Wirtschaftsbildung gewünscht.

Für Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft, liefern die Befragungsergebnisse deshalb einen klaren Auftrag an die Bildungspolitik. Seine zentrale These formuliert Raunig bei der heutigen Pressekonferenz als Kernversprechen der Stiftungsarbeit: „Unsere Überzeugung als Stiftung lautet: Es darf nicht davon abhängen, was für Eltern oder welches Umfeld man hat, ob man unternehmerisch tätig wird oder nicht.“

Durch praxisnahe Schulprogramme, den Aufbau eigener Medienkanäle zur Veranschaulichung des unternehmerischen Alltags und die gezielte Sichtbarmachung nahbarer Vorbilder soll dieses Herkunfts-Delta geschlossen werden.

Wachstumsorientierte Startups als echter Jobmotor

Aus volkswirtschaftlicher Sicht kommt es jedoch nicht bloß auf die reine Anzahl an Gründungen an, sondern auf deren Qualität, das betont Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria. Die auch als Vorstandsmitglied der Stiftung agierende Wirtschaftsforscherin hebt hervor, dass vor allem junge, wachstumsstarke Unternehmen als entscheidender Motor für Beschäftigung und Innovation wirken und überproportional viele neue Arbeitsplätze schaffen.

Auf der Pressekonferenz spitzte Investorin und Stiftungs-Vorstandsmitglied Lisa-Marie Fassl die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Haltungswende zu: „Das einzige, was uns hilft wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben als Standort, ist Innovation. […] Es muss gesamtgesellschaftlich gesehen einfach wieder sexy sein, einen Beitrag zu leisten. Wir leben in einem Land mit einer massiven Vollkaskomentalität, wo man darauf wartet, dass irgendwer etwas für einen richtet.“

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