13.01.2022

Onandoff bringt Disney-Storytelling-Headphones nach Österreich

Das US-Startup Onandoff hat mit StoryPhones ein Produkt entwickelt, das Kopfhörer mit einem internetfähigen Content-Player kombiniert. Und für sein Audio-Angebot Disney als Partner gewonnen. Österreich wurde als eines von sieben Ländern für den Marktstart auserkoren.
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Onandoff, Disney-Kopfhörer, Disney, Audo, Kinder, Storyshield-Disc
(c) Onandoff - Die Headphones von Onandoff in der Disney-Variante.

Verpasst. Etwas zu spät, um als letztjähriges Weihnachtspräsent zu gelten. Aber womöglich ein Geschenk zum Vormerken. Die StoryPhones des New Yorker Startups Onandoff verstehen sich als „unabhängige Geräte, die Unterhaltung ohne Bildschirm“ bringen und für die Wiedergabe nicht an ein anderes Gerät angeschlossen werden müssen. Sie können Audioinhalte speichern und jederzeit abspielen. Damit möchte das Unternehmen die Kreativität von Kindern fördern und die Zeit vor Screens reduzieren. Mit Disney hat man dafür jetzt einen starken Partner an der Hand.

„StoryPhones freut sich, bei der Markteinführung mit Disney zusammenzuarbeiten. Disney bietet eine ikonische Sammlung von bezaubernden Geschichten und liebenswerten Charakteren, die Kinder durch StoryPhones entdecken oder wiederentdecken und sich neu in sie verlieben können“, heißt es seitens des Unternehmens.

Von Frozen bis König der Löwen

Die StoryPhones werden in zwei Disney-Farben erhältlich sein. Zu den verfügbaren Geschichten gehören Disney-Figuren wie Micky Maus, Minnie Maus, Arielle, Frozen, König der Löwen, Disney, Pixar’s Toy Story, Monsters Inc. und The Incredibles. Die Disney-Abenteuer werden neben Österreich in weiteren sechs Ländern (IT, ES, CH, DE, UK, FR) in fünf verschiedenen Sprachen gleichzeitig eingeführt werden.

Ein exakter Erscheinungstermin steht noch nicht fest, doch wie eine Onandoff-Spokesperson dem brutkasten mitteilte, werde der baldige Marktstart über die sozialen Kanäle wie Instagram bekannt gegeben.

Onandoff mit Shield-Discs

So funktioniert’s: In den kabellosen Audio-Geräten müssen, um auf Geschichten zuzugreifen, sogenannte StoryShield-Disc in die StoryPhones eingelegt werden. Die jeweilige Geschichte wird dann automatisch in den Speicher des Kopfhörers heruntergeladen und abgespielt. Nach dem ersten Download bleiben die Inhalte unabhängig von einem Netzwerk oder anderen Geräten nutzbar.

(c) Onandoff – Die Kooperation mit Disney soll ausgeweitet werden.

In den kommenden Jahren soll die Zusammenarbeit mit Disney intensiviert werden, um die Sammlung der Geschichten für Kinder zu erweitern. Zusätzlich plant Onandoff weitere Lizenzkooperationen mit anderen Firmen, um noch mehr StoryShields zu entwickeln.

Auch eigene Storyaufnahmen möglich

Neben fertigen Geschichten bietet StoryPhones auch die Möglichkeit, eigene Geschichten mit der eigenen Stimme über die mobile App aufzunehmen und ein individuelles Audio namens PlayShield zu erstellen. Auf diese Weise können User eigene Familiengeschichten aufzeichnen. Der Kopfhörer kann bisher bei 64 MB Speicherplatz etwa 90 Minuten an Inhalten speichern.

Die Idee dabei, wie das Unternehmen beschreibt: „Auch wenn die Großmutter in einem anderen Land lebt, kann ein Kind eine Gute-Nacht-Geschichte hören, die von ihrer Stimme vorgelesen wird. Eltern können ihre Kinder mit einem Schlaflied beruhigen, das mit ihrer Stimme gesungen wird, wenn sie verreisen müssen.“

Zusätzlich hat Onandoff ZenShield entwickelt, das Audioprofile enthält, die überreizten Kindern helfen sollen, sich zu beruhigen, zu entspannen oder sogar zu schlafen, wie das Gründerteam, bestehend aus Pétur Ólafsson und Bjarki Viðar Garðarsson, erklärt: „Das Schild enthält eine Sammlung sanfter Geräusche, vom Klavier bis zu Meereswellen, von Regentropfen bis zum originalen und exklusiven RoRo-Sound“.

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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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