30.05.2025
GRÜNER WASSERSTOFF

OMV: Neue Projekte für „Netto-Null-Emissionen“-Ziel präsentiert

Der Ölkonzern OMV präsentierte nun mehrere Projekte, um seine Umweltziele zu untermauern.
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OMV-CEO Alfred Stern und Executive Vice President Martijn van Koten bei der Eröffnung der neuen Anlagen | (c) Kurt Prinz
OMV-CEO Alfred Stern und Executive Vice President Martijn van Koten bei der Eröffnung der neuen Anlagen | (c) Kurt Prinz

CO2-neutral zu werden stellt für viele große Unternehmen eine Herausforderung dar. Besonders schwierig ist das Unterfangen klarerweise für Ölkonzerne. Die österreichische OMV hat ihr diesbezügliches Ziel schon vor einiger Zeit klar festgelegt: Bis 2050 will man „Netto-Null-Emissionen“ erreichen.

Neue Geschäftsfelder für das Emissionsziel

Dazu setzt der Konzern auch auf Venture Building, also das Erschließen neuer Geschäftsfelder neben dem Kerngeschäft. Zwei solcher Innovationsprojekte wurden nun präsentiert:

Die selbst entwickelte „ReOil“-Anlage für chemisches Recycling wandelt laut OMV schwer recycelbare Kunststoffe in Produkte in Neuwarenqualität um. Damit fördere die Anlage die Kreislaufwirtschaft bei gleichzeitiger Reduktion der Umweltbelastung.

Zudem eröffnete die OMV eine neue Elektrolyseanlage mit einer Leistung von zehn Megawatt. Diese verfügt über eine Produktionskapazität von bis zu 1.500 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr und ist laut Konzern damit die größte ihrer Art in Österreich.

OMV-CEO Stern: „Systemischer Wandel“

„Diese Eröffnung markiert einen entscheidenden Schritt in unserer Strategie 2030. Sie wird von dem klaren OMV-Ziel angetrieben, ein integriertes, nachhaltiges Unternehmen für Chemikalien, Kraftstoffe und Energie zu werden – und dabei konsequent an unserem Bekenntnis festzuhalten, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen“, kommentiert OMV-CEO Alfred Stern. Ein solcher systemischer Wandel erfordere Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Deutlich größere Elektrolyseanlage in Bruck an der Leitha angekündigt

Noch deutlich größer ist ein weiteres Projekt, das im Zuge der Eröffnung angekündigt wurde: Im niederösterreichischen Bruck an der Leitha soll bis Ende 2027 eine 140-Megawatt-Elektrolyseanlage entstehen, die dann eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 23.000 Tonnen grünem Wasserstoff haben soll – diese wäre dann eine der größten Europas. „Das 140 MW Elektrolyseprojekt profitiert dabei von den Erfahrungen, die mit der 10 MW Elektrolyseanlage von OMV gesammelt wurden“, heißt es vom Konzern. Man wolle einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in das Projekt investieren, „vorbehaltlich und unter der Annahme einer positiven Förderzusage der Europäischen und der Österreichischen Wasserstoffbank“.

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REEDuce-Gründerin Birgit van Duyvenbode (Mitte) bei der Eröffnung der neuen Schilf-Lärmschutzwand | (c) Strabag

An der A1 Westautobahn bei Völlerndorf nahe St. Pölten geht eine neue Lärmschutzanlage in Betrieb. Statt auf herkömmliche Materialien wie Beton oder Aluminium setzt diese auf Schilf, Thermoholz und Lehm. Dahinter steckt das Wiener Startup REEDuce rund um Gründerin und CEO Birgit van Duyvenbode. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Baukonzern Strabag wurde die Technologie nun auf einem rund einen Kilometer langen Autobahnabschnitt umgesetzt.

REEDuce-Geschäftsführerin Birgit van Duyvenbode, Infrastrukturminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der neuen Schilf-Lärmschutzwand an der A1.

4.000 Schilfbündel für einen Kilometer Lärmschutz

Die Anlage entstand im Zuge der Sanierung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Auf einer Fläche von rund 2.690 Quadratmetern wurden Lärmschutzelemente mit einem Rahmen aus thermisch behandeltem Holz, einer Lehmfüllung und beidseitiger Schilfabdeckung verbaut.

Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden insgesamt 4.000 Schilfbündel benötigt. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Die Nutzung des Rohstoffs soll gleichzeitig zur Pflege des Ökosystems am Neusiedler See beitragen.

Anders als konventionelle Lärmschutzwände soll die Konstruktion nach Angaben von REEDuce vollständig kreislauffähig sein. Zugleich soll sie dieselben technischen Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz und Haltbarkeit erfüllen, wie herkömmliche Systeme.

„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Gründerin van Duyvenbode. Die Technologie zeige, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren können.

Von der Idee des Vaters zum Startup

Der Ursprung der Idee reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entwickelte das Sägewerk von van Duyvenbodes Vater im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine ökologische Lärmschutzwand, die an der A22 bei Langenzersdorf errichtet wurde. Die Gründerin griff die Idee später auf und entwickelte die Technologie unter dem Namen REEDuce weiter.

Bereits Anfang 2022 berichtete brutkasten über das Startup. 2023 wurde REEDuce bei der #glaubandich Challenge zum „Startup des Jahres“ gekürt. Im selben Jahr folgte ein erstes Pilotprojekt mit der Asfinag: An der S33 bei Herzogenburg wurde eine 16 Meter lange Testwand errichtet, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben.

Mit der neuen Anlage an der A1 kommt die weiterentwickelte Technologie nun in deutlich größerem Umfang zum Einsatz. Für die Asfinag ist das Projekt zugleich eine Möglichkeit, weitere Erfahrungen mit der Bauweise aus regionalen Naturmaterialien zu sammeln.

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