04.06.2021

OMV gibt neuen Vorstandsvorsitzenden bekannt

Mit 1. September 2021 wird die OMV Aktiengesellschaft mit Alfred Stern von einem neuen Vorstandsvorsitzenden und CEO geleitet. Die Bestellung ist für drei Jahre anberaumt, mit einer Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre.
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Alfred Stern OMV
Alfred Stern, designierter Vorstandsvorsitzender und CEO der OMV Aktiengesellschaft © OMV Aktiengesellschaft

Alfred Stern ist derzeit OMV Vorstandsmitglied für den Bereich Chemicals & Materials und wurde vom Aufsichtsrat einstimmig zum Nachfolger von Rainer Seele bestimmt, der mit 31. August 2021 einvernehmlich aus dem Vorstand ausscheidet. Stern leitete zuvor die Geschicke des Chemie-Tochterkonzerns Borealis, wo er seit 2008 tätig war. Der gebürtige Steirer freut sich auf seine neue Aufgabe und gibt noch vor Amtsantritt die Stoßrichtung für die Zukunft vor: „Die OMV Gruppe mit allen ihren Beteiligungen ist ein Konzern mit großem Potenzial, breitem Know-how sowie erstklassigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das sind ideale Voraussetzungen für den bevorstehenden Transformationsprozess. Die Energiewende wird die Rahmenbedingungen in den verschiedenen Märkten und Sparten jeweils anders und unterschiedlich schnell verändern. Wir werden die Dekarbonisierung unseres Geschäfts weiter vorantreiben und diese Veränderungen über das gesamte Produktportfolio hinweg einschließlich der Kreislaufwirtschaft aktiv nutzen, um weiterhin profitabel und nachhaltig erfolgreich zu wachsen.“

Groß ist die Freude auch bei Mark Garrett, Vorsitzendem des Aufsichtsrates der OMV: „Die OMV steht am Beginn einer großen Transformation in Richtung Chemie und Kreislaufwirtschaft, in der es ein großes Portfolio entlang einer weitreichenden Wertschöpfungskette zu managen gilt –  vom Bohrloch über die Raffinerien und Tankstellen bis zu hochwertigen Chemieprodukten und zum Recycling. Ich freue mich, dass wir in dieser entscheidenden Unternehmensphase, Alfred Stern als CEO für diese Aufgabe gewinnen konnten. Er ist mit seiner Fachkompetenz und internationalen Managementerfahrung sowie Erfahrung als CEO in der chemischen Industrie die ideale Besetzung. Alfred Stern hat mit seinem Team in den vergangenen Jahren nicht nur das Polyolefin-Business von Borealis exzellent im Markt positioniert, sondern das Unternehmen auch in Richtung Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt.“

Bei Rainer Seele bedankt sich Garrett für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens und lobt die richtungsweisende Akquisition der Borealis. Seele habe das Portfolio der OMV entscheidend umgebaut, die Ertragskraft deutlich gesteigert und beste Voraussetzungen für den laufenden Transformationsprozess des Öl- und Gaskonzerns geschaffen.

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(v. l.) AT-Styria-Vorsitzender Herbert Ritter, BrightFlare-CEO Markus Seme, GMAR-Präsidentin Ulrike Haslauer, DCCS-Geschäftsführer Thomas Edlinger, Joanneum Research-Geschäftsführer Heinz Mayer und AT Styria-Geschäftsführer Helmut Röck © Lukas Elsneg

Der Cluster AT Styria (Plattform Automatisierungstechnik Steiermark), ein branchenübergreifendes Netzwerk von 120 Unternehmen, die in der Automatisierungstechnik tätig sind, hat bei den „European Robotics and Automation Talks“ in Graz seinen Plan für eine Robotik-Testregion vorgestellt. Dort soll die nächste Robotergeneration unter realen Produktionsbedingungen bis zur industriellen Einsatzreife entwickelt werden.

Ziel: Industrielle Einsatzreife

Mit an Bord sind unter anderem Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, Magna Steyr, der KI-Softwareanbieter DCCS und der Security-Spezialist BrightFlare. Über die „Area Süd“ werden Kärntner Partner eingebunden. Dazu kommen das slowenische Netzwerk SRIP Factories of the Future, das italienische DITEDI, mit dem im Juli 2026 ein Memorandum of Understanding unterzeichnet wurde, sowie Bayern Innovativ.

Aus Sicht von AT-Styria-Vorsitzendem Herbert Ritter, der auch Vizepräsident der WKO Steiermark ist, wird KI-gestützte Robotik zur zentralen Standortfrage. „Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt er.

18 Millionen Euro aus Horizon Europe

Das Konsortium bewirbt sich um das einzige europaweite Leitprojekt, das Horizon Europe für die industrielle Integration KI-gestützter Robotik vorsieht. Horizon Europe ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union und läuft von 2021 bis 2027. Mit einem Budget von rund 95 Milliarden Euro ist es eines der größten Förderprogramme dieser Art weltweit. Gefördert werden Projekte, in denen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern zusammenarbeiten.

Die Ausschreibung öffnet im November 2026, dafür stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Der Antrag soll im Frühjahr 2027 eingereicht werden, die Förderentscheidung fällt im Sommer. Bei einer Zusage könnte das Projekt 2028 starten.

Drei Pilotprojekte als Rückgrat

Geplant sind drei industrielle Pilotprojekte. Im ersten arbeiten humanoide Roboter an mehreren Arbeitsplätzen einer Fertigung, bedienen Maschinen und wechseln Werkstücke. Der zweite Pilot widmet sich der innerbetrieblichen Logistik mit autonomen mobilen Robotern. Im dritten übernehmen KI-Systeme Aufgaben in Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung.

Heinz Mayer, Geschäftsführer von Joanneum Research, erklärt das Ziel: „Jeder Pilot setzt bei einem konkreten Engpass im Betrieb an. Am Ende steht eine klare wirtschaftliche und technische Bilanz: Welche Taktzeit erreicht das System, wie zuverlässig arbeitet es, welchen Integrationsaufwand verursacht es und wann rechnet sich die Investition? Genau diese Antworten brauchen Unternehmen, bevor sie eine neue Technologie in größerem Maßstab einsetzen.“

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