07.01.2026
AWS-FÖRDERUNG

OMV: 123 Mio. Euro Förderung für bislang größtes Wasserstoff-Projekt Österreichs

Eine Elektrolyseanlage in Bruck an der Leitha (NÖ) soll Ende 2027 in Betrieb gehen und dann zu den fünf größten in Europa zählen.
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(c) OMV

Er gilt als Hoffnungsträger in der Energiewende, vor allem in Industrie und Schwerverkehr: „grüner Wasserstoff“. „Grün“ ist der Wasserstoff dann, wenn er mittels Elektrolyse (Trennung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff mit elektrischem Strom) hergestellt wird und dabei nur erneuerbare Energiequellen genutzt werden. Damit will sich auch Österreichs Ölkonzern OMV ein zweites – klimafreundliches – Standbein neben fossilen Energieträgern aufbauen. Denn schon vor einiger Zeit rief das Unternehmen das große Ziel aus, bis 2050 „Netto-Null-Emissionen“ zu erreichen.

Eine 10-Megawatt-Elektrolyseanlage betreibt OMV bereits. Schon vergangenes Jahr wurden dann Pläne kommuniziert, bis Ende 2027 eine 140-Megawatt-Elektrolyseanlage im niederösterreichischen Bruck an der Leitha errichten zu wollen (brutkasten berichtete). Man wolle einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in das Projekt investieren, „vorbehaltlich und unter der Annahme einer positiven Förderzusage der Europäischen und der Österreichischen Wasserstoffbank“, hieß es damals.

Förderzusage erfolgt

Diese Förderzusage ist nun erfolgt, wie der Konzern verkündet. Konkret wurde das Projekt von der European Hydrogen Bank (EHB), der Europäischen Wasserstoffbank, positiv bewertet und für eine Förderung empfohlen. Über die österreichische Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) fördert Österreich das Projekt nun mit 123 Millionen Euro.

„Die positive Bewertung durch die Europäische Wasserstoffbank und die daraus resultierende Förderung der Republik Österreich unserer Anlage für grünen Wasserstoff ist ein starkes Signal für die Zukunft der nachhaltigen Energieversorgung und für den Standort Österreich“, kommentiert Alfred Stern, Vorstandsvorsitzender und CEO von OMV, in einer Aussendung.

„Einsparung von bis zu 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr“

Die Anlage, die im Rahmen eines Joint Ventures mit dem Energieunternehmen Masdar errichtet wird, werde nach Fertigstellung Ende 2027 zu den fünf größten in Europa zählen, heißt es vom Konzern. Man werde damit künftig jährlich bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff mit erneuerbarer Energie aus Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft produzieren. Das entspreche einer Einsparung von bis zu 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

„Durch eine lokale Erzeugung von grünem Wasserstoff leistet diese Anlage, die über eine 22 Kilometer lange Pipeline direkt mit der OMV Raffinerie Schwechat verbunden ist, einen maßgeblichen Beitrag zu unserer Dekarbonisierung“, kommentiert Martijn van Koten, OMV Executive Vice President, Fuels und Chemicals.

Eine weitere bürokratische Hürde auf dem Weg zur Anlage gibt es nun aber noch. Der Abschluss des Joint Ventures mit Masdar steht noch aus und werde „für Anfang 2026 erwartet“. Er steht „unter dem Vorbehalt des Abschlusses der finalen Unterlagen, der Zustimmung der Anteilseigner sowie behördlicher Genehmigungen“, heißt es von OMV.

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Der autonome Bus der Marke Otokar | © ÖBB / Daniel Willinger
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In einigen US-amerikanischen und chinesischen Städten gehören Robotaxis bekanntlich längst zum Stadtbild. In Österreich verläuft die Verbreitung des autonomen Fahrens, wie so viele andere Dinge, langsamer. Bereits seit 2017 etwa arbeitet die Initiative SURAAA im Kärntner Pörtschach mit autonomen Kleinbussen (brutkasten berichtete). 2019 starteten die Wiener Linien einen mehrjährigen Testbetrieb autonomer Kleinbusse in der Seestadt Aspern (brutkasten berichtete), beendeten das Projekt aber nach der Testphase. Zu einem größeren Rollout kam es bislang nicht.

100 autonome Busse in zwei Jahren

Doch das soll sich jetzt ändern. Bei einem Termin am Westbahnhof, über den mehrere Medien berichteten, legten unter anderem Infrastrukturminister Peter Hanke, ÖBB-Chef Andreas Matthä und Kerem Erman vom türkischen Mobilitäts-Unternehmen Otokar einen Rollout-Plan dar, der erstmals über Testphasen bzw. stark eingegrenzte Projekte hinausgeht.

Demnach sollen bereits in zwei Jahren bis zu 100 autonom fahrende Busse von Otokar für ÖBB Postbus etwa im Vorarlberger Rheintal oder im oberösterreichischen Zentralraum unterwegs sein. In der spanischen Hauptstadt Madrid befinden sich die „e-Centro“-Busse des türkischen Anbieters, die Platz für bis zu 32 Fahrgäste bieten, bereits im regulären Einsatz.

Gesetze müssen erst angepasst werden

Begleitend soll die heimische Gesetzeslage ab September schrittweise angepasst werden, damit in zwei Jahren dann auch Fahrten ohne die aktuell noch obligatorischen Sicherheitsfahrer:innen (Anm. d. Red.: die das Konzept ad absurdum führen) rechtlich möglich sind. Dabei räumt Minister Hanke, wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, ein: „Es wird dauern, bis die Bevölkerung diesen Fahrzeugen vertraut. Aber wir wollen zum Regelbetrieb, und nicht nur mit einem Bus, sondern mit einer Flotte.“

Vom ersten Test in Alpbach in den Rollout

Doch nun wird – wie sollte es anders sein – zuerst einmal getestet. Und der erste Test erfolgt in ländlicher, aber durchaus prominenter Umgebung: beim Europäischen Forum Alpbach. Dort wird der Testbetrieb in kleinem Ausmaß auf einer definierten Strecke stattfinden. Unter Bedingungen, die den später geplanten Einsatzbedingungen deutlich näher kommen, findet dann der nächste Testlauf statt. Nach dem Forum Alpbach zieht der Bus weiter in den Industriepark „Campus Wolfurt“ im Bezirk Bregenz in Vorarlberg. Dort wird er dann Campus und S-Bahn verbinden.

Die langfristige Vision ist auch bereits skizziert. Verläuft der oben beschriebene Rollout in den kommenden zwei Jahren nach Plan, soll eine flächendeckende Ausbreitung folgen. Letztlich will man Öffi-unterversorgte ländliche Regionen, wo, wie Hanke es ausdrückt, „keine U-Bahn mehr hinkommt, wo der Bus nicht mehr so groß sein muss“ in ganz Österreich abdecken.

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