19.08.2025
INVESTMENT

Oktav: Deutscher Musikverlag steigt bei Linzer Startup ein

Das Linzer Noten-Startup Oktav erhält ein Investment aus Deutschland. Mit dem neuen Kapital möchte man sich breiter aufstellen.
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Die beiden Gründer von Oktav David Kitzmüller und Toni Luong (c) Oktav
Die beiden Gründer von Oktav David Kitzmüller und Toni Luong (c) Oktav

Das in Linz ansässige Startup Oktav hat eine personalisierte Musiknoten-Plattform entwickelt – brutkasten berichtete bereits 2019 über ein sechsstelliges Investment. Zwei Jahre danach kooperierte man mit dem Major Label Universal Music und launchte im Vorjahr eine iOS-Noten-App. Nun vermeldet man den Einstieg des deutschen Musikverlags Schott Music.

Oktav stellt sich breiter auf

Wie Co-Founder David Kitzmüller, der Oktav gemeinsam mit Toni Luong gegründet hat, brutkasten erzählt, wurde über die Investmentsumme Stillschweigen vereinbart. Das frische Kapital werde aber dem Startup eine deutliche Verbreiterung des eigenen Angebots ermöglichen.

„Wir waren mit Schott Music über eine Content-Partnerschaft schon länger verbunden bzw. haben einander gekannt“, erklärt Kitzmüller. „Da wir technologisch große Fortschritte zu vermelden hatten, hat das auch strategisches Interesse geweckt. Wir können hier unsere Digitalkompetenz perfekt einbringen, Schott seine Hebel als einer der ältesten Notenverlage. Wir werden nach und nach Exklusivcontent auf Oktav bringen, der interaktiv sein wird. Zudem verbreitern wir uns und bieten in Zukunft mehr Instrumente an.“

„Perfekter strategischer Partner“

Laut wirtschaft.at und wie auch Kitzmüller bestätigt, hält der deutsche Neo-Investor nun rund 20 Prozent Anteile der Linzer.

Robert Schäfer, Chief Digital Officer von Schott Music, zum Investment: „Oktav bietet markterprobte und vielfältige Lösungen für Notenabonnements und E-Learning. Die moderne technische Basis und die Ansprache einer Zielgruppe, die digitale Angebote schätzt, machen Oktav zum perfekten strategischen Partner für unser digitales Wachstum.“

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Abbau von Bürokratie, Fokus auf Digitalisierung

Eines der großen Themen ist die Entbürokratisierung durch Digitalisierung. „Wir befreien Bürger, Unternehmen und Verwaltung von unnötigen analogen Pflichten. Also: Was digital einfacher geht soll auch digital gehen“, sagt Pröll. Als Beispiel nennt er, dass die verpflichtende Barzahlung oder mehrfach auszudruckende Antragsunterlagen zukünftig wegfallen und durch digitale Wege ersetzt werden würden.

„Herzensprojekt“: Das Once-Only-Prinzip

Einer der dreizehn Punkte ist die langfristige Verwirklichung des Once-Only-Prinzips. Unternehmen müssten dadurch künftig keine Nachweise mehr vorlegen, die dem Staat ohnehin schon vorliegen. Dadurch würden Amtswege einfacher und schneller gemacht werden. Project X bildet die technologische und organisatorische Grundlage, um das Once-Only-Prinzip in der österreichischen Verwaltung in die Realität umzusetzen. Durch den Ausbau der zentralen Datenmanagement-Infrastruktur (dadeX) im Rahmen dieses Projekts wird sichergestellt, dass der Staat bereits vorhandene Daten selbstständig abrufen und verknüpfen kann.

„Das ist eines meiner Herzensprojekte, weil ich glaube, dass es eine maßgebliche Veränderung herbeiführen wird. […] Das ist ein Projekt, das definitiv über die nächsten zwei Jahre gehen wird, weil wir die Register ordnen müssen, wir müssen die Datenqualität erhöhen und wir müssen Schnittstellen schaffen. Aber es ist zentral, um einen modernen, effizienten und vor allem digitalen Staat zu haben“, so Pröll.

Chatbots bei Verwaltungsverfahren

Mit der neuen AVG-Novelle (Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz) soll der Kontakt zu den Behörden spürbar moderner und unkomplizierter werden. Es wurden rechtliche Regeln für den Einsatz von digitalen Helfern in der Verwaltung präsentiert. Das bedeutet, dass künftig Chatbots und digitale Assistenten ganz offiziell und rechtlich abgesichert dabei helfen dürfen, Bürger:innen und Unternehmen Schritt für Schritt durch Formulare zu führen. Gleichzeitig können einfache Standardfälle in Zukunft vollautomatisch erledigt werden. Insgesamt soll das Einreichen von behördlichen Anträgen dadurch leichter und zugänglicher werden. Die AVG-Novelle zur digitalen Verwaltung wurde bereits im März 2026 beschlossen.

Einheitliche Regelungen

Pröll spricht auch das Thema „Fleckerlteppich“ in Bezug auf Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung in Österreich zwischen Bund, Bundesländern und Gemeinden an. Diese teils sehr komplizierte Verteilung soll klarer werden. Durch die Kompetenzbereinigung wandern bestimmte Zuständigkeiten zum Bund, was einheitliche Regeln im ganzen Land schafft. Pröll nennt hier explizit für Unternehmen relevante Bereiche wie das Bauprodukterecht, das Wettwesen und das kleine Glücksspiel.

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