18.05.2026
KOOPERATION

Ohne Investor:innen und Pitching: AustrianStartups lanciert Event-Format für Skalierungsphase

AustrianStartups veranstaltet am 22. Mai 2026 erstmals das Event {founders only}. Die Veranstaltung im Wien Museum richtet sich exklusiv an fortgeschrittene Startup-Founder:innen und fokussiert sich auf Themen wie Unternehmensskalierung, Exits und mentale Gesundheit.
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Eventlocation wird das Wien Museum sein © Kollektiv Fischka

Während es für Startups in der Frühphase ein breites Angebot an Inkubatoren und Förderungen gebe, fehle es an Räumen für Gründerinnen und Gründer in der Skalierungsphase, heißt es in einer aktuellen Aussendung von AustrianStartups. Mit dem neuen Format wolle die Organisation diese Lücke im Ökosystem gezielt adressieren. Laut den Veranstaltern soll ein vertraulicher Rahmen für den direkten Erfahrungsaustausch unter Peers geschaffen werden. Bewusst ohne Investorinnen, Investoren, Pitching oder Sales-Fokus.

Austausch auf Augenhöhe statt Pitch-Marathon

Die Veranstaltung ist auf Personen aus ganz Europa zugeschnitten, die als Teilnahmebedingung mindestens 500.000 Euro an Umsatz oder Investment vorweisen können. Im Zentrum der Sessions, die laut AustrianStartups fast ausschließlich von Foundern geleitet werden, stehen die Hauptbereiche „Founder Health“ und „Founder Wealth“.

Die Speaker thematisieren dabei die persönlichen Herausforderungen des Unternehmertums: Bianca Gfrei, zweifache VC-unterstützte Gründerin, CEO und Transformational Coach, wird etwa über die Bewahrung der mentalen Gesundheit während der Skalierung sprechen. Der ehemalige Busuu-CEO Bernhard Niesner adressiert Fragestellungen und die Neudefinition von Erfolg nach einem Exit, während Bitpanda-Mitgründer Christian Trummer auf den Umgang mit rasantem Unternehmenswachstum und neuen Verantwortlichkeiten eingeht.

Programm und Anmeldung

Das Programm im Wien Museum umfasst eine Keynote, vier Fireside Chats sowie sechs Workshops. Zu den weiteren Speakern:innen zählen Martin Klässner (has-to-be), Karin Andrea Stephan (Earkick) und Dalibor Cicman (GymBeam).

Die Teilnahme am 22. Mai erfolgt nach einem Prüfungsverfahren. Für Mitglieder der „AustrianStartups Founder Membership“ ist das Ticket laut dem Unternehmen kostenfrei.

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
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Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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