03.05.2017

Offener Kleiderkasten in Ottakring – ohne Geld zum neuen Outfit

Einen Pullover gegen eine Hose tauschen, eine Hose von einem Fremden - und das ohne Internet. Klingt einerseits nach Flohmarkt in den 80er Jahren, andererseits nach Mai 2017 am Wiener Yppenplatz. Offener Kleiderkasten heißt das Projekt der Studentin Daniela Bogenreiter, das zum Tauschen von Gewand anregen soll.
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Bis zum 31. Mai kann am Yppenplatz in Wien 16 Kleidung getauscht werden. (c) Markus Wessig

Ein gewohntes Bild ist es nicht, ein Kleiderkasten mitten am Yppenplatz. Dennoch weckt er das Interesse vieler Passanten, denn immerhin steht da ein Kleiderkasten mitten im 16. Bezirk. Das Projekt Offener Kleiderkasten basiert auf Tauschhandel. Menschen bringen Kleidung, Menschen gehen mit Kleidung. Bis zum 31. Mai kann am Yppenplatz getauscht und gestöbert werden.

Gewaschen und ordentlich

(c) Markus Wessig

„Überall in Europa wächst die Idee des sharings und der Fair-Wertung, ich wollte eine derartige Idee auch nach Wien holen“, sagt die  Initiatorin Daniela Bogenreiter. Das Projekt verfolgt keine kommerziellen Zwecke, alles was sich Bogenreiter wünscht, ist ein solidarisches Miteinander. In Form von Piktogrammen sind zwei „Spielregeln“ am Kasten angebracht.

Spielregeln

  • Die Kleidung soll gewaschen und funktionstüchtig sein
  • das vorgegebene System soll Unordnung vorbeugen und den Kleiderkasten für alle attraktiv bleiben lassen

Bis zum 31. Mai kann am Yppenplatz getauscht und gestöbert werden

(c) Markus Wessig

Ausräumen und Abschließen

Jeden Abend muss die Niederösterreicherin den Kasten ausräumen und abschließen. So lautet die behördliche Vorgabe. Auf diese Weise behält sie allerdings einen guten Überblick über die „Transaktionen“. Die Bevölkerung fand schnell Gefallen an der Idee, bereits nach wenigen Tagen hat sich der Bestand klar verändert. „Über Vandalismus mache ich mir keine Gedanken. Der Kasten steht direkt neben der überwachten WC-Anlage und Missbrauch gibt es ohnehin nicht, da das Gewand den Menschen zur freien Verfügung steht“, sagt Bogenreiter.


Daniela Bogenreiter organisiert den Offenen Kleiderkasten im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Akademie der Bildenden Künste Wien/IKL.


Kontakt

[email protected]

Tel.Nr.: 0650 3266489

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„Walter“ kann Ziegel mit einem Gewicht von bis zu 52 kg heben © PORR/Jan Hrdý

Der Bauriese Porr testet auf einer Baustelle in Tschechien, wie weit sich das Mauern automatisieren lässt. Beim Wohnbauprojekt Kladno Living, rund 25 Kilometer westlich von Prag, setzt ein Roboter mit der Bezeichnung WLTR, intern „Walter“ genannt, tragende Wände und Wohnungstrennwände aus plangeschliffenen Akustikziegeln. Das Projekt umfasst fünf Gebäude mit 371 Wohnungen samt Garagenplätzen.

Im Testbetrieb hat das Unternehmen die Maschine bereits seit 2025. Sie hebt Ziegel mit einem Gewicht von bis zu 52 Kilogramm und positioniert sie laut Aussendung millimetergenau auf Basis des digitalen Projektmodells. Zwei Personen bedienen den 2,5 Tonnen schweren Roboter, der auf eine Reichweite von 3,5 Metern kommt und mit 1,5 kW auskommt. Die angegebene Produktivität liegt bei 7,5 Quadratmetern pro Stunde, maximal sind zehn möglich.

Planung ab Tag eins

Entscheidend war aus Sicht des Konzerns, dass „Walter“ schon zu Projektstart eingeplant wurde. Robotik auf der Baustelle verlange eine enge Abstimmung zwischen Planung, Statik, Auftraggeber und Baustellenteam, dazu eine eigene Logistik und ausreichend Bewegungsfläche. Die aktuelle Gerätegeneration schafft nach Angaben des Unternehmens nicht nur lange gerade Wände, sondern auch Ecken und Wandöffnungen.

Der Roboter mauert auf der Baustelle des Projekts Kladno Living in Tschechien © PORR/Jan Hrdý

„Bauen ist und bleibt ein People Business. Unser Ziel ist es nicht, Menschen zu ersetzen, sondern unseren Mitarbeitenden Werkzeuge an die Hand zu geben, die ihnen die besonders schweren Arbeiten erleichtern“, sagt Porr-CEO Karl-Heinz Strauss. Der Roboter arbeite unter Aufsicht geschulter Fachkräfte, der größte Nutzen liege im Übernehmen der körperlich anspruchsvollsten Tätigkeiten.

Zentrale Robotik-Einheit

Koordiniert werden Automatisierungsprojekte gruppenweit über das Team Construction Automation & Robotics (CAR), das robotergestütztes Mauern neben BIM, digitalem Baumanagement und datenbasierten Lösungen verantwortet. Jeder Anwendungsfall entstehe aus einem konkreten Bedarf der Baustelle. Die Erfahrungen aus Kladno sollen in weitere Projekte einfließen, kündigt Dušan Čížek, Geschäftsführer von Porr Tschechien & Slowakei, an. Neu ist die Stoßrichtung nicht: Im brutkasten-Interview „Irgendwann wird der Kranfahrer eine IT-Fachkraft sein“ argumentierte Strauss bereits, dass Robotik das Berufsbild am Bau verschiebt, statt es abzuschaffen.

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