30.12.2021

Jahresrückblick: So viel haben Österreichs VCs 2021 in Startups investiert

Wieviel Geld haben Österreichs Risikokapital-Unternehmen 2021 investiert und wieviel davon floss in heimische Startups? Der brutkasten hat nachgefragt.
/artikel/oesterreichs-vc-2021-startups-report
VC, 2021, Risikokapital, Investoren

Mehr als 200 Millionen Euro haben Risikokapitalgeber aus Österreich 2021 in Startups investiert. Einen sehr großen Teil davon stemmte der größte in Österreich gegründete VC, Speedinvest, der insgesamt 103 Millionen Euro investiert hat und davon 4 Millionen Euro in österreichische Startups. Bei österreichischen Startups am aktivsten war – gemessen am Volumen – mit 16 Millionen Euro eQventure rund um Herbert Gartner, gefolgt von dem Corporate VC der Uniqa, Uniqa Ventures, der in Österreich 14,3 Millionen Euro investiert hat.

Zahlreiche Portfolio-Startups österreichischer VCs haben 2021 große Investments mit internationaler Beteiligung eingefahren und auch was Exits angeht, war es ein Rekordjahr – insofern zeigten sich die Investoren im Rückblick auf 2021 sehr zufrieden. Die zwei ersten Unicorns, die Österreich heuer hervorgebracht hat (Bitpanda und GoStudent), machen nicht nur Frühphasen-Investor:innen aus Österreich stolz, sie bringen der österreichischen Startup-Szene eine neue Sichtbarkeit bei internationalen Großinvestoren.

Neue Risikokapitalgeber in den Startlöchern

Auch 2022 verspricht spannend zu werden. Mit Austrian Growth Capital (RBI und C-Quadrat) gibt es einen neuen Fonds in Österreich, der sich der bisher hierzulande unterentwickelten Anschlussfinanzierung widmen will. Und in Tirol hat sich mit Onsight Ventures+ ein neuer Risikokapitalfonds in Stellung gebracht, der pro Runde bis zu zwei Millionen Euro in Startups in der Seed-Phase stecken will. Sie und alle anderen Risikokapital-Geber aus Österreich werden 2022 dank des Rekordjahrs 2021 voraussichtlich eine wachsende Zahl internationaler Co-Investoren für Investments in österreichische Startups finden.

Der brutkasten bedankt sich bei den teilnehmenden Kapitalgebern 3VC, APEX Ventures, aws Gründerfonds, Calm/Storm Ventures, Elevator Ventures, eQventure, European Super Angels Club, IST Cube, MAD Ventures, OÖ HightechFonds, PrimeCrowd, Push Ventures, SFG, Speedinvest, startup300, tecnet Equity und Uniqa Ventures, Venionaire – sie alle haben uns auch Einblicke in ihre Erwartungen für 2022 gegeben, die zu Jahresbeginn erscheinen. Wer schon vorab gesammelt alle Insights haben will, kann sich über das Formular den gesamten Report holen. Dein Risikokapitalunternehmen fehlt noch in dem Report? Dann melde dich gerne unter [email protected]

3VC

Peter Lasinger ist Founder und General Partner bei 3VC © 3VC
Peter Lasinger ist Founder und General Partner bei 3VC © 3VC

2021 investiert 

10 Millionen Euro
> 1 Milliarde Euro gemeinsam mit Co-Investor:innen 
davon 2 Millionen Euro in Österreich
8 Investmentrunden
2 neue Startups im Portfolio

 „Wir sind unglaublich stolz auf die außergewöhnlichen Unternehmerinnen und Unternehmer die wir begleiten und unterstützen dürfen. Bereits 3 unserer Portfoliounternehmen haben 2021 Unicorn-Status erreicht. Weitere sind am besten Weg dorthin. Insgesamt haben unsere Portfoliofirmen 2021 über eine Milliarde USD an Finanzierung eingesammelt. Wir waren dabei der einzige österreichische, manchmal sogar der einzige EU-Investor.“ Peter Lasinger, 3VC

APEX Ventures

Stefan Haubner und Gordon Euller von APEX Ventures © APEX
Stefan Haubner und Gordon Euller von APEX Ventures © APEX

2021 investiert

14 Millionen Euro
davon 6 Millionen Euro in Österreich
22 Investmentrunden
6 neue Startups im Portfolio

Jahreshighlight 2021 für APEX Ventures: Setup unseres dritten Fonds – APEX One Best in Class – der die Folgefinanzierung für unsere erfolgreichsten Portfoliounternehmen sicherstellt. Stefan Haubner, Founding Partner APEX Ventures

aws Gründerfonds

Christoph Haimberger ist Chef des aws Gründerfonds © Wolfgang Lehner
Dr. Christoph Haimberger, Geschäftsführer des aws Gründerfonds © Wolfgang Lehner

2021 investiert 

170 Millionen Euro gemeinsam mit Co-Investor:innen
100 Prozent in Österreich investiert
17 Investmentrunden
3 neue Startups im Portfolio

„Unser Highlight 2021 ist ganz klar der Start für ESG beim aws Gründerfonds. Unser Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und zu unserer Umwelt. Als Investor mit Weitblick haben wir ESG-Kriterien für zukünftige Investitionen entwickelt und bereits im ersten Due Diligence Prozess eingesetzt. Das Feedback des Start-ups war hervorragend. Zukünftig wird der aws Gründerfonds seine ESG-Kriterien jährlich evaluieren und ab 2022 in das reguläre Reporting aufnehmen“. Christoph Haimberger, aws Gründerfonds

Calm/Storm Ventures

Lucanus Polagnoli ist Co-Founder von Calm/Storm Ventures © butkasten
Lucanus Polagnoli ist Co-Founder von Calm/Storm Ventures © brutkasten

2021 investiert

3,7 Millionen Euro
davon 50.000 Euro in Österreich
43 Investmentrunden
23 neue Startups im Portfolio

„Von mehreren Tier-1-VCs werden wir mittlerweile als der ‚Most Prominent Early Stage Digital Health Fund in Europe‘ bezeichnet. Wir freuen uns sehr, dass uns internationale Funds wie zB Octopus Ventures einladen, gemeinsam mit ihnen in die besten Teams in Europa zu investieren bzw. Anschlussfinanzierungen für unsere Portfolio Companies anführen. Mehr als 50% der Portfolio Companies aus 2020 haben in weniger als 12 Monaten eine Anschlussfinanzierung erhalten. Unsere Investments in LVNDR (UK), Services for the LGTBQ+ community, Leda Health (USA), Help after Sexual Assault und HEYVIE (GER), Neurocentric Training, haben mit unter die höchste mediale Aufmerksamkeit erhalten“. Lucanus Polagnoli, Co-Founder & Managing Partner Calm/Storm Ventures.

Elevator Ventures (RBI)

Max Schausberger, Program Lead RBI Elevator Lab
(c) Haris Dervisevic: Max Schausberger, Program Lead RBI Elevator Lab

2021 investiert

ca 10 Millionen Euro
davon nur über Fonds in Österreich
6 Investmentrunden
1 neues Startup im Portfolio

„Wir hatten in diesem Jahr gleich mehrere Highlights. Die Übernahme von Twisto durch ZIP (australischer Buy Now Pay Later-Anbieter) markiert den ersten Exit in unserem Direktportfolio. Kurz darauf wurde kompany (Anbieter von RegTech-Lösungen) von Moody’s Analytics übernommen. Außerdem sind wir stolz darauf, dass Bitpanda, eine unserer Fund-of-Fund-Investitionen, die Bewertung eines Unicorns erreicht hat“. Maximilian Schausberger, Managing Director Elevator Ventures.

eQventure

(c) Martin Wiesner: Herbert Gartner

2021 investiert

16 Millionen Euro (37 Mio. Euro inkl. Leverages)
100 Prozent davon in Österreich
20 Investmentrunden
3 neue Startups im Portfolio
2 neue Pro-Bono-Projekte

Die eQventure-Highlights 2021:

  • Der 8- bis 9-stellige Exit (abhängig vom Earn-Out) von Xaleon an Teamviewer,
  • die hohen Wachstumsraten bei vielen unserer Portfoliounternehmen wie z.B. Finmatics, ilvi, App Radar, Greenwood-Power, Fauna, etc.
  • Durchbruch bei unserem großen Pro-Bono-Projekt „Wildnisgebiet Lassingtal“ nach fast 10 Jahren Engagement,
  • tolle Neuinvestments wir z.B. die Material-Science-Firma Kape,
  • die $30m-Finanzierungsrunde bei USound zusammen mit der European Investment Bank und
  • die erfolgreiche zweite Spin-off Austria Konferenz mit fast 1.000 Teilnehmern

European Super Angels Club

Berthold Baurek-Karlic, Venionaire Capital | (c) Rene Wallentin

2021 investiert

25 Millionen Euro gemeinsam mit Co-Investor:innen
4,2 Millionen Euro durch den Syndikatsfonds des European Super Angel Clubs “EXF Alpha”
von diesen 4,2 Millionen Euro rund die Hälfte in Österreich
12 Investmentrunden
5 neue Startups im Portfolio

„Unser Highlight war sicherlich das unsere Startups endlich international die Beachtung bekamen, die sie verdienen. Der Exit von Kompany hat gezeigt, dass wir starke Firmen identifizieren und begleiten. Software und Technologie aus den Alpen darf man nicht unterschätzen, dass gilt nun auch für RegTech Firmen.

Wir haben auch gesehen, dass sich stark aufgestellte Firmen – bei uns im Portfolio z.B. Blockpit – international die besten Investoren aussuchen können. Das ist sehr gut für Startup-Österreich – insb. da man erwarten darf das dieser Trend eher noch stärker wird“. Berthold Baurek-Karlic, CEO Venionaire Capital

IST Cube

Alexander Schwartz ist Partner bei IST Cube © IST Cube
Alexander Schwartz ist Partner bei IST Cube © IST Austria

2021 investiert

rund 3,5 Millionen Euro
davon 100 Prozent in Österreich
5 Investmentrunden innerhalb des Portfolios
4 neue Startups im Portfolio

„2021 war ein ereignisreiches und gutes Jahr für IST cube und die Portfoliofirmen. Wir freuen uns, dass wir nach einem stark überzeichneten Final Closing des Fonds bei EUR 45 Millionen, jetzt unsere ganze Kraft auf die Investitionen in starke Teams und ihre Entwicklung fokussieren können. Dazu haben wir das IST cube Team auf 10 Personen erweitert und vervollständigt.

Natürlich freut uns sehr zu sehen, dass es den Firmen in unserem Portfolio trotz den nicht gerade einfachen Umständen gut geht. Dazu beigetragen haben einige wissenschaftlich-technische Durchbrüche wie auch die starke persönliche Entwicklung vieler Geschäftsführer und der Teams.

Ein schönes Kompliment für den Standort Österreich wie auch für unsere Arbeit war die Tatsache, dass wir ein Startup mit Wurzeln in Deutschland davon überzeugen konnten, seine Zelte in Wien aufzuschlagen. In eine ähnliche Kategorie fällt die sehr positive Erfahrung in unserem eigenen Team und den Teams in unseren Portfoliofirmen, wo es sich gezeigt hat, dass es gelingt, außergewöhnliche Talente aus den verschiedensten Fachrichtungen aus dem Ausland nach Österreich zu holen. (Der administrative Prozess dabei ist allerdings nicht immer ganz einfach.)“ Alexander Schwartz, Partner IST Cube

MAD Ventures

Wieland Alge von Swarm Analytics und MAD Ventures © Swarm Analytics
Wieland Alge von Swarm Analytics und MAD Ventures © Swarm Analytics

2021 investiert

rund 1,25 Millionen Euro
davon 100 Prozent in Österreich
3 Finanzierungsrunden

„Unser Highlight war der Umzug in ein neues Büro, in dem wir alle fünf Portfolio-Startups vereinen. Endlich alle täglich treffen zu können und Fortschritt zu erleben. Und die Kaffeemaschine. Wir verabscheuen zwar Kickertische, aber einem Startupklischee konnten wir uns nicht verschließen“. Wieland Alge, Co-Founder MAD Ventures.

OÖ HightechFonds

Thomas Meneder und Christian Matzinger leiten den OÖ HightechFonds © OÖ Hightechfonds
Thomas Meneder und Christian Matzinger leiten den OÖ HightechFonds © OÖ Hightechfonds

2021 investiert

1,7 Millionen Euro
davon 100 Prozent in Österreich
5 Investmentrunden
3 neue Startups im Portfolio

Highlight für den OÖ HightechFonds: Der Roomle-Exit.

PrimeCrowd

Markus Kainz über den Business Angel Summit
PrimeCrowd-Co-Founder Markus Kainz © Dominik Perlaki / brutkasten

2021 investiert

etwa 10 Millionen Euro
davon 2 Millionen Euro in Österreich
15 Investmentrunden
12 neue Startups im Portfolio

Highlight 2021 für PrimeCrowd-Gründer Markus Kainz: Series-A-Runden von Fairown und Idwell.

Push Ventures

Lukas Püspök und Laurenz Simbruner von Push Ventures © Push Ventures
Lukas Püspök und Laurenz Simbruner von Push Ventures © Push Ventures

2021 investiert

rund 1,6 Millionen Euro
davon rund 0,5 Millionen Euro in Österreich
7 Investmentrunden
3 neue Startups im Portfolio

Highlight 2021 für Laurenz Simbruner und Lukas Püspök von Push Ventures: der Allcyte-Exit.

SFG, Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Christoph Ludwig von der SFG © SFG/Kanizaj
Christoph Ludwig von der SFG © SFG/Kanizaj

2021 investiert

1,4 Millionen Euro gemeinsam mit Co-Investor:innen
davon 100 Prozent in der Steiermark
47 Millionen Euro für 3 neue Gründerzentren
2 neue Startups im Portfolio

„In diesem Jahr investierten wir gemeinsam mit weiteren privaten Risikokapitalgebern in Unternehmen aus den Bereichen Health-Tech in Verbindung mit Smart-Matching-Technologien und Machine Learning sowie App-Entwicklung und Publishing aus dem Bereich Education. Diese Unternehmen treiben spannende digitale Geschäftsmodelle mit einem vielversprechenden Skalierungspotenzial voran. Des Weiteren konnten wir zusätzliche 23 Mio. EU-Mittel für grüne Transformation in die Steiermark bringen. Im digitalen Bereich sind die Digitalstiftung, der Digi Hub Süd, Cyber-Security-Campus, Datahouse und die baldige Fertigstellung des ZWT II am Med-Campus zu nennen, also es sind tatsächlich einige Highlights gewesen. Nicht zuletzt hatten wir zwei erfolgreiche Buy-Backs von Startups“. Christoph Ludwig, Geschäftsführer SFG

Speedinvest

Oliver Holle
(c) Oliver Holle

2021 investiert

rund 103 Millionen Euro
davon rund 4 Millionen Euro in Österreich
55 Finanzierungsrunden mit bestehenden Portfolio-Startups
44 neue Startups im Portfolio

„10 years Speedinvest, gleichzeitig auch das Jahr, wo wir endlich zwei österreichische Unicorns präsentieren durften – beides für mich persönlich ein emotionaler und wichtiger Meilenstein“. Oliver Holle, Founder Speedinvest.

startup300

Bernhard Lehner von Startup300 © Lehner
Bernhard Lehner von Startup300 © Lehner

2021 investiert

rund 650.000 Euro
8 Investmentrunden
3 neue Startups aus Österreich im Portfolio

„Für mich sind die schönen Finanzierungsrunden und nun auch Exits von Startups Jahreshighlight, die, wenn sie auch nicht immer “österreichische” Startups sind, so zumindest ein Verbindungsglied zur heimischen Szene haben. Ich freue mich immer riesig für die beteiligen Personen, weil ich weiss, welcher Kraftakt dahintersteckt und wie viel gutes Timing und auch Glück notwendig ist. Davon wird das Ökosystem profitieren, weil die Erfahrung und auch Kapital zurückfließt. Ob es reicht, um im internationalen Kontext relevanter zu werden, bleibt natürlich dahingestellt, solange sich die regulatorischen Rahmenbedingungen nicht signifikant ändern.“ Bernhard Lehner, Co-Founder startup300.

tecnet Equity

Doris Agneter ist Geschäftsführerin von tecnet equity © tecnet
Doris Agneter ist Geschäftsführerin von tecnet equity © tecnet

2021 investiert

2,5 Millionen Euro
davon 100 Prozent in Österreich
6 Investmentrunden
3 neue Startups im Portfolio

„Unser Highlight war die auf SEO/SEA-Automatisierung im e-commerce Umfeld spezialisierte Firma Boomerank. Diese hat einen beeindruckenden Pivot vom Dienstleistungs- zum Produktunternehmen hingelegt und ist seitdem schnell als Firma und am Markt gewachsen. Die Gründer schaffen es, das Marktmomentum perfekt auszunutzen. Bei Boomerank freuen wir uns ganz besonders auf die weitere Entwicklung“. Doris Agneter, CEO tecnet Equity.

Uniqa Ventures

UNIQA Ventures CEO Andreas Nemeth über HealthTech und Wien
(c) der brutkasten/Marko’s Photography: UNIQA Ventures CEO Andreas Nemeth

2021 investiert

27,7 Millionen Euro
davon 14,3 Millionen Euro
17 Investmentrunden
3 Exits, 2 weitere in Arbeit
8 neue Startups im Portfolio

„2021 war das mit Abstand erfolgreichste Jahr im 5-jährigen Bestehen von UNIQA Ventures: Das erste Unicorn im Portfolio (Bitpanda) und das nächste wird bald kommen, Verdoppelung unseres Investitionsrahmens von 75 Mio. auf nunmehr 150 Mio. EUR. Rang 2 unter den Top 10 Venture Capital Fonds in Österreich und dann noch im Jahresendspurt 3 top Exits bei Playbrush, Twisto und Kompany. Was uns mit einer Rendite von >25% (IRR) ins obersten Quartil der internationalen VC Fonds brachte. Was will man mehr“. Andreas Nemeth, CEO Uniqa Ventures.

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Die diesjährigen Nominierten des "Innovator of the Year" in der Kategorie Startups. | © brutkasten

Ein weiteres spannendes Jahr in der heimischen Startup-Welt geht in die finale Phase. Während das tiefe Tal beim Investmentvolumen endlich überwunden ist, sorgen die weiterhin angespannte gesamtwirtschaftliche Lage und immer neue geopolitische Zerwürfnisse nach wie vor für Herausforderungen.

Einige Startups müssen sich geschlagen geben, andere schlagen sich durch und manche schlagen sich richtig gut. Mit Ausdauer, Umsetzungswillen und einzigartigen Innovationen haben auch dieses Jahr viele junge Unternehmen großes geschafft.

Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Startups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Startups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Scaleups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Startups wird durch die Österreichische Notariatskammer unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Startups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).

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Ablatic AI

Die Ablatic-AI-Gründer vl. Florian Zimmermann (CEO) und Julian Mauerkirchner (CTO) | (c) Ablatic AI
Die Ablatic-AI-Gründer vl. Florian Zimmermann (CEO) und Julian Mauerkirchner (CTO) | © Ablatic AI

Aktuell schießen sehr viele KI-Startups aus dem Boden. Doch nur ein winziger Bruchteil davon baut ein eigenes KI-Modell. Ablatic AI aus Linz ist eines davon. Im September ging es mit seinem Large Language Model Talos an den Start, das in mehreren Benchmark-Tests mit der Weltklasse mitspielt. In einer Kategorie übertraf man sogar OpenAIs Flagship-Modell GPT-5.6 Sol. Das gelang mit einem kleinen Team und bislang ohne VC-Kapital. Trainiert wird das Modell in der AI Factory Austria AI:AT im Rahmen des EuroHPC-Programms.

Aitiologic

Die Aitiologic-Gründer (vlnr.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic
Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | © Aitiologic

Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum, die Gründer von Aitiologic, holten heuer 6,4 Mio. Euro in einer Seed-Runde, angeführt von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“, die zellfreie DNA im Blut untersucht und die Daten mit KI auswertet. Die Technologie geht auf die Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück und wurde vom Startup exklusiv lizenziert. Zudem holte man Gordon Sanghera, den Mitgründer des britischen DNA-Sequenzierungs-Spinoffs Oxford Nanopore Technologies, an Bord. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, bis zum Börsengang in London.

Diamens

Diamens
Das Team von Diamens (v.l.n.r.): Clara Ganhör, Marlene Rezk-Füreder, Angelika Lackner, Peter Oppelt und Eva Scharnagl | © Diamens

Das HealthTech-Unternehmen aus Linz entwickelt einen nicht-invasiven Selbsttest zur Diagnose von Endometriose, der auf Menstruationsblut basiert und Frauen operative Eingriffe ersparen soll. Im März 2026 sicherte sich das Team rund um Clara Ganhör ein sechsstelliges Investment, um die Produktentwicklung und wichtige klinische Tests weiter voranzutreiben. Das Jahr 2026 war zudem für Diamens besonders erfolgreich, da das Spinoff den S&B Award sowie den Edison-Preis in Oberösterreich gewann. Hinzu kam eine Nominierung für den EY-Scaleup Award in der Kategorie BioTech und Spin-off.

Iono Robotics

Ümit Bas, Gründer von Iono Robotics | © Iono Robotics

Das Linzer Deep-Tech-Startup Iono Robotics von Gründer und CEO Ümit Bas hat heuer in der Tabakfabrik Linz seinen humanoiden Roboter „Workmate“ erstmals öffentlich präsentiert. Das System soll in knapp zwei Jahren in Serienproduktion gehen und ist speziell für den industriellen Einsatz konzipiert. Erste Pilotkund:innen sind bereits an Bord. Gedacht ist „Workmate“, wie der Name nahelegt, als Unterstützung in Arbeitsumgebungen, konkret in Branchen wie Industrie, Logistik, Handel und Service. Punkten soll er dabei unter anderem mit einer im Kopf integrierten Drohne, die aus der Luft die Umgebung noch besser erfassen kann.

REPS

Das REPS-Team mit CEO Alfons Huber (r.), COO Laura Wiedmann (5. v.l) und CTO Sai Kumar Konduru (4. v.l.) | © Patrick Lux

Das Tiroler Startup REPS von Gründer Alfons Huber macht Straßen zu Kraftwerken: Sein Road Energy Production System wandelt die Bremsenergie von Lkw über Platten in der Fahrbahn in Strom um. Seit November 2025 läuft die erste kommerzielle Anlage im Hamburger Hafen, über 115.000 Lkw haben dort in sechs Monaten rund 6.700 Kilowattstunden erzeugt. Im Mai holte sich REPS 23,6 Millionen US-Dollar mit einem britischen VC-Fonds im Lead, nur acht Monate nach dem 1,3-Millionen-Seed. Mit dem Kapital will das Unternehmen aus Mils, an dem auch Elisabeth Köstinger beteiligt ist, international ausrollen. Über 90 Interessenten aus der Hafen- und Logistikbranche stehen laut eigenen Angaben in Gesprächen.

R-Space Technologies

Das R-Space Team mit den Gründern (1. Reihe v.l. Christof Obertscheider, Carsten Scharlemann und Wolfgang Treberspurg) | © R-Space

Viele Raumfahrt-Startups scheitern daran, dass sie ihre Technologien vor dem Markteintritt nie im All testen können. R-Space, mit Sitz am Flughafen Wien-Schwechat, will diese Hürde abbauen und bietet mit ihrem eigens entwickelten Satelliten In-Orbit-Tests als Rundum-Service an. Das Ziel: Firmen innerhalb von nur sechs Monaten ins All zu bringen. Ende 2026 soll die erste Mission an Bord einer Rakete des deutschen Herstellers Isar Aerospace mit Technologien von drei Partnerunternehmen starten. Das 2021 gegründete Unternehmen will damit die Weichen für die nächste Generation europäischer Raumfahrt stellen; die nächsten drei Satelliten sind laut eigenen Angaben bereits in Vorbereitung.

Straion

Straion
(v.l.) Fabian Friedl, Lukas Holzer, und Katrin Freihofner von Straion | © Straion

Der KI-Boom bringt eine neue Geschwindigkeit mit sich. Auch für etablierte Unternehmen führt daher kein Weg an KI-generiertem Code vorbei. Dieser birgt aber bekanntlich (noch) erhebliche Risiken. Das Linzer Startup Straion nimmt sich des Problems an und sorgt mit seiner Anwendung dafür, dass der KI-generierte Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen erfüllt. Damit konnte sich das Startup dieses Jahr auch ein 1,1-Mio.-Euro-Investment sichern.

Tumbleweed

Das Tumbleweed-Team | © Tumbleweed

Das Wiener Space-Tech-Startup Tumbleweed hat dieses Jahr bewiesen, dass der Zugang zum Weltall in Rekordgeschwindigkeit möglich ist: Die Hardware für die erste Orbit-Mission „Oasis Alpha“ wurde in unter neun Monaten fertiggestellt und war laut eigenen Angaben bereits frühzeitig ausgebucht. Am 7. Juli 2026 feierte das Unternehmen einen weiteren Meilenstein, als der Satellit im Rahmen einer SpaceX Transporter-17-Mission erfolgreich in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht wurde.

Turn-Motion

Die Turn-Motion-Gründer v.l. Chien-hua Huang, Georg Popp und Manuel Lachmayr | (c) Stefan Fuertbauer
Die Turn-Motion-Gründer v.l. Chien-hua Huang, Georg Popp und Manuel Lachmayr | © Stefan Fuertbauer

Das Wiener Startup Turn-Motion von Georg Popp, Chien-hua Huang und Manuel Lachmayr fertigt maßgeschneiderte Orthesen mit KI und 3D-Druck, bis zu 15 Stück in der Zeit, die bisher für eine einzige gebraucht wurde. Die Gründungsgeschichte ist persönlich: Popp erkrankte als Kind an Polio und sollte laut Prognose den Rollstuhl kaum verlassen können. Heuer holte sich das Startup sein erstes privates Kapital, und das mit Signalwirkung: Noctua Science Ventures, der Spinoff-Fonds von Speedinvest und TU Wien, führte die Pre-Seed-Runde an, sein erstes bekanntes Investment überhaupt. Mit dabei sind das Wiener Tech-Scaleup Squer und drei Business Angels.

zone14

Tobias Gahleitner, Lukas Grömer und Simon Schmiderer (v.l.n.r.) von zone14 | © zone14

Das Wiener Startup zone14 von Simon Schmiderer, Tobias Gahleitner und Lukas Grömer baute sein Engagement im heimischen Fußball aus und schloss heuer eine Partnerschaft mit dem Wiener Sport-Club. Das Team will mit seiner Technologie Video- und Performance-Analysen im Fußball breiter zugänglich machen und konnte neben dem Hernalser Kultklub auch Ex-ÖFB-Kapitän Marc Janko als strategischen Investor für sich gewinnen. Die Technologie des Startups ist in über zehn Ländern verfügbar: Mehr als 200 Systeme sind global im Einsatz – von flächendeckenden Ausstattungen ganzer Ligen wie der ersten Profiliga Zyperns bis hin zu Traditionsvereinen wie dem SK Rapid, dem FK Austria Wien und dem SV Darmstadt 98.

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