29.04.2025
IONO

Österreichisches Startup will humanoiden Roboter entwickeln

Das Startup IONO will bis Mitte 2026 einen humanoiden Roboter herausbringen, um gegen den Fachkräftemangel zu kämpfen.
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Ümit Bas mit dem geplanten humanoiden Roboter. (c) IONO
Ümit Bas mit dem geplanten humanoiden Roboter. (c) IONO

Das Projekt steht noch ganz am Anfang: So hat gerade die erste Investitionsrunde begonnen. In einem Monat soll der Prozess abgeschlossen sein, heißt es auf brutkasten-Nachfrage von IONO-Gründer Ümit Bas.

„Österreich ist ein guter Produktionsstandort“

Mit dem humanoiden Roboter will IONO ein Produkt auf den Markt bringen, das in direkter Konkurrenz zum Roboter „Optimus“ von Tesla steht. Ein großes Vorhaben, aber Ümit Bas ist optimistisch: „Tesla war auch klein, als es mit Ford und VW konkurriert hat. Deshalb ist das für uns kein Hindernis“. Außerdem gebe es in Europa nur ein weiteres Unternehmen, das sich auf humanoide Roboter spezialisiert hat – dementsprechend sei die Konkurrenz gar nicht so groß.

Österreich als Produktionsort sei besonders gut geeignet, um diesen humanoiden Roboter zu produzieren: „Wir haben mit Linz oder Hagenberg ausgezeichnete technische Universitäten, speziell im Bereich der Robotik und KI“, so Bas. Zudem sei die heimische Industrie mit ihrer starken metallverarbeitenden Branche und hochwertigen Werkstoffherstellern bestens dafür geeignet. „Außerdem ist es eben unsere Heimat“, fügt Bas hinterher.

Ein Roboter in Industrie und Pflege

Der Roboter ist dafür ausgelegt, dem Fachkräftemangel in Europa entgegenzuwirken. „Wenn wir da nicht jetzt anfangen, was zu tun, wird die Wirtschaft schrumpfen, das wird schon 2030 spürbar sein“, so Bas. In der Industrie könne man mit humanoiden Robotern gut entgegenwirken.

Da die Produktionsstätten auf Menschen ausgelegt sind, soll der Roboter humanoid sein – damit die Maschinen nicht umgebaut werden müssen sondern eben von menschenähnlichen Robotern bedient werden können. „Die Welt ist für Menschen gemacht – da macht es nur Sinn, einen humanoiden Roboter zu bauen“.

Auch in der Pflege sowie im Haushalt soll der Roboter in weiterer Folge aushelfen – das liegt aber noch weit in der Zukunft. IONO hat jedenfalls einen ambitionierten Zeitplan: Das erste Modell soll 2025 intern präsentiert werden und als Testroboter fungieren. Die erste Auslieferung solle dann Mitte bis Ende 2026 erfolgen, so Bas.

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(v.l.) Das Führungsteam von reebuild: Nicolaus Lederer, Alexander Kornell, Matteo Cimadom, Luca Papay © Oskar Fleischanderl

Papierordner und manuell geführte Excel-Tabellen sollen der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach reebuild geht. Das Tech-Startup automatisiert mit seiner KI administrative Tätigkeiten von Bauleitern. Es wandelt also Dokumente, PDFs, Fotos etc. in strukturierte Daten um oder automatisiert Aufgaben wie die Rechnungsprüfung. In der vergangenen Pre-Seed-Runde sind bereits bekannte Investoren wie Hansi Hansmann eingestiegen (brutkasten berichtete). Nun schloss reebuild eine Seed-Runde von über drei Millionen Euro ab, angeführt vom europäischen Investor Fortino Ventures, mit Beteiligung von Rise PropTech und CuriosityVC.

Weitere Automatisierung des kaufmännischen Ablaufs

Mit dem frischen Kapital sollen KI-gestützte Module weiterentwickelt werden, durch die der kaufmännische Ablauf von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisiert werde. „Wir wollen den Kosmos auf unserer Plattform mit immer neuen Workflows erweitern. Darunter verstehen wir z.B. den Erstellungsprozess von Ausgangsrechnungen“, sagt CEO und Gründer von reebuild Alexander Kornell im brutkasten-Gespräch. Zudem soll das Büro in Wien personell aufgestockt werden. Aktuell ist reebuild in Deutschland und in Österreich etabliert. Durch die Investitionen soll nun in weitere europäische Länder wie Italien oder Polen expandiert werden. Es gebe bereits Entwicklungspartnerschaften mit ersten Proof Points.

Zu den Kund:innen zählen Unternehmen wie Pittel+Brausewetter oder 3SI Immogroup. Die Software wird, laut dem Startup, in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren“, sagt Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures. Reebuild erklärt, dass die Verwaltung und Steuerung von Kosten zwischen den Abteilungen im operativen Geschäft der Baubranche veraltet sei. Rechnungen würden händisch mit Vertragsbedingungen oder Lieferscheinen abgeglichen und Führungskräfte würden Entscheidungen auf Basis überholter Informationen treffen müssen.

„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt Kornell über die Baubranche und ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir diesen Markt mit einem Team aus Bau- und Technologie-Know-how aufmischen können. Nicht mit einem weiteren Tool, sondern mit einer Lösung, die wirklich versteht, wie Baustellen und Projekte kaufmännisch abgewickelt werden.“

Reebuild sorge für beschleunigte Prozesse und aktuellere Entscheidungsgrundlagen, was wiederum zu messbaren Einsparungen im gesamten Unternehmen führe. Beschaffungskosten könnten dadurch um bis zu 20 Prozent sinken.

Vision: Administrativer Aufwand auf null senken

Der bürokratische Aufwand soll laut reebuild in Zukunft gänzlich verschwinden. Auf Basis der strukturierten Daten hinter jedem Dokument entwickele reebuild das Agentic Backoffice für Bauunternehmen. KI-Agenten übernehmen eigenständig Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung. Dadurch sollen Teams ihre Zeit eher für das operative Geschäft anstatt für das manuelle Kostencontrolling nutzen.

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