13.03.2026
AUSZEICHNUNG

Österreichischer Gründungspreis Phönix: Das sind die Sieger:innen 2026

Österreichischer Gründungspreis Phönix prämierte am Donnerstag in Wien erneut die besten Female Entrepreneurs, Prototypen, Spinoffs und Startups. brutkasten war vor Ort.
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(c) Austria Wirtschaftsservice GmbH/APA-Fotoservice/Martin Lusser

Am Donnerstagabend wurde im Festsaal der Industriellenvereinigung in Wien der Österreichische Gründungspreis Phönix vergeben. Aus insgesamt 129 Einreichungen wählte eine Fachjury vier Projekte aus, die sich durch einen messbaren Wissenstransfer von der akademischen Forschung in die kommerzielle Anwendung auszeichnen. Der Fokus der diesjährigen Preisvergabe lag auf skalierbaren technologischen B2B-Lösungen.

factorymaker: KI-gestützte Industrieplanung

In der Kategorie „Female Entrepreneurs“ setzten sich Julia Reisinger und Maria Zahlbruckner mit der factorymaker FlexCo durch. Erst im Februar 2026 hatte das Wiener DeepTech-Startup eine Finanzierungsrunde in Höhe von 1,1 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen (brutkasten berichtete). Das Unternehmen adressiert die kapitalintensiven Planungsphasen im industriellen Bauwesen. Die entwickelte KI-basierte Plattform automatisiert den Planungsprozess von der Standortwahl über das Werkslayout bis hin zur Gebäudeoptimierung. Der Algorithmus berechnet innerhalb kurzer Zeit hunderttausende Lösungswege und vergleicht diese strukturiert hinsichtlich Kosteneffizienz, Flexibilität, Prozesseffizienz und CO₂-Bilanz. Dies reduziere Planungszyklen im Anlagenbau signifikant.

v.l.n.r. Ute Koch (TU Wien), Petra Stricker (Industriellenvereinigung), Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, Julia Reisinger und Maria Zahlbruckner (factorymaker FlexCo), Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner | (c) Austria Wirtschaftsservice GmbH/APA-Fotoservice/Martin Lusser

imd BIOTECH: Schneller Bakterien-Nachweis

Den Preis in der Kategorie „Prototyp“ sicherte sich die imd BIOTECH GmbH. Das Startup konnte bereits 2024 Niki Futter und Hansi Hansmann als Investoren für sich gewinnen (brutkasten berichtete). Das Unternehmen konzentriert sich auf die Qualitätssicherung in der Lebensmittelproduktion. Mit der Plattform „rappid“ ermöglicht das Team einen zuverlässigen Echtzeit-Nachweis von pathogenen Bakterien. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kulturverfahren halbiert „rappid“ die Testdauer. Gleichzeitig sinkt der personelle und materielle Laboraufwand, wodurch Lieferketten abgesichert und kostenintensive Produktrückrufe vermieden werden können.

v.l.n.r. Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws), Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, Kerrin Steensen und Thomas Werzer (imd BIOTECH GmbH), Staatssekretärin Elisabeth Zehetner | (c) Austria Wirtschaftsservice GmbH/APA-Fotoservice/Martin Lusser

Moldsonics: Ultraschallsensorik im Spritzguss

Als bestes „Spinoff“ wurde die Moldsonics GmbH prämiert. Wie brutkasten bereits über die Technologie des Startups berichtete, entwickelt das Unternehmen eine fortschrittliche Ultraschallsensorik für die Überwachung von Kunststoff-Spritzguss und Extrusionsverfahren. Das System erfasst prozessrelevante Parameter inline, zerstörungsfrei und in Echtzeit. Da die Überwachung ohne physischen Kontakt mit dem Bauteil erfolgt, wird der Sensorverschleiß minimiert. Die Technologie erlaubt eine exaktere Prozessführung, was den Produktionsausschuss senkt und die Ressourceneffizienz erhöht.

v.l.n.r. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, Elisabeth Lackner (Astrum), Bernhard Praher (Moldsonics GmbH), Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner | (c) Austria Wirtschaftsservice GmbH/APA-Fotoservice/Martin Lusser

voidsy: Zerstörungsfreie Materialprüfung in 3D

In der Kategorie „Startup“ ging die Auszeichnung an die voidsy Gmbh, über die brutkasten ebenfalls bereits berichtete. Das Unternehmen präsentierte mit „3D V-ROX“ ein kompaktes, photothermisches Tomographiesystem zur zerstörungsfreien Materialprüfung. Die Lösung macht verborgene Defekte im Inneren von Bauteilen dreidimensional sichtbar. Hauptanwendungsgebiete sind sicherheitskritische Sektoren wie die Luftfahrt- oder Automobilindustrie. Durch die kompakte Hardware-Architektur lässt sich das System direkt in automatisierte Produktionslinien integrieren, um fehlerhafte Teile frühzeitig auszusortieren.

v.l.n.r. Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, Werner Müller (FFG), Gregor Thummerer und Holger Plasser (voidsy GmbH), Staatssekretärin Elisabeth Zehetner | (c) Austria Wirtschaftsservice GmbH/APA-Fotoservice/Martin Lusser

Wissenstransfer als Wirtschaftsmotor

Der von Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner überreichte Phönix-Preis zielt auf die Stärkung des österreichischen Innovations-Ökosystems ab. Die Relevanz dieser Schnittstelle betonen auch Bernhard Sagmeister und Gerfried Brunner, die Geschäftsführung der Förderbank aws: „Der österreichische Gründungspreis Phönix unterstreicht, wie wichtig es ist, den Wissens- und Technologietransfer sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft zu fördern. Mit ihren visionären Ansätzen im Bereich der Schlüsseltechnologien tragen die Startups zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts essenziell bei.“ Die vier Siegerteams erhalten neben der formalen Auszeichnung Unterstützung bei der Marktdurchdringung sowie Zugang zu internationalen Fachevents zur weiteren Skalierung ihrer Technologien.

Der Österreichische Gründungspreis PHÖNIX wird von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) in Kooperation mit der Industriellenvereinigung (IV) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) organisiert.

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Neos und epicenter.works orten Datenschutz-Skandal rund um Härtefallfonds
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Obwohl es keine 2.000 Einwohner:innen hat, ist das burgenländische Dorf Nickelsdorf durchaus bekannt: erstens aus dem bundesweiten Verkehrsfunk wegen des Grenzübergangs zu Ungarn, zweitens für das jährlich stattfindende größte Rock-Festival Österreichs, Nova Rock. Und noch bei einem dritten Thema schlägt der Ort immer wieder medial auf: Energie – brutkasten berichtete erst kürzlich über das von püspök eröffnete zweitgrößtes „Super-Hybrid-Kraftwerk“ Europas.

Ähnliche Dimension wie Kronstorf

Und es dürfte mit eben diesem dritten Thema zusammenhängen, dass nun noch ein viertes hinzuzukommen scheint: Wie das Nachrichtenmagazin profil zuerst berichtete, scheint in Nickelsdorf ein Rechenzentrum in ähnlicher Dimension wie der umstrittene Google-Bau im oberösterreichischen Kronstorf geplant zu sein. Dafür sei kürzlich eine Fläche mit „41 bis 50 Hektar“ im Besitz der Wirtschaftsagentur Burgenland umgewidmet worden.

Bürgermeister: „Ich renne der Information schon sehr lange nach“

Während sich die Wirtschaftsagentur selbst bei Medienanfragen bislang ausweichend äußert, berichten mehrere Medien mit Bezug auf eine Anfrage der Austria Presseagentur (APA) über ein relativ unmissverständliches Statement aus der Gemeinde: Bürgermeister Gerhard Zapfl gab demnach an, „über ein mögliches Datencenter informiert worden“ zu sein. Viel mehr habe er aber nicht erfahren: „Ich renne der Information schon sehr lange nach“, so der Bürgermeister gegenüber der APA. Näheres werde er aber erst bei einem Termin Mitte August erfahren, berichtet ORF Burgenland.

„Mehrere Anfragen für Hyperscaler“

Die Flächen rund um Nickelsdorf zählen zu den Windkraft- und Photovoltaik-Hotspots Österreichs – nicht erst durch das neue „Super-Hybrid-Kraftwerk“. Auch Pläne zum Ausbau von Hochspannungsleitung und Umspannwerk gebe es bereits, heißt es bei profil. Entsprechend sind gute Voraussetzungen für ein sehr energieintensives Datencenter gegeben. Wer hinter den Plänen steckt? Es gebe „mehrere Anfragen für Hyperscaler“, heißt es dazu von Netz Burgenland gegenüber der APA. Auch bei der Wirtschaftsagentur Burgenland ist von „mehreren Anfragen für verschiedene Projekte“ die Rede.

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