21.05.2025
OPPORTUNITY-HIRING

Österreich will Forscher:innen aus den USA den Zutritt erleichtern

Seit Donald Trump erneut Präsident in den USA ist, sind Forschung und freie Lehre an US-Universitäten eingeschränkt und die Wissenschaft gefährdet. Mit einem „Perspektivenpaket“, das am Mittwoch im Ministerrat verabschiedet wurde, will Österreich seinen Standpunkt kundtun und US-Forscher:innen eine unbürokratische Aufnahme ermöglichen.
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Staatssekretär Pröll (ÖVP), Wissenschaftsministerin Holzleitner (SPÖ) und Staatssekretär Schellhorn (Neos) präsentierten das Uni-Gesetzespaket der Regierung.
Staatssekretär Pröll (ÖVP), Wissenschaftsministerin Holzleitner (SPÖ) und Staatssekretär Schellhorn (Neos) präsentierten das Uni-Gesetzespaket der Regierung. (c) APA/Georg Hochmuth

Bisher war es bürokratisch sehr aufwendig, US-amerikanische Forscher:innen für österreichische Hochschulen und Universitäten zu rekrutieren. Mit dem sogenannten „Opportunity-Hiring“ wird das normale Prozedere mit seinen Ausschreibungsregeln und inneruniversitären Abstimmungen umgangen. Mit diesem Opportunity Hiring können Universitätsleitungen Professor:innen aus den USA in einem Schnellverfahren berufen. Bisher durfte das nur bei fünf Prozent aller Professuren angewandt werden – eine heute vom Ministerrat vorgelegte Novelle sieht einen zulässigen Anteil von bis zu zehn Prozent vor.

Die Ausweitung dieser Berufungsmöglichkeit ist für Personen gedacht, die in den vergangenen 24 Monaten in den USA geforscht haben. Damit will sich die österreichische Bundesregierung aktiv gegen die Trump-Regierung positionieren, durch die die Wissenschaftsfreiheit bedroht ist. Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner spricht in der Pressekonferenz am Mittwoch von „internationaler Solidarität“ und einem „klaren Signal, dass Österreich eine deutlich andere Position bezieht als die USA“.

Kritik von der ÖH

Kritik kommt von der österreichischen Hochschüler:innenschaft (ÖH): aus ihrer Sicht sollte die Regelung nicht nur für US-Forscher:innen gelten, sondern für alle Länder, in denen die Wissenschaftsfreiheit bedroht ist, wie der Standard schreibt.

Laut Bundesministerin Holzleitner gebe es bereits Interesse von verschiedenen Universitäten, um Wissenschafter:innen aus den USA zu rekrutieren. Laut dem Ministerium soll die Bestimmung im Juni im Parlament beschlossen werden und Anfang Juli in Kraft treten.

Parallel zu dem Opportunity-Hiring werde es außerdem ein Programm für Studierende geben: „Students at risk“. In diesem Programm werden in einem ersten Kontingent Stipendien über 1.200 Euro monatlich für rund 50 Studierende vergeben. Dieses Programm spricht nicht nur Studierende aus den USA an, sondern alle Betroffenen, die aufgrund demokratiefeindlicher und politischer Einschnitte gefährdet sind. Jenen Studierende, die aufgrund dessen ihr Studium nicht fortsetzen können, soll ein Wechsel an eine österreichische Universität ermöglicht werden.

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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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