10.06.2021

Österreich auf Platz 10 der „klügsten Länder der Welt“

Eine aus fünf Schlüsselfaktoren errechneter Index sieht Österreich weit oben im weltweiten "Klugheitsranking". Doch nicht nur die Studienautoren sind zu hinterfragen.
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Österreich in Top 10 der klügsten Länder der Welt
(c) Adobe Stock - alexlmx

Die Österreicherinnen und Österreicher sind eines der klügsten Völker der Welt – das wird in einer aktuellen „Studie“ behauptet. Konkret weist die Liste mit dem Titel „The World’s Smartest Countries“ die Alpenrepublik auf Platz 10 aus. Das Land bleibt damit zwar hinter Nationen wie Schweden (Platz 1), Norwegen (Platz 2) und Island (Platz 3), aber etwa vor den Vereinigten Staaten (Platz 14), Japan (Platz 17) und Deutschland (Platz 22).

Nahrungsergänzungsmittel-Hersteller steht hinter Studie

Wie ist das möglich? Was macht die heimische Bevölkerung so klug? Etwas stutzig macht bei etwas genauerer Betrachtung der Studie gleich das Unternehmen dahinter: Supplement Place ist ein Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Vereinigten Königreich. Doch sei’s drum. Warum sollte so ein Unternehmen auch nicht die Klugheit ganzer Länder beurteilen?

Die fünf Parameter, aus denen der dem Ranking zugrunde liegende Index-Wert errechnet wurde, haben prinzipiell Hand und Fuß, auch wenn es bei den genauen Quellen teilweise Luft nach oben gibt: Der durchschnittliche IQ (laut World Population Review), der Prozentsatz von Hochschulabschlüssen (laut OECD), die Staatsausgaben für Bildung in Prozent des BIP (laut Wikipedia), die Anzahl an Nobelpreisträgern pro zehn Millionen Einwohner (errechnet Anhand Wikipedia-Angaben) und die durchschnittlichen Ergebnisse der PISA-Studie (laut PISA). Aus diesen fünf Werten wurde dann ein (offenbar nicht gewichteter) Durchschnittswert berechnet.

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(c) Supplement Place

Nur ein nicht europäisches Land in Top 10 der klügsten Nationen

Ein Blick auf das Ranking zeigt, dass europäische Länder klar dominieren. Mit Kanada auf Platz neun schaffte es nur ein nicht europäisches Land in die Top 10. Zurückzuführen dürfte das mit Blick auf die Einzelwerte primär auf zwei Faktoren sein: die in Europa im Durchschnitt höheren Bildungsausgaben sowie die höhere Dichte an Nobelpreisträgern. Letzteres zeigt eine Schwäche des Rankings: Die Trägerinnen und Träger der wissenschaftlichen Nobelpreise werden von Komitees in schwedischen Unis bestimmt. Ein Fokus auf die wissenschaftlichen Netzwerke der westlichen Welt ist dabei offensichtlich.

Österreich punktet mit uralten Nobelpreisen

Und so ist es auch für Österreich die hohe Dichte an Nobelpreisträgern, die besonders ausschlaggebend für das gute Abschneiden im Ranking ist. Dass die Hälfte der 22 bislang von Österreicherinnen und Österreichern erhaltenen Nobelpreise bereits vor dem zweiten Weltkrieg vergeben wurden, ist für die Wertung aber irrelevant. Ausnehmend schwach schneidet die Alpenrepublik hingegen bei tertiären Bildungsabschlüssen ab. Auch die PISA-Studien-Ergebnisse sind (bekanntermaßen) eher durchschnittlich. Bei IQ und Bildungsausgaben landet das Land im oberen Mittelfeld. Eines scheint damit klar: Anlass zu Überheblichkeit bietet dieses Ranking nicht.

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
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Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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