27.11.2019

Österreich: Bund könnte bei IT jährlich bis zu 46 Millionen Euro sparen

Die IT-Landschaft der Bundesregierung ist uneinheitlich, teilweise unsicher und vor allem sehr teuer. Eine von der türkis-blauen Regierung initiierte Studie zu einer möglichen IT-Konsolidierung wurde nun abgeschlossen und präsentiert. Die Ergebnisse sind eindeutig.
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IT-Konsolidierung Bund Österreich Machbarkeitsstudie Einsparung
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18 Rechenzentren, 678 Serverräume, fast 2000 standard- und ressortübergreifende Anwendungen plus etwa 1000 Fachanwendungen, dazu etwa 92.000 Arbeitsplatzrechner, knapp 96.000 Telefone und gut 33.000 Smartphones – das ist das Inventar der IT-Landschaft der österreichischen Bundesregierung. In den IT-Organisationen der Zentralstellen der Ressorts arbeiten mehr als 1700 Mitarbeiter und dann noch weitere im Bundesrechenzentrum. Insgesamt stehen im Bund jährlich derzeit 561 Millionen Euro IT-Budget bereit. Diese Daten sind die Basis für eine aktuelle Machbarkeitsstudie zu einer möglichen IT-Konsolidierung im Bund, die von der türkis-blauen Regierung initiiert und nun von Wirtschafts- und Finanzministerium umgesetzt und abgeschlossen wurde.

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Status Quo: Hohe Kosten, schwankende Qualität und geringere Sicherheit

Das Bild, das die Machbarkeitsstudie über den Status Quo zeichnet, ist alles andere als rosig. Wie die Zahlen oben schon erahnen lassen, herrscht etwa bei den genutzten Anwendungen ein gewisser Wildwuchs – so werden etwa alleine 24 verschiedene Ticket-Systeme genutzt. Es gibt 20 verschiedene Arbeitsplatzmodelle und durchschnittlich 1,4 Rechner pro Mitarbeiter. Die einzelnen Ressorts nutzen unterschiedliche Rechenzentren, Soft- und Hardware sowie Service-Provider. Diese Uneinheitlichkeit der Systeme und Organisationsstrukturen sei zum Teil historisch gewachsen, heißt es in einer Aussendung. Hohe Kosten, schwankende Qualität und vor allem geringere Sicherheit seien die Konsequenz.

IT-Konsolidierung: Klare Handlungsanleitung für kommende Regierung

Entsprechend groß sieht die Studie das Potenzial in der IT-Konsolidierung. In Zahlen: 32 bis 46 Millionen Euro könnten laut Studie pro Jahr eingespart werden. Dazu wurden ein Zielbild, Potenzialabschätzungen sowie ein potenzieller Umsetzungspfad erstellt. Der Bericht enthält dazu eine konkrete Handlungsanleitung für die künftige Bundesregierung. Die Übergangsregierung empfiehlt demnach eine Konsolidierung sämtlicher Infrastrukturressourcen und Standard- sowie ausgesuchter Fachanwendungen. Etwa brauche es ein einheitliches E-Mailsystem für alle Mitarbeiter, eine Vereinheitlichung der IT-Arbeitsplätze, Smartphones, Telefone und eine deutliche Reduktion der Rechenzentren und Serverräume.

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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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