12.09.2017

Greenstart: Ökostrom und Reisefreiheit für Fische

Für die Fische, aber sicher nicht für den Hugo ist Bernhard Mayrhofers Zwei-Kammern-Organismenwanderhilfe. Mit dem von ihm entwickelten neuen Typus einer Fisch-Aufstiegshilfe möchte er beweisen, dass Gewässerökologie und Stromerzeugung aus Wasserkraft miteinander vereinbar sind.
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(c) Andreas Scheiblecker: Bernhard Mayrhofer, der Erfinder der 2-Kammern-Aufstiegshilfe.

Eines Tages aufwachen und eine Mauer entdecken, die den Weg in die Küche versperrt – so ergeht es zahlreichen Fischen, Krebsen und anderen Tieren in Bächen und Flüssen. Tausende Querbauwerke wie Wasserkraftwerke, Wehre und Hochwasserschutzbauten be- oder verhindern die Wanderung der Wasserlebewesen zu ihren Laich- und Futterplätzen.

Kostengünstige Lösung

Herkömmliche Fischtreppen benötigen viel Platz, müssen individuell geplant werden und mindern die Erträge aus der Stromproduktion, ganz besonders bei Kleinkraftwerken. Bernhard Mayrhofer arbeitet daher seit drei Jahren gemeinsam mit Ökologen und Wasserkraftexperten an einer technischen Lösung, die Reisefreiheit für Fische, geringere Kosten für die Inhaber von Wasserbauwerken und die energetische Nutzung der Anlage verspricht. „Die von uns entwickelte Zwei-Kammern-Organismenwanderhilfe besteht aus zwei Fischschleusen, die auf innovative Weise hydraulisch miteinander verbunden sind“, erklärt Mayrhofer.

Redaktionstipps

Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie an der Universität für Bodenkultur in Wien. „Die ersten Ergebnisse in der Versuchsanlage sind vielversprechend“, sagt der angehende Jungunternehmer. „Die Fische nehmen die Anlage gut an, sogar bei verringertem Leitstrom.“ Den Leitstrom benötigen sie, um zu erkennen, wo es im Gewässer nach oben und unten geht. In der Zwei-Kammern-Organismenwanderhilfe kann der Leitstrom im Gegensatz zu herkömmlichen Fischaufstiegshilfen mit einer Kaplan-Rohrturbine zur Stromerzeugung genutzt werden. Gleichzeitig begrenzt die Turbine die Strömungsgeschwindigkeiten in den Kammern, sodass auch kleinere Wasserlebewesen den Aufstieg schaffen.

Von der Versuchs- zur Pilotanlage

Nach Abschluss der Machbarkeitsstudie möchte Mayrhofer zwei Pilotanlagen errichten und sucht dafür noch geeignete Standorte: „Ideal wären Stauwerke mit zwei bis sieben Metern Fallhöhe.“ Die Pilotanlagen sollen einem gründlichen Monitoring unterzogen werden und die Erkenntnisse daraus in die Weiterentwicklung der Zwei-Kammern-Organismenwanderhilfe einfließen. In Österreich hat Mayrhofer bereits ein Patent für sein System erworben, die Anmeldung zum europäischen Patent läuft. Für 2019 plant er den Markteintritt, dann auch mit Anlagen für noch höhere Dämme. Und seine Chancen stehen gut. Schließlich schreibt die Wasserrahmenrichtlinie der EU vor, dass alle Fließgewässer bis spätestens 2027 wieder für Wasserlebewesen durchgängig gemacht werden müssen. Allein in Österreich besteht Handlungsbedarf bei rund 9.000 Querbauten.

Mayrhofer ist gelernter Elektrotechniker und absolvierte an der Fachhochschule Technikum Wien das Studium „Erneuerbare Urbane Energiesysteme“, war als Konstrukteur tätig und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiven Wasserbau der Universität für Bodenkultur in Wien. Seit kurzem erhält Mayrhofer auch Unterstützung durch die Hydraulikexpertin Alkisti Stergiopoulou.

Partnerunternehmen gesucht

„Im Rahmen von greenstart haben wir schon wertvolle Hinweise sowie Kontakte zu mehreren Kraftwerksbetreibern erhalten“, sagt Mayrhofer. „Wir hoffen, dass wir bald die Standorte für die Pilotanlagen fixieren können und suchen noch Partnerunternehmen für die Herstellung von Turbinen, Schiebern und Betonfertigteilen.“

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Team von Highland Europe. (c) Highland Europe

„Wir freuen uns sehr, unseren sechsten Fonds anzukündigen! Wir haben 1,1 Milliarden Euro eingeworben, um weiterhin die nächste Generation außergewöhnlicher europäischer Gründer in der Wachstumsphase auf ihrem Weg zum Aufbau herausragender Unternehmen zu unterstützen“, schreibt die Investment Firma Highland Europe auf LinkedIn.

Unterstützung für Tech-Companies

Das Unternehmen konzentriert sich auf Investments in der Wachstumsphase von Unternehmen und hat den Hauptsitz in London und Genf. Zu den bislang über 80 Unternehmen, die mit 3,75 Mrd. Euro unterstützt wurden, zählen 9fin, AMCS, Bending Spoons, Camunda, EGYM, Featurespace, GetYourGuide, Huel, hyperexponential, ME+EM, Nexthink, n8n, Wolt und Zwift. Man arbeite als Partner mit Gründer:innen zusammen, die globalen Marktführer ihrer Kategorie aufbauen, so die Zielsetzung von Highland.

„Wir sind unseren Limited Partners für ihr langjähriges Vertrauen und ihr Engagement für Fonds VI zu tiefstem Dank verpflichtet. Ihre Unterstützung ermöglicht es uns, Europas ambitionierteste Gründer in einem einzigartig transformativen Moment weiter zu begleiten, während KI jede Branche neugestaltet. Wir haben Highland Europe 2012 als dauerhafte, gleichberechtigte Partnerschaft gegründet“, heißt es von Sam Brooks, Partner bei Highland Europe.

Exit & Börsengang

Zu den jüngsten Erfolgen von Highland zählen der Verkauf von Nexthink an eine Private-Equity-Gesellschaft für 3 Milliarden US-Dollar, der vereinbarte Verkauf von Huel an Danone, die 7,5 Milliarden US-Dollar schwere Fusion von EGYM und Playlist sowie der Börsengang von Bending Spoons (NASDAQ: BSP) mit einer Marktkapitalisierung von über 18 Milliarden US-Dollar.

Neue Partner

Neben dem Fonds VI, gibt es auch Neuigkeiten auf der Partner-Ebene. Die Highland-Investoren Helena Richardson und Jacob Berstein wurden zu Partnern befördert. Richardson kam 2016 zu Highland und hat unter anderem Unternehmen wie Ffern, ME+EM, Modulr und Huel unterstützt. Bernstein ist seit 2017 im Unternehmen und investiert in Enterprise-Unternehmen wie Unframe, Zero Networks, Oritain und Descartes Underwriting.

„Helena und Jacob haben in den vergangenen zehn Jahren jeweils dazu beigetragen, das Unternehmen aufzubauen, und ihre Beförderungen spiegeln wider, welch außergewöhnliche Investoren, Führungskräfte und Partner sie geworden sind“, so Brooks.

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