17.10.2022

Welche Schritte die OeKB im Bereich Sustainable Finance setzt

Im Sommer 2022 hat die Oesterreichische Kontrollbank AG ihren dritten Sustainability Bond mit einem Volumen von mehr als 500 Millionen Euro begeben. Im Podcast spricht OeKB-Vorständin Angelika Sommer-Hemetsberger, welche Ziele die OeKB mit dem Sustainability Bond verfolgt und welche weiteren Schritte im Bereich Sustainable Finance gesetzt werden.
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Angelika Sommer-Hemetsberger
Angelika Sommer-Hemetsberger | (c) OekB

Die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) ist auf den internationalen Kapitalmärkten nach der Republik Österreich die zweitgrößte heimische Emittentin. Am 6. Juli wurde der dritte Sustainability Bond mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Das finale Orderbuch umfasste dabei 110 Investoren aus insgesamt 18 Ländern. Die Netto-Emissionserlöse des Sustainability Bonds werden zu 61 Prozent zur Finanzierung von Umweltprojekten und zu 39 Prozent zur Finanzierung von Sozialprojekten verwendet. Im Podcast erläutert OeKB-Vorständin Angelika Sommer-Hemetsberger die Zielsetzung des Sustainability Bonds und nach welchen Richtlinien die Mittelvergabe erfolgt.

Der neue OeKB > ESG Data Hub

Zudem spricht Sommer-Hemetsberger über den im August gestarteten OeKB > ESG Data Hub. Dieser wurde unter Einbeziehung der österreichischen Kreditinstitute als eine zentrale Online-Plattform entwickelt, die einen effizienten und transparenten Austausch von ESG-Daten zwischen Banken und Unternehmen ermöglicht. Unternehmen können den OeKB > ESG Data Hub kostenlos nutzen und nach dem einmaligen Ausfüllen der Fragebögen entscheiden, welche Banken auf ihre ESG-Daten zugreifen dürfen, um beispielsweise die Bearbeitung von Kreditanträgen zu beschleunigen. Banken wiederum erhalten über die Online-Plattform strukturierte, standardisierte und harmonisierte ESG-Daten, die über eine API-Schnittstelle in ihre Systeme importiert werden können. 

Exportinvest Green

Seit 2019 setzt die OeKB gemeinsam mit dem Finanzministerium (BMF) mit „Exportinvest Green“ gezielte Anreize für Investitionen zur Umweltentlastung. Wer als österreichisches Exportunternehmen Investitionen tätigt, die die Umwelt entlasten und einen nachhaltigen Beitrag zur Umweltverbesserung leisten, profitiert davon. Wie dies im Detail erfolgt, erläutert Sommer-Hemetsberger im Podcast.


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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce

Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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