18.05.2026
AUSGRÜNDUNG

ÖAMTC-Venture-Studio: Pflege-Plattform Miina aus 120 Ventures ausgegründet

Das Wiener Startup Miina, eine Vermittlungsplattform für stundenweise Pflege und Betreuung, wird aus dem Venture Studio 120 Ventures ausgegründet. Künftig agiert das Unternehmen als eigenständige Miina Care FlexCo und plant den schrittweisen Ausbau seines Dienstes auf ganz Österreich.
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Miina Gründer Andrej Bielicky © ÖAMTC

Mit der Abspaltung von Miina aus dem Venture Studio 120 Ventures, dem Innovations- und Beteiligungsarm des ÖAMTC, soll das bisherige Projekt nun als eigenständiges Unternehmen am Markt positioniert werden. Ziel der Ausgründung ist es, nach der initialen Validierungsphase das Wachstum und die geografische Expansion der Vermittlungsplattform eigenverantwortlich voranzutreiben.

Digitales Matching für stundenweise Betreuung

Das Geschäftsmodell von Miina basiert auf der digitalen Vermittlung von Pflege- und Unterstützungskräften für den Einsatz im eigenen Zuhause der Klienten. Die Plattform richtet sich an Familien, die kurzfristig oder regelmäßig Hilfe im Alltag, Unterstützung im Haushalt oder pflegerische Leistungen benötigen – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt von Angehörigen. Das Angebot ist stundenweise und ohne langfristige vertragliche Bindung buchbar.

Nach Angaben des Startups wurden in der bisherigen Aufbauphase über 2.000 Leistungsstunden vermittelt. Zum offiziellen Marktstart als eigenständiges Unternehmen sind mehr als 100 geprüfte Pflege- und Betreuungskräfte registriert. Das Angebot beschränkt sich aktuell auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich und die Steiermark.

Strategische Pläne und Hintergrund von 120 Ventures

Mit der rechtlichen Verselbstständigung als FlexCo soll die Plattform nun weiterentwickelt werden. Laut Miina-Gründer und Geschäftsführer Andrej Bielicky liegt der Fokus in den kommenden Monaten darauf, das Netzwerk an qualifizierten Fachkräften auszubauen und die Vermittlungsprozesse technologisch zu beschleunigen. Langfristig ist die flächendeckende Verfügbarkeit in ganz Österreich das Ziel.

Sebastian Hermans, Geschäftsführer von 120 Ventures, sieht in der Abspaltung eine Bestätigung für das eigene Studio-Modell. Miina bewege sich in einem stark wachsenden Markt für CareTech. Durch die Ausgründung soll das Startup nun die nötige Flexibilität erhalten, um sich als eigenständiger Akteur im österreichischen Pflegesektor zu etablieren.

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V.l.n.r. LH Stv. Stephan Pernkopf, COO Gate Space Johannes Pammer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher | © NLK Filzwieser

Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.

Unabhängigkeit und Wertschöpfung

Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“

Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“

Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen

Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.

Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.

Der Beatconsat (Bildmitte) wurde von Gate Space im Auftrag des Verteidigungsministeriums entwickelt. | © brutkasten

Auf Space Factory folgt Ausbau von Space Hub

Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.

Space Region Lower Austria

In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.

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