16.08.2019

Salzburger Startup Ocean Maps erstellt 3D-Unterwasserkarten für Energieversorger

Das Salzburger Startup Ocean Maps erstellt in Kooperation mit der Salzburg AG dreidimensionale Unterwasserkarten für die Wasserkraftwerke des Energieversorgers. Die neue Technologie erlaubt genaueres Arbeiten unter Wasser – ganz ohne menschliche Augen.
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Ocean Maps, Salzburg AG, Energie, Kraftwerk
(c) Salzburg AG

Gemeinsam mit dem Salzburger Startup Ocean Maps, gegründet von Thomas Nemetz, hat die Salzburg AG ein neues Projekt ins Leben gerufen. Mit Hilfe von Drohnen und Sonargeräten werden dreidimensionale Unterwasserkarten für die Wasserkraftwerke des Energieversorgers erstellt. Diese werden mittels einer besonderen Technik angefertigt, die Sonar, Videoaufnahmen sowie Satellitenmaterial kombiniert. Mit diesen Visualisierungen können Ablagerungen unter Wasser vor den Kraftwerken geortet und mögliche Schäden an Wehranlagen aufgedeckt werden.

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Ziel: Zustand der Kraftwerksmauern erkennen

Mit der Technologie des Salzburger Startups wird die Umgebung und die Unterwasserwelt vor den Wehranlagen aufgenommen und gescannt. Ziel ist es, herauszufinden, wie viel Holz, Sand und Schotter sich unter Wasser abgelagert haben und welchen Zustand die Kraftwerksmauern aufweisen.

So funktioniert es: Eine Drohne misst die Oberfläche bis zum Wasserspiegel, während die Unterwasserwelt von einem speziellem Sonargerät vermessen wird. Das Ergebnis ist ein 3D-Modell, das Aufschluss über die Situation unter Wasser geben soll.

Technik von Ocean Maps ersetzt Mensch

„Vor dem Einsatz dieser digitalen Lösung mussten Taucher die Aufgabe übernehmen. Das gestaltete sich meist als sehr schwierig, da die Sicht unter Wasser sehr schlecht ist und die Taucher keine genauen Daten liefern konnten“, berichtet Markus Matschl, Leiter für erneuerbare Erzeugung der Salzburg AG, und fügt hinzu, „zudem waren die Tauchgänge sehr zeit- und kostenintensiv. Und die Mess-Ergebnisse waren meist nicht komplett zuverlässig.“

Ohne Menschenaugen unter Wasser arbeiten

Bisher wurde unter anderem beim Turbineneinlauf Wiestalstausee eine solches 3D-Modell erstellt, das feststellen konnte, wo Verlandungen vorkommen. Die Ergebnisse dieser Messung wurden vor Ort mit einem Bagger abgestimmt, der mittels GPS-Überwachung unter Wasser den Turbineneinlauf freiräumte – und das vollkommen ohne menschliche Sicht. „Durch diese neue Technologie können pro Jahr erhebliche Kosten und vor allem auch Zeit eingespart werden“, erklärt Leonhard Schitter, Vorstandssprecher der Salzburg AG.

Ocean Maps, Salzburg AG, Energie, Kraftwerk
(c) Ocean Maps – Das Salzburger Startup Ocean Maps konnte die Salzburg AG mit ihrer Unterwasser-Mess-Technik von sich überzeugen.

Teilnehmer der Innovation Challenge

Die Zusammenarbeit zwischen dem Energieversorger und dem Startup hat ihren Ursprung im letztjährigem Innovationsprogramm der Salzburg AG. „Ocean Maps präsentierte sich letztes Jahr im Rahmen der Innovation Challenge #3 und wir haben sofort das Potential erkannt. Gemeinsam mit dem Fachbereich Erzeugung, der für die Kraftwerke verantwortlich ist, wurde damals das Pilotprojekt umgesetzt“, erläutert Georg Baumgartner, Leiter des Bereichs Innovation der Salzburg AG.

Salzburg AG wandelt sich zum Tech-Unternehmen

Schitter sieht in dieser Zusammenarbeit einen weiteren wichtigen Schritt, den die AG geht: „Die Kraftwerke Sohlstufe-Lehen und Puch-Urstein wurden im ersten Schritt vermessen. Die Ergebnisse waren sehr vielversprechend und somit haben wir beschlossen, die Zusammenarbeit weiter fortzuführen und zu vertiefen. Die Kooperation mit Oceans Maps ist ein logischer Schritt und eine konsequente Fortentwicklung unserer Innovations- und Digitalisierungsstrategie. Die Salzburger AG wandelt sich so zu einem digitalen Technologieunternehmen.“

Aus dem Archiv: Video-Interview vom Innovation Summit der Salzburg AG zum Zukunftsbild 2030 mit Vorstandssprecher Leonhard Schitter und dem Zukunftsforscher Lars Thomsen


⇒ Zur Homepage des „Mapping-Startups“

⇒ Salzburg AG

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Das Silicon Valley ist nach wie vor das unangefochtene Epizentrum der globalen Tech-Welt. Ein Großteil des weltweiten Risikokapitals ist in der Region rund um San Francisco gebündelt. Für europäische Startups birgt der Markteintritt in den US-amerikanischen Raum jedoch erhebliche kulturelle wie strukturelle Hürden. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Arbeit von Michael Dobersberger an. Brutkasten hat ihm einen Tag lang in San Francisco über die Schulter geschaut.

Michael Dobersberger im Gespräch mit brutkasten-Redakteurin Ann-Kathrin Salmen vor der Bay Bridge in San Francisco. © brutkasten

Ein Ökosystem für den Aufstieg

Als Co-Direktor der Initiative Open Austria, einem Joint Venture der Wirtschaftskammer Österreich und des Außenministeriums, fungiert Dobersberger als strategischer Sparring-Partner vor Ort. Während die WKÖ-AußenwirtschaftsCenter in New York und Los Angeles das operative Tagesgeschäft im Exportgeschäft abwickeln, konzentriert sich das AußenwirtschaftsCenter in San Francisco unter seiner Leitung auf spezialisierte Formate.

„Ich sehe meine Aufgabe darin, Startups ready für das Silicon Valley zu machen, damit sie einen gewissen Startvorteil gegenüber anderen europäischen Startups haben“, erklärt Dobersberger im Gespräch. Sein Aufgabengebiet umfasst gezieltes Startup-Coaching für den US-Markteintritt sowie Innovation Scouting für etablierte Großunternehmen. Die Nachfrage ist hoch: „Allein heuer habe ich schon über 260 Unternehmen in einem meiner Programme gehabt.“

Die Teilnehmer:innen des GOUSA Kickoffs im Silicon Valley. © Michael Dobersberger

Das Mindset: Ja, wenn … statt Nein, weil …

Die kulturellen Gräben zwischen europäischen und US-amerikanischen Entrepreneurship-Zugängen erlebt Dobersberger täglich. Während hierzulande Risiken oft im Vordergrund stehen, herrscht in Kalifornien eine ausgeprägte Optimierungskultur.

Den zentralen Unterschied im Denkansatz bringt Dobersberger pragmatisch auf den Punkt: „In den USA heißt es: ‚Es kann funktionieren, wenn …‘, während in Europa oft gesagt wird: ‚Das funktioniert nicht, weil …‘“. Es gehe keineswegs darum, kritische Einwände zu ignorieren, sondern Geschäftsideen konstruktiv zu bewerten und Chancen in den Mittelpunkt zu rücken.

Schnelligkeit und ein realistischer Blick auf Fehler

Ein entscheidender Erfolgsfaktor am US-Markt sei die Umsetzungsgeschwindigkeit. „Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“, betont Dobersberger. Wer rasch am Markt testet, gewinnt wertvolles Feedback und kann Mitbewerber überholen.

Ergänzt wird dieses Tempo durch den vielzitierten Umgang mit dem Scheitern, der jedoch häufig missverstanden werde. Fehler seien zwar Teil der Lernkurve, dürften das Unternehmen jedoch nicht ruinieren. „Fail fast, fail often – and keep the price to a minimum“, bringt es Dobersberger auf den Punkt. Das bedeutet übersetzt so viel wie: „Scheitere schnell, oft und halte die Kosten dabei auf einem Minimum.“

Präzision fordert der Experte auch beim Markenauftritt und Produktstart. Zu langes Perfektionieren im Stillen sei gefährlich: „Wenn du nicht irgendwann sagst: ‚Mein erstes Produkt war so peinlich‘, dann bist du zu spät an den Markt gegangen“, veranschaulicht er eindrücklich.

Ein Großteil von Dobersbergers Arbeit besteht darin, Menschen miteinander zu vernetzen. © brutkasten

Die Matrjoschka-Logik beim Pitchen

Auch in der Kommunikation rät Dobersberger zu einer radikalen Vereinfachung. Statt technischer Details müsse in den ersten Sekunden das zugrundeliegende Problem im Fokus stehen. Dobersberger nutzt dafür das Bild einer umgekehrten Matrjoschka-Puppe.

„Die erste Matrjoschka ist die wichtigste – das ist dein Why“, erklärt er. Ziel der ersten 40 Sekunden sei es nicht, das gesamte Produkt zu erklären, sondern Neugier zu wecken und Folgetermine zu sichern. Wer zu tief ins Technische abgleite, verliere das Gegenüber rasch.

Menschen investieren in Menschen

Zudem entscheide die Persönlichkeit des Gründerteams oft mehr als die Technologie selbst. Das Feedback internationaler Investor:innen zeichne hier ein klares Bild: „Die Investoren investieren zu 90 Prozent ins Team und zu zehn Prozent in die Technologie.“ Starken Gründerpersönlichkeiten traue man eher zu, Märkte zu erschließen und Geschäftsmodelle bei Bedarf anzupassen.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, von der Schärfung der Story bis hin zur Vernetzung vor Ort, unterstützt Dobersberger heimische Gründer:innen dabei, im Silicon Valley nachhaltig Fuß zu fassen.

Dobersberger mit seinem ehemaligen indonesischen Diplomaten-Kennzeichen. Vor seiner Zeit in Amerika war er in Indonesien, Serbien und England tätig. © brutkasten
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