10.06.2022

NWX 2022: Das Festival zur Zukunft der Arbeit in Hamburg

Beim größten Event zur Zukunft der Arbeit im deutschsprachigen Raum dreht sich am 20. Juni alles um das Thema Unternehmens- und Arbeitskultur.
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Auf der NWX © Gordon Welters
Auf der NWX © Gordon Welters
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Wohin entwickelt sich die Arbeitswelt von morgen? Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur und wie gestalten wir eine Arbeitskultur, die Mitarbeiter zufriedener und Unternehmen erfolgreicher macht? Diese und mehr Fragen beantwortet die NEW WORK Experience, die bereits zum fünften Mal in der spektakulären Kulisse der Hamburger Elbphilharmonie stattfindet. Beim größten Event zur Zukunft der Arbeit im deutschsprachigen Raum dreht sich am 20. Juni alles um das Thema Unternehmens- und Arbeitskultur. Neben inspirierenden Speakern und spannenden Diskussionsrunden wartet ein musikalisches Rahmenprogramm mit vielfältigen Acts auf rund 2000 Teilnehmer:innen:

Unterhaltungsgeladenes Festival zur Neuen Arbeit

Ganz nach dem Motto „Mehr Experience, weniger Conference“ setzt die NWX22 auf noch mehr Festival-Charakter mit inspirierenden Formaten. Auf mehr als 10 Bühnen vermitteln die rund 100 Speaker Inspiration und konkrete Unterstützung in den Bereichen Innovation, unternehmerischer Erfolg, Remote Work, Führung und Recruiting. Die Tipps zur Umsetzung im Arbeitsalltag kommen von inspirierenden Pionieren, spannenden Start-Ups, Großunternehmern und der Generation Z.

Die Highlights umfassen unter anderem das Auftaktgespräch des renommierten Philosophen Richard David Precht über das Ende der Arbeit, wie wir sie kennen und den Vortrag der Unternehmensanthropologin Jitske Kramer zur Rolle von Kultur in der Arbeitswelt. Außerdem dürfen sich die Besucher:innen auf die Keynote von Shi Heng Yi, dem Headmaster des Shaolin Temple Europe oder den Vortrag von US-Bestseller-Autor John Strelecky freuen. Sandra Bascha, Leitung Kommunikation Österreich NEW WORK SE ist sich sicher: „Der Mix aus Pioniergeist und Innovationskraft lässt am Abend nach der Veranstaltung jeden mit reichlich Ideen und dem Mut, neue Dinge auszuprobieren, nach Hause gehen“.

Ein musikalisches Rahmenprogramm mit vielfältigen Acts wie der Surpopband Planschemalöör, dem Pianisten und ECHO-Klassikpreisträger Alexander Krichel oder dem Geschwisterpopduo Hundreds sorgt für ausgelassene Festival-Stimmung.

Jetzt noch die letzten Tickets für die NWX22 sichern

Tickets gibt es auf der Festival-Website. Mit dem Code NWXSPECIAL10 gibt es minus zehn Prozent, solange der Vorrat reicht. Für Gruppen gibt es ebenso ein attraktives Rabattpaket: zehn NWX-Tickets für den Preis von acht oder fünf Tickets für den Preis von vier. Interessierte Gruppen können hierzu ein Mail an [email protected] schicken.

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Fawks AI
© LinkedIn/Canva - Neha Agarwal, Co-Founderin Fawks AI.

Eigentlich geht es hier nicht um ein Startup aus Indien, aber dennoch muss es kurz erwähnt werden: über 86 Millionen US-Dollar Umsatz, eine geschätzte Firmenbewertung von 200 Millionen US-Dollar, 500 Mitarbeiter:innen. Und das gebootstrapped. Das ist die Geschichte des indischen Proptech Housiey. Gegründet wurde es 2016 von Neha Agarwal und ihrem Bruder Ankit.

Problem Intransparenz

Der Ausgangspunkt der Geschwister damals war ein Markt, in dem es zwar viele Immobilienportale gab, aber es aufgrund laxer Regulierung immer wieder zu Fällen kam, in denen Makler:innen Objekte zu Preisen anboten, die vom tatsächlichen Endpreis stark abwichen. Auch Angaben zu Steuern, Regulierung und Mindestpreisen fehlten und Käufer:innen zahlten häufig zu viel für Immobilien.

Darin sahen die beiden eine Marktlücke. So bauten sie eine Plattform, auf der Bauträger direkt vertreten sind. Ihr Bruder übernahm als CEO den Vertrieb, Agarwal verantwortete die gesamte Technik. Dazu gehörte die Suchmaschinenoptimierung, die die heute in Wien lebende Gründerin als einen der Eckpunkte für den investorenlosen Erfolg nennt. „Housiey sollte bei Google gut ranken, ohne viel Geld für Werbung auszugeben. Das war noch vor dem KI-Zeitalter“, sagt sie. Außerdem entwickelte Agarwal den Anmeldeprozess für Nutzer:innen und setzte zu Beginn auf YouTube-Kanäle, um Immobilien zu präsentieren.

Der andere zentrale Faktor für Erfolg war die Transparenz: Nutzer:innen sollen alle Informationen zu einer Immobilie in einem durchgängigen Ablauf sehen können, vollständig und korrekt. „Das schafft Vertrauen und sie tappen nicht in eine Falle“, so Agarwal.

Von Indien nach Österreich: Fawks AI entsteht

2012 endete das Kapitel Indien und die Founderin kam für einen Job bei den Vereinten Nationen nach Österreich (IAEA). Eigentlich war ein Aufenthalt von sechs Monaten geplant, doch sie blieb, wechselte danach in einen Job bei einem anderen Unternehmen und kündigte dort schließlich, um gemeinsam mit COO Arun Gaurav Fawks AI in Wien zu gründen.

© zVg – Neha Agarwal und Arun Gaurav.

Das Wiener KI-Startup entwickelt eine eigene Speech-Engine zur Kundenkommunikation: eine KI, die Telefonanrufe im Kundensupport wie ein Mensch führen soll und sich an Unternehmen richtet. Erste Tests mit zahlenden Kund:innen laufen bereits.

aws-Förderung

Dafür erhielt das Startup eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro von der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Förderprogramms aws Preseed | Deep Tech. Damit soll die Kerntechnologie mit dem Codenamen HIVE vom Konzept zu einem produktionsreifen Prototyp weiterentwickelt werden. Im vergangenen Jahr wurde Fawks AI zudem für den ersten Venture-Cake-Jahrgang von weXelerate, dem Wiener Startup-Accelerator, als eines von acht Startups bei 150 Bewerbungen ausgewählt. Ein möglicher Grund dafür: eine sprachliche Besonderheit von Fawks AI.

„Wir haben festgestellt“, präzisiert Agarwal, „dass es bei der deutschen Sprache auf den Dialekt ankommt, etwa Vorarlbergerisch oder Wienerisch. Im Benchmarking lag die Erkennungsrate nur bei 68 Prozent. Wir haben überall gesucht, aber kein Spracherkennungsmodell gefunden, auch nicht in Europa, sondern nur US-Modelle. Wenn ein Anruf zum Beispiel eine Bankangelegenheit betrifft und eine IBAN genannt wird, wird die Nummer nicht korrekt erkannt, und der nächste Workflow wird nicht ausgelöst. Viele große Unternehmen können KI deshalb nicht richtig einsetzen, weil die Spracherkennung nicht gut genug ist.“

Deswegen deckt Fawks AI Standarddeutsch, Wienerisch und Österreichisch-Bairisch ab, und adressiert auch Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache, sondern in der Schule gelernt haben. Künftig möchte man noch Schweizerdeutsch in die Anwendung implementieren.

Damit ist Fawks AI nicht allein und bewegt sich hierzulande in einem Feld, mit großer Konkurrenz wie fonio, KI-Note oder NeedNect. Doch es gibt einen Grund, warum man sich für Wien entschieden hat.

„Ernst genommen“

„Österreich hat uns ernst genommen, bevor es andere taten“, sagt Agarwal. „Die Förderung ist ein Signal, dass die aws bereit ist, anspruchsvolle Ingenieursprobleme zu unterstützen, nicht nur Anwendungen. Europäische KI-Infrastruktur lässt sich nicht mit amerikanischen Standardwerkzeugen aufbauen. Das hat die aws verstanden, und ihre Jury ebenso. Wir sind dankbar für das Vertrauen.“

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