25.08.2016

NuTonomy testet weltweit erste Robotertaxis

Während man gespannt darauf wartete, dass Uber die ersten Testfahrten mit Roboter-Taxis druchführen würde, überraschte ein viel weniger bekanntes Unternehmen nun die Community. Am Donnerstag fuhr das Startup NuTonomy zum weltweit ersten Mal Fahrgäste mit selbstfahrenden Taxis durch einen Geschäftsbezirk in Singapur.
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(c) nutonomy - facebook: Das Auto fährt fahrerlos durch Singapur.

Gewissermaßen ist es ein Autorennen, das zwischen Konzernen und Startups derzeit abläuft: Ein Wettbewerb um die ersten verkehrstauglichen selbstfahrenden Taxis. Als Favorit des Rennens galt bis vor kurzem das Fahrtendienstunternehmen Uber. Anfang August hatte es angekündigt, in diesem Monat Test mit selbstfahrenden Wagen in Pittsburg durchführen zu wollen. Während die Medienwelt gespannt darauf wartete, überholte beinahe unbemerkt das Startup NuTonomy. Bei dem Junguntrnehmen handelte sich um ein erst drei Jahre altes Spin-off zweier Forscher des Massachussets Insitute of Technology (MIT).

Redaktionstipps

Wettbewerbsvorteil dank gratis Tests

Am Donnerstag konnten ausgewählte Einwohner des Stadtstaates Singapur die selbstfahrenden Taxis zum ersten Mal testen. Das Experiment ist momentan noch auf den nur 2,5 Quadratkilometer kleinen Geschäftsbezirk One-North beschränkt, wo die Fahrzeuge im Geheimen seit April getestet wurden.
In Aktion sind umgerüstete Modelle der Firmen Renault und Mitsubishi, jedes Auto hat einen NuTonomy-Entwickler mit an Bord, der im Notfall das Steuer übernehmen kann. Durch die kostenlosen Testfahrten möchte das Startup Daten und Erfahrungen sammeln, die ihm einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz ermöglichen sollen. Immerhin hat es sich NuTonomy zum Ziel gesetzt, bis 2018 das erste vollautomatische Robo-Taxi auf die Straßen zu bringen.

Die singapurische Regierung hat das Projekt bereits finanziell unterstützt, da das Land eine Schwerpunkt auf die Etablierung neuer Technologien setzt. Auch in London und Michigan sind Testfahrten geplant.

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© ESA/NASA

Astronaut:innen trainieren auf der Internationalen Raumstation (ISS) täglich bis zu zweieinhalb Stunden, um dem Abbau von Muskeln und Knochen in der Schwerelosigkeit entgegenzuwirken: Laufband, Ergometer und ein eigens entwickeltes Widerstandsgerät gehören zum Pflichtprogramm. Ob elektrische Muskelstimulation (EMS) dieses Training wirksamer machen kann, untersucht das Experiment „EasyMotion-2″ der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Charité Berlin. Die französische ESA-Astronautin Sophie Adenot trägt dafür einen Trainingsanzug von EasyMotionSkin, einem Unternehmen mit operativer Zentrale in Reith bei Seefeld in Tirol.

Sechs Wochen Training mit Elektroden

Adenot hat am 17. Juli 2026 im Rahmen ihrer Langzeitmission „εpsilon“ begonnen, mit dem Anzug auf der ISS zu trainieren. Das war der Startschuss für ein sechswöchiges Programm zur Stärkung ihrer Skelettmuskulatur. Der Anzug gibt über integrierte Elektroden niederfrequente Impulse an die Muskulatur ab und soll so den Trainingseffekt der regulären Einheiten erhöhen. Für den Einsatz im All wurde das System von der OHB System AG angepasst und qualifiziert. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Dieter Blottner vom Zentrum für Weltraummedizin und Extreme Umwelten der Charité, das Europäische Astronautenzentrum (EAC) der ESA unterstützt das Experiment.

Das Ziel reicht über die ISS hinaus: Die Daten sollen laut DLR dazu beitragen, EMS-Training fest in den Alltag von Astronaut:innen zu integrieren und damit künftige Reisen zum Mars sicherer zu machen. Eine solche Mission würde rund zwei Jahre dauern, wobei die Crew nach etwa neun Monaten Flug in Schwerelosigkeit den Planeten selbstständig betreten und dort arbeiten müsste. Muskelschwund auf dem Hinweg ist dabei eines der zentralen medizinischen Probleme.

Zweiter Anlauf nach Matthias Maurer

Es ist nicht der erste Einsatz des Anzugs im All. Während der ESA-Mission „Cosmic Kiss“ (2021 bis 2022) trainierte der deutsche Astronaut Matthias Maurer bereits mit dem System, brutkasten berichtete damals. „Es ist bemerkenswert zu sehen, welche bedeutenden Fortschritte die Entwicklungsteams seit der ersten Mission bei der Optimierung des Anzugkonzepts für den Einsatz auf der Raumstation erzielt haben. Ich freue mich sehr, dass wir EasyMotion-2 nun gemeinsam mit Sophie Adenot weiterführen können“, sagt Julia Weis, LEO (Anm. Low Earth Orbit) & Suborbital Utilisation Team Leader bei der ESA.

Adenot, Jahrgang 1982, ist Hubschrauberpilotin der französischen Luftwaffe und Luftfahrtingenieurin. Seit November 2022 gehört sie dem Europäischen Astronautenkorps an, ihre Grundausbildung schloss sie im April 2024 ab.

Was auf der Erde davon bleibt

Die Erkenntnisse aus dem All sollen auch in Trainings-, Therapie- und Präventionskonzepte auf der Erde einfließen, von der Rehabilitation bis zur Prävention altersbedingter Veränderungen. Das ist auch die Perspektive von Christian Jäger, dem Tiroler Unternehmer und Investor hinter EasyMotionSkin: „Entscheidend ist für mich aber ebenso der Nutzen auf der Erde: EasyMotionSkin soll Menschen dabei unterstützen, effizient zu trainieren, ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und etwas für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu tun. Die Erkenntnisse aus dem Einsatz unter Extrembedingungen können dazu beitragen, die Technologie weiterzuentwickeln und damit auch vielen Menschen auf der Erde zugutekommen.“

EasyMotionSkin wurde von Dirk Fritzsche gegründet. Jäger, 2023 auch als Investor bei „2 Minuten 2 Millionen“ zu sehen, war zunächst mit einem kleinen Investment eingestiegen, bevor er die Firma gänzlich übernahm. Heute ist EasyMotionSkin nach eigenen Angaben Teil der deutschen milon group.

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