18.07.2022

Nox Cycles: Millioneninvestment für Berliner Startup, das im Zillertal E-Mountainbikes baut

In Berlin gegründet produziert Nox Cycles in Tirol. Die Wiener Tauros Capital investiert siebenstellig in Form von Nachrangkapital.
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Nox Cycles - Produktion der E-Mountainbikes im Zillertal
Produktion der E-Mountainbikes im Zillertal | (c) Nox Cycles

Es gibt einige Fälle von Österreicher:innen, die ihr Glück mit ihrer Geschäftsidee in der Startup-Metropole Berlin versuchen – das bekannteste Beispiel sind sicher die N26-Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal. Es gibt gelegentlich aber auch den umgekehrten Fall. Einer davon ist der Berliner Gründer Carsten Sommer. Er hat sein Startup Nox Cycles zwar in Berlin gegründet. Das „Herz“ des Unternehmens – ein neues Firmengebäude, in dem auch die Produktion der vom Startup entwickelten E-Mountainbikes stattfindet – ist aber in Schlitters im Tiroler Zillertal.

„Wir von Nox Cycles verstehen uns als High-Tech E-Bike Manufaktur“, erklärt der Gründer in einer Aussendung. Vertrieben werden die Fahrräder aktuell ausschließlich über den Fachhandel. Entwicklung und Konstruktion passieren am Standort Berlin.

Siebenstellige Kapitalspritze für Nox Cycles ohne Anteilsabgabe

Nun holte sich Nox Cycles eine nicht näher bezifferte siebenstellige Kapitalspritze. Das Geld kommt von der auf Revenue-based Financing spezialisierten Tauros Capital aus Wien. Diese kauft keine Anteile des Startups, sondern vergibt Nachrangkapital. Dabei übernimmt das Unternehmen weder Geschäftsanteile noch eine Gesellschafterstellung, sondern ist für einen festgelegten Zeitraum (üblicherweise fünf bis sieben Jahre) zu einem vereinbarten Prozentsatz am Unternehmensumsatz beteiligt.

Christof Neuner von Tauros Capital kommentiert: „Wir sehen für die coolen E-Bikes von Nox Cycles großes internationales Potenzial. Neben dem großartigen Design war uns besonders wichtig, dass wir von Kunden und Fachhändlern sehr positives Feedback zu den Rädern erhalten haben. Das Unternehmen ist sehr gut geführt und die Auftragsbücher sind für die nächsten Jahre bereits sehr gut gefüllt“. Er erwarte, dass E-Mobilität und Naturverbundenheit in den nächsten Jahren noch wichtiger würden, so Neuner: „Daraus ergeben sich auch in den kommenden Jahren bemerkenswerte Wachstumschancen für das Unternehmen“.

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(c) Startups for Europe
(c) Startups for Europe

Bislang wurde Startup-Europa durch zwei Organisationen auf europäischer Ebene vertreten: Das European Startup Network (ESN) fungierte primär als Dachverband der nationalen Startup-Organisationen wie etwa AustrianStartups in Österreich. Allied for Startups, dessen Netzwerk auch mehrere außereuropäische Organisationen umfasst, trat als Interessensvertretung für Startup-politische Anliegen auf EU-Ebene auf. Nun schlossen sich die beiden Verbände zu „Startups for Europe“ mit Sitz in Brüssel zusammen.

„Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen“

Die Mission sei mutig und einfach: Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen, heißt es in einer Presseaussendung zum Start. In dieser werden einmal mehr die bekannten Probleme europäischer Startups thematisiert: mangelndes Risikokapital, Bürokratie, Fragmentierung und die aus all dem resultierende Abwanderung von Startups. „Das ist kein Schicksal, sondern ein Regelwerk – und Regeln können neu geschrieben werden“, konstatiert man bei Startups for Europe.

„Durch den Zusammenschluss machen wir aus der Erfahrung von Tausenden Gründer:innen echtes politisches Gewicht. Europa hat alles, was es braucht, um führend zu sein. Jetzt muss es seine Gestalter:innen bauen lassen“, kommentiert Simon Schaefer. Der bisherige Allied-for-Startups-Präsident ist nun Präsident von Startups for Europe. Schaefer war auch Co-Initiator der Initiative EU-INC. Ein weiterer Co-Initiator, der gebürtige Österreicher Andreas Klinger, ist nun auch Teil des neu gebildeten Vorstands von Startups for Europe – ebenso wie AustrianStartups-CEO Hannah Wundsam.

Wundsam: „Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken“

Wundsam kommentiert auf brutkasten-Anfrage: „Die EU-INC-Initiative hat gezeigt: Echte Reformen in Europa brauchen eine starke, klare Stimme von außen. Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken. Auch nicht in der Politik. Die Rahmenbedingungen für Startups werden in Brüssel gesetzt. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam unüberhörbar sagen, was sich ändern muss, damit Europa der Ort wird, an dem die Zukunft gebaut wird.“

Konkrete und übergeordnete Ziele altbekannt

Die Umsetzung der paneuropäischen Rechtsform EU Inc. ist auch – wie nicht anders zu erwarten – eines der zentralen konkreten Anliegen der neuen Dachorganisation. Daneben nennt man den European Innovation Act, die Spar- und Investitionsunion und die Regulierung von KI und dem digitalen Bereich als konkrete Bereiche, die priorisiert werden sollen. Die übergeordneten Ziele überraschen ebenso wenig: ein echter europäischer Binnenmarkt für Startups, mehr verfügbares Kapital und das Ziel, Frontier-Technologien tatsächlich am Kontinent zu Größe zu bringen.

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