05.03.2026
INVESTMENT

novventos: Halbe Million Euro Investment für neues GreenTech-Startup des Agilox-Gründers

Das oberösterreichische GreenTech-Startup novventos entwickelt hybride Kraftwerke mit vertikalen Windturbinen. Nun schließt das Gründerteam rund um Agilox-Gründer Franz Humer eine Seed-Runde über rund 500.000 Euro ab. Als Investor und operativer CFO steigt der ehemalige Raiffeisen-Beteiligungsmanager Werner Ramsebner ein.
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Das novventos-Management vor dem firmeneigenen Windkanal vlnr.: Franz Humer, Werner Ramsebner, Andreas Wieneroither, Michael Penetsdorfer | (c) novventos
Das novventos-Management vor dem firmeneigenen Windkanal vlnr.: Franz Humer, Werner Ramsebner, Andreas Wieneroither, Michael Penetsdorfer | (c) novventos

Mit Agilox hat Franz Humer bereits einmal ein Scaleup aufgebaut und erfolgreich verkauft. 2021 übernahm der US-Investor Carlyle die Mehrheit am Robotik-Unternehmen. Seit 2023 arbeitet Humer gemeinsam mit seiner Frau Monika und den Co-Foundern Bernhard Fellner, Michael Penetsdorfer, Michael Brandlmayr und Andreas Wieneroither an einem neuen Startup: dem GreenTech novventos, das seinen Sitz im oberösterreichischen Neukirchen bei Lambach hat.

Das Startup forscht an effizienten Vertikalachs-Rotoren und entwickelt hybride Kraftwerke für den stationären und mobilen Einsatz, die Wind- und Solarenergie kombinieren. Gesteuert werden die Anlagen durch die unternehmenseigene, KI-gestützte Betriebssoftware „TurbianOS“.

Ex-Invest-AG-Manager wird CFO und Investor

Nun vermeldet novventos den Abschluss einer Finanzierungsrunde. Wie Humer gegenüber brutkasten erklärt, beläuft sich diese „Pre-Series-A“-Runde auf knapp 500.000 Euro. Neben frischem Kapital der bestehenden Gesellschafter beteiligt sich der Unternehmensberater und langjährige Invest-AG-Manager Werner Ramsebner. Er begleitete das Startup bereits seit einiger Zeit in strategischen Finanzfragen und übernimmt nun operativ die Rolle des CFO.

Für Humer ist der Einstieg des erfahrenen Beteiligungsmanagers ein wichtiges Signal: „Dass Werner Ramsebner ins Unternehmen einsteigt, ist ein Ritterschlag für uns“, so der CEO. Denn als Investor mit derart viel Erfahrung im Beteiligungsmanagement habe dieser den Markt, die Produkte und das Team genau analysiert, bevor er sich zum Einstieg entschied. Ramsebner selbst kommentiert in einer Aussendung zum Investment: „Ich begleite novventos seit mehreren Monaten und bin überzeugt vom Team und der Technologie. Die Beteiligung ist für mich der logische nächste Schritt.“

Eigener Windkanal und prominente Partner

Von 2023 bis Mitte 2025 lag der Fokus von novventos laut Gründer Humer vollständig auf Forschung und Entwicklung. „Wir haben das im Prinzip aus eigenen Mitteln finanziert“, erzählt der CEO. In dieser Phase baute das mittlerweile achtköpfige Team unter anderem einen eigenen Windkanal auf.

So sehen die Kleinkraftwerke von novventos aus | (c) novventos
So sehen die Kleinkraftwerke von novventos aus | (c) novventos

Unterstützung holte sich das Startup zudem über strategische Partnerschaften, unter anderem mit Siemens im Bereich Generatoren. Die Kärntner PMS-Gruppe wiederum zeichnet im Bereich Engineering- und Fertigung für den gesamten Schaltanlagenbau der Turbinen verantwortlich und soll künftig auch Vertriebsaufgaben und das Projektgeschäft übernehmen.

Internationaler Fokus: USA und Europa im Visier

Mit einem laut Humer „zu 85 Prozent fertigen Produkt“ bereitet sich das Unternehmen nun auf den Go-to-Market vor. Das frische Kapital soll primär in den Ausbau des Teams und den Markteintritt fließen. „Wir haben mit Anfang März bereits zwei neue Mitarbeiter eingestellt“, sagt Humer. Man wolle nun intensiv in den Markt investieren.

Der Fokus liegt dabei klar auf der internationalen Expansion. Laut dem Gründer ist der österreichische Markt für Kleinwindkraft „unspektakulär“. Stattdessen kann novventos bereits konkrete Kooperationen in Portugal und Kroatien vorweisen. Bereits vor einem Jahr wurde zudem eine Tochtergesellschaft in den USA gegründet. Mittlerweile habe man – unter anderem durch Messeauftritte – auch in Nordamerika viele Anfragen generiert.

Trotz der aktuell teilweise herausfordernden politischen Rahmenbedingungen in den USA gibt sich Humer im Interview strategisch gelassen: „Investieren muss man zyklisch. Wenn die Rahmenbedingungen gerade nicht ideal sind, macht man das Produkt fertig. Und wenn sich die Zeiten wieder ändern, ist man vorne mit dabei.“. Der offizielle Marktstart von novventos ist für September 2026 im Rahmen der Wind Energy Messe in Hamburg angesetzt.

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Vl.: Georg Reich, CFO/COO Checkyeti, Timothée de Roux, CEO Manawa, Jakob Keller, CEO Checkyeti | (c) Checkyeti
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Medial war es in den vergangenen Jahren eher ruhig rund um den Wiener Outdoor- und Nature-Activity-Marktplatz Checkyeti. Brutkasten berichtete zuletzt 2019 über eine Vier-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde. Seitdem hat sich dem Vernehmen nach jedoch einiges getan, wie öffentlich einsehbaren Firmendaten zu entnehmen ist.

So dürfte es etwa 2024 eine größere Finanzierungsrunde gegeben haben – in diesem Jahr kam es zu einer signifikanten Anteilsverschiebung zur oberösterreichischen Investmentgesellschaft Bamberger GmbH und einer deutlichen Steigerung des im Jahresabschluss ausgewiesenen Eigenkapitals. Zudem verließ in dem Jahr Co-Founder Stefan Pinggera das Unternehmen. Georg Reich hingegen ist nach wie vor Geschäftsführer – mittlerweile gemeinsam mit Jakob Keller. Im jüngsten einsehbaren Jahresabschluss 2024/2025 steht weiterhin eine Vergrößerung des Bilanzverlusts um fast drei Millionen Euro zu Buche, was auf Verluste in der Höhe hindeutet. Gleichzeitig stiegen die liquiden Mittel deutlich.

Zwei „sehr komplementäre“ Unternehmen

Nun gab Checkyeti aber die Übernahme eines französischen Konkurrenten bekannt. Mit der 2021 in Paris gegründeten Alentour SAS kauft das Wiener Unternehmen den Marktplatz Manawa auf, der ebenfalls auf Outdoor- und Nature-Aktivitäten spezialisiert ist. Dabei bringe man „zwei sehr komplementäre“ Unternehmen zusammen, wird betont. „Die Transaktion bringt nicht nur eine Vergrößerung des Unternehmens, sondern vereint sich ergänzende geografische Stärken, Produktportfolios, Technologien und langjährige Beziehungen zu Anbietern und schafft so eine stärkere Plattform für Kund:innen, Anbieter von Aktivitäten und Reiseziele gleichermaßen“, heißt es dazu.

Französische Banque des Territoires finanziert Deal mit

Über das Volumen des Deals gibt es keine Auskunft. Der Deal werde teilweise über die französische Banque des Territoires finanziert, die bereits zuvor Manawa finanzierte und nun auch Anteilseigner der Gruppe wird. Die Marke Manawa soll innerhalb der Gruppe erhalten bleiben, das Unternehmen weiterhin eigenständig agieren – aber im Rahmen einer intensiven Zusammenarbeit. Gemeinsam biete man nun ein Netzwerk von mehr als 8.000 Anbietern in ganz Europa mit Zugang zu mehr als 27.000 Outdoor- und Naturerlebnissen und schaffe damit den größten spezialisierten Marktplatz für Outdoor- und Naturaktivitäten auf dem Kontinent.

„Wir können nun die Zukunft unserer Branche aktiv mitgestalten“

„Diese Transaktion spiegelt die Position wider, die Checkyeti in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Wir können nun die Zukunft unserer Branche aktiv mitgestalten, anstatt nur an ihr teilzunehmen. Unsere Ambition geht weit über den Zusammenschluss zweier erfolgreicher Unternehmen hinaus“, kommentiert Checkyeti-CEO Jakob Keller. Und Co-Founder und COO Georg Reich meint: „Manawa ist eine hervorragende strategische Ergänzung, die komplementäre Stärken, tiefes lokales Fachwissen und vertrauensvolle Beziehungen zu Anbietern einbringt. Gemeinsam können wir mehr in den digitalen Vertrieb, die KI-gestützte Kundenakquise, Automatisierung und das Kundenerlebnis investieren und gleichzeitig einen deutlich größeren Mehrwert sowohl für Anbieter als auch für Reisende schaffen.“

Manawa-CEO Timothée de Roux sagt: „In den vergangenen Jahren haben wir eine starke Plattform und vertrauensvolle Beziehungen zu Tausenden von Erlebnisanbietern in ganz Europa aufgebaut. Teil von CheckYeti zu werden, gibt uns die Größe, die Technologie und die Ressourcen, um diesen Weg zu beschleunigen und noch mehr Mehrwert für unsere Partner und Kunden zu schaffen.“

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