04.09.2025
INVESTMENT

Novasign: Wiener Biotech-Startup holt Millionen-Investment aus den USA

Das Wiener Biotech-Startup Novasign holt sich ein Millioneninvestment aus den USA. Wo das frische Kapital reinfließt und was zukünftig noch geplant ist, verrät CEO und Co-Founder Mark Duerkop gegenüber brutkasten.
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Das © Novasign-Team.

Das Wiener Biotech-Startup Novasign, 2019 als Spin-off der BOKU Wien gegründet, hat sich auf die Optimierung von Bioprozessentwicklung durch Modellierungslösungen spezialisiert. Das Unternehmen spricht damit Kunden aus unterschiedlichen Bereichen an – von Biopharmazeutika über Enzymproduktion und kultivierte Lebensmittel bis hin zur akademischen Forschung.

Das neueste Tool brachte Novasign 2023 mit dem „Digital Twin“ auf den Markt. Mit dieser Desktop-Anwendung können für Pharma-, Enzym- und Cultured-Food-Prozesse digitale Zwillinge erstellt werden – virtuelle Nachbildungen, die Entwicklungszeiten und Laboraufwand um bis zu 70 Prozent reduzieren sollen. Kunden würden so von schnelleren Markteinführungen, geringeren Entwicklungskosten und erhöhter Prozessstabilität profitieren.

FFG-Förderung

Bisher finanzierte sich Novasign aus eigenen Mitteln und Projekterlösen, ergänzt durch öffentliche Förderungen wie beispielsweise durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). „Diese Kombination aus Eigenleistung und staatlicher Unterstützung hat es uns ermöglicht, unsere Plattform unabhängig aufzubauen und gleichzeitig wissenschaftliche Exzellenz in marktfähige Spitzentechnologie zu überführen“, so CEO und Co-Founder Mark Duerkop gegenüber brutkasten.

„Strategische Allianz“

Nun öffnet sich das Startup erstmals für externes Kapital: Das börsennotierte US-Tech-Unternehmen Repligen Corporation steigt mit einem Millioneninvestment ein. Die genaue Summe wurde nicht bekannt gegeben.

Nach dem Investment sind die Unternehmensanteile wie folgt aufgeteilt:

Neben Repligen Corporation und CEO Duerkop sind auch die restlichen Co-Founder Roger Dalmau Diaz (CTO), Gerald Striedner und Martin Mayer beteiligt.

Das Gründerteam von Novasign. | © Xavier Laiz Diaz

Der Investor dient nicht nur als Geldgeber, sondern auch Partner in einer „strategischen Allianz“, um gemeinsam die Digitalisierung der globalen Biotechnologieindustrie voranzutreiben. „Gemeinsam mit Repligen können wir unsere Lösungen weltweit skalieren und der Industrie neue digitale Werkzeuge an die Hand geben“, so Duerkop. Das frische Kapital soll vor allem in die Skalierung und Internationalisierung fließen – genauer gesagt in „einen ausgewogenen Mix aus Marketing und Vertrieb, um unsere internationale Präsenz auszubauen“, so Duerkop. Gleichzeitig wolle man die Plattform leistungsfähiger und nutzerfreundlicher machen.

Kunden wie Takeda und Boehringer Ingelheim

Laut eigenen Angaben verzeichnet Novasign seit Jahren ein „starkes Wachstum“ mit einem dreistelligen prozentualen Umsatzwachstum pro Jahr. Zu ihren Referenzkunden zählen Pharmaunternehmen wie Takeda und Boehringer Ingelheim. Mehr als 30 Kundenprojekte wurden bisher abgeschlossen. 2024 gewann das Startup zudem gleich zwei Staatspreise: den „Innovation Econovius“ und „Consulting und IT Staatspreis“.

Internationalisierung mit Fokus auf USA

Nun konzentriert man sich bei Novasign auf die Internationalisierung, besonders in die USA. „Dort sehen wir die stärkste Nachfrage nach digitalen Lösungen, die Entwicklungszeiten verkürzen und Kosten reduzieren“, sagt Duerkop. Auch in Asien werden parallel die Marktchancen getestet. „Langfristig wollen wir uns als globaler Standard für modellbasierte Prozessentwicklung und digitale Zwillinge etablieren“, ergänzt er.

Das globale Netzwerk von Repligen bezeichnet Duerkop dabei als „entscheidenden Hebel“ für die Expansionspläne. Durch Zugänge zu bestehenden Vertriebskanälen, Industriekontakten und Marktexpertisen könnten sie ihre Lösungen „schneller und effizienter international ausrollen, als es uns alleine möglich wäre“, sagt Duerkop abschließend.

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Hermann Erlach | (c) SAP
Hermann Erlach | (c) SAP

Hermann Erlach startet mit Heute, 1. Oktober, als Regional Managing Director für Mittel- und Osteuropa von SAP. Das gab der deutsche Tech-Konzern heute bekannt. Erlach verantwortet damit in 24 Ländern in Zentraleuropa, Osteuropa und Zentralasien das SAP-Geschäft. Seinen Dienstsitz hat er in Wien.

Erlach war bislang General Manager von Microsoft Österreich. Erst vor einer Woche ist seine Ablösung durch Joachim Franz kommuniziert worden, wie brutkasten berichtete. Erlach verriet dazu auf LinkedIn bereits, dass er eine internationale Rolle außerhalb des Konzerns annehme, ließ aber zunächst offen, welche.

Erlach bereits von 2008 bis 2015 bei SAP

Bei SAP ist der Manager kein Neuling. Bereits zwischen 2008 und 2015 arbeitete er dort in unterschiedlichen Führungspositionen in den Bereichen Vertrieb, Dienstleistungen, Kundenbindung und Geschäftstransformation auf nationaler und regionaler Ebene. Aus Führungsrollen in anderen Unternehmen bringe er zudem Erfahrung in den Bereichen Unternehmensberatung, Technologiedienstleistungen, Unternehmensvertrieb und organisatorische Transformation mit, betont man bei SAP.

„Hermann Erlach vereint SAP-Expertise mit internationaler Führungserfahrung und einem starken Fokus auf Transformation und verantwortungsvolle KI“, kommentiert Alex Kläger, Präsident von SAP für Mittel- und Osteuropa. „Sein kunden- und mitarbeiterorientierter Führungsstil wird Unternehmen in der gesamten Region dabei helfen, Investitionen in Cloud und Business-KI in messbare Geschäftsergebnisse umzuwandeln.“

Und Erlach selbst meint: „Ich freue mich sehr, zu SAP zurückzukehren – gerade jetzt, wo Unternehmen neu darüber nachdenken, wie Technologie Mehrwert schafft. Doch bei einer erfolgreichen Transformation geht es nicht nur um Technologie. Es geht auch um Führung, Vertrauen und Menschen. SAP ist einzigartig positioniert, um Kunden dabei zu helfen, das Potenzial von Business-KI und digitaler Innovation in messbare Geschäftsergebnisse umzusetzen.“

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