22.01.2020

NovaMeat: Das „spanische Steak“ aus dem 3D-Drucker

Das spanische Startup NovaMeat arbeitet an einem Fleischersatz-Produkt, das mithilfe eines 3D-Druckverfahrens hergestellt wird. Ab 2021 möchte NovaMeat den Massenmarkt mit einem Lizenzmodell erobern.
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NovaMeat
(c) der brutkasten

Der Markt für Fleisch-Imitate boomt! Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist die rekordverdächtige Bewertung des US-amerikanischen Nahrungsmittelproduzenten Beyond Meat. Kurz nach dem Börsenstart im Mai 2019 legte die Aktie am ersten Handelstag um über 150 Prozent zu. Im Jahr 2018 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 88 Millionen US-Dollar.

Der Wachstumsmarkt für Fleischersatzprodukte ist also Millionen US-Dollar schwer, wobei sich immer mehr Anbieter – darunter auch zahlreiche Food-Startups – eine Scheibe vom „fleischlosen Kuchen“ abschneiden wollen.

+++ zum Fokus-Channel: Impact / Environment +++

NovaMeat Technologie

Eines dieser Food-Startups ist NovaMeat aus Spanien rund um den Gründer Giuseppe Scionti. Der Gründer arbeitet seit 2018 an einem Fleischersatz-Produkt, das mit einem 3D-Druckverfahren hergestellt wird. Die Grundzutaten dafür sind Erbsen, Seetang und Proteinpulver, das aus Reis gewonnen wird.

Die Struktur soll ähnlich eines Steaks sein und Muskelgewebe imitieren. Dafür werden mit einer eigens patentierten Mikroextrusionstechnologie ganz dünne Fasern mit einem Durchmesser von 100 bis 500 Mikrometer hergestellt. Die Technologie stammt ursprünglich aus der Medizin-Technik.

Preis und Finanzierung

Wie der Guardian berichtet, soll das Steak noch dieses Jahr in ausgewählten Restaurants in Spanien und Italien angeboten werden, bevor es 2021 in größerem Umfang für den Massenmarkt produziert werden soll. Die Herstellung eines 100 Gramm Steaks soll derzeit um die drei US-Dollar kosten – dies entspricht ungefähr dem Preis eines Rindersteaks im Supermarkt.

+++ greenstart: Bewerbungen für 5. Runde sind noch bis 31. Jänner möglich +++

Für das weitere Wachstum hat NovaMeat unter anderem Kapital des US-amerikanischen VC-Fonds New Crop Capital erhalten. Der Fonds investiert in Food-Startups, die sich auf innovative Ersatzprodukte für Fleisch, Eier und Milch spezialisiert haben. Der Fonds hat bislang 25 Investments getätigt – zu denen auch Beyond Meat zählt.

Die nächsten Pläne

Das Startup hat noch viel vor. Für 2021 ist der Bau einer eigenen Pilotanlage geplant, die 50 Kilogramm „Steak“ pro Stunde produzieren kann. Um den Massenmarkt zu erobern und das Business zu skalieren, plant das Unternehmen ein Lizenzmodell für bestehende Lebensmittelproduzenten auf die Beine zu stellen.

Dass es sich bei Fleischersatzprodukte um einen Zukunftsmarkt handelt, beweist nicht nur die Rekordbewertung von Beyond Meat. Einer jüngsten Studie aus Deutschland zufolge würden bereits vier von zehn Leuten ihren Fleischkonsum aufgrund des Klimawandels reduzieren.

Das Fleisch aus dem 3D-Drucker kommt allerdings noch nicht so gut an: Demnach schließen laut der Studie 62 Prozent der Befragten kategorisch aus, Fleisch aus dem 3D-Drucker konsumieren zu wollen. Ein Thema an dem NovaMeat in Zukunft marketingtechnisch sicherlich noch arbeiten muss.


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AnchorOps, The Process Doctors
© zVg - Shadan Ajdari (l.) und Nael Elagabani.

Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit KI, Automatisierung und neuen Cloud-Technologien. Für Nael Elagabani, der gemeinsam mit Shadan Ajdari The Process Doctors (TPD) gründete, liegt die eigentliche Herausforderung jedoch an einer anderen Stelle. Der ehemalige Neurowissenschaftler und spätere Microsoft-Cloud-Engineer ist überzeugt, dass viele Unternehmen zunächst ihre operativen Abläufe verstehen und strukturieren müssen, bevor neue Technologien ihr volles Potenzial entfalten können.

AnchorOps als eine Art „Brain“

Ihre Lösung AnchorOps ist ein Ansatz, der die Art und Weise verändern soll, wie Unternehmen ihre internen Abläufe organisieren und digitale Technologien einsetzen. Im Zentrum steht das Konzept eines sogenannten „Company Brain“ – eines operativen Unternehmenssystems, das Prozesse, Mitarbeiteraktivitäten und technische Systeme miteinander verbinden und so Transparenz, Steuerbarkeit und Skalierbarkeit erhöhen soll.

Elagabani und Ajdari verfolgen dabei eine Sichtweise, die bewusst nicht mit Technologie beginnt, sondern mit der Struktur des Unternehmens selbst. Erst wenn diese stabil und nachvollziehbar ist, sollen Automatisierung, Cloud-Systeme und KI-Technologien darauf aufbauen.

Microsoft und UNO

Elagabani selbst verbrachte rund 20 Jahre in der Forschung und beschäftigte sich dabei mit Gedächtnisprozessen – zunächst mit immunologischem Gedächtnis, später mit Lern- und Gedächtnisvorgängen im Gehirn. Nach seinem Wechsel in die Betriebsentwicklung und die Computational Sciences arbeitete er mit Startups, als Unternehmensberater und später bei Microsoft. Dort war er Teil eines Pilotprogramms, das Prozesse in der Kundenbetreuung rund um Cloud-Technologien neu aufsetzen sollte. „Der Betrieb ist das, was das Unternehmen stabilisiert“, sagt er. „Ich habe dort gesehen, dass selbst in großen Organisationen die größten Herausforderungen nicht nur technischer Natur sind, sondern vor allem in der Struktur von Prozessen und Entscheidungen liegen.“

Aus diesen Erfahrungen entstand zunächst die Idee zu The Process Doctors (TPD) und später zu AnchorOps. Nach seiner Rückkehr nach Wien arbeitete Elagabani unter anderem an mehreren Sovereign-Cloud-Projekten für Einrichtungen der Vereinten Nationen. Dort testete er einen Ansatz, bei dem Prozesse und operative Abläufe im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam mit Mitgründer Ajdari entwickelte er daraus das aktuelle Konzept.

From Neuroscience to Business

Die theoretische Grundlage stammt dabei aus der Neurowissenschaft. Elagabani betrachtet Unternehmen als komplexe Systeme, die ähnlich funktionieren wie ein Nervensystem. Informationen, Prozesse und Entscheidungen müssten miteinander verbunden sein, damit ein Unternehmen effizient arbeiten könne. Werden Informationen nicht richtig weitergegeben, entstünden Reibungsverluste, die sich unter anderem in langsamen Entscheidungen, doppelter Arbeit, manuellen Übergaben oder voneinander getrennten Datensilos zeigen können. Ziel von AnchorOps sei es, solche Engpässe sichtbar zu machen und in einer operativen Cloud-Architektur abzubilden.

„Unternehmen verhalten sich neurobiologisch erschreckend ähnlich wie überforderte Gehirne. Wachstum verstärkt keine Ordnung, sondern Instabilität“, sagt Elagabani. Aus dieser Perspektive entstehen typische Probleme nicht primär durch fehlende Tools, sondern vor allem durch mangelnde operative Klarheit. „Wenn Informationen nicht richtig fließen, reagiert das System wie ein überlastetes Nervensystem.“

Cloud-Architektur

Ziel der beiden Founder ist es nicht, einzelne Tools zu ersetzen, sondern die operative Realität eines Unternehmens sichtbar und steuerbar zu machen. Dadurch entsteht eine Art „organisatorisches Nervensystem“, das Informationen strukturiert weitergibt und Entscheidungswege nachvollziehbar mache.

Ein zentraler Bestandteil ist dabei die sogenannte operative Cloud-Architektur. Sie bildet die Grundlage, auf der weitere Technologien wie Automatisierung oder KI-Agenten aufsetzen können „Wir gehen bewusst schrittweise vor“, erklärt Elagabani. „Viele Unternehmen versuchen direkt KI einzuführen, ohne dass ihre Prozesse stabil sind. Unser Ansatz ist: zuerst Struktur, dann Technologie.“

AnchorOps: Zielgruppe kleine und mittlere Unternehmen

Aktuell richtet sich AnchorOps gezielt an kleine und mittlere Unternehmen, um operative Strukturen sichtbar zu machen und schrittweise in eine digitale Architektur zu überführen.
„Wir suchen nicht Kunden, sondern Partner“, betont der Neurospezialist. „Wenn das Fundament steht, beginnt die eigentliche Arbeit. Dann entwickeln wir die operative Struktur gemeinsam weiter – Schritt für Schritt.“

Ajdari ergänzt: „Wir sind sehr daran interessiert, zuerst die Grundlagen sauber aufzubauen, bevor KI eingesetzt wird. KI ist für uns dabei ein zusätzlicher Layer, der erst aufgesetzt wird, wenn ein stabiles Fundament und klar definierte, smarte Prozesse vorhanden sind. Was bei Großkonzernen ein mindestens sechsstelliges Vorhaben ist, setzen wir für den Mittelstand kostengünstiger um. Unser Computationsmodell generiert auf Basis der AnchorOps-Daten verschiedene Zukunftsszenarien, probabilistisch statt deterministisch, und leitet daraus konkrete, umsetzbare Handlungsempfehlungen – sogenannte Prescriptions – ab. Diese Szenarien bleiben dabei nicht abstrakt, sondern werden visuell und als Skizzen so aufbereitet, dass sie intuitiv verständlich und direkt nutzbar sind.“

Computational-Modell

Parallel zur Entwicklung des „Company Brain“ arbeiten Elagabani und Ajdari an einem eigenen Computational-Modell. Dieses soll die operative Realität eines Unternehmens mathematisch abbilden und simulieren können. Ziel ist es hier, zusätzliche Ebenen der Analyse zu ermöglichen, die über klassische KI-Systeme hinausgehen. Das Modell soll künftig perspektivisch als Erweiterung in AnchorOps integriert werden und Unternehmen helfen, ihre operativen Strukturen noch besser zu verstehen.

The Process Doctors ist derzeit eigenfinanziert und befindet sich in Gesprächen mit potenziellen Pilotkunden sowie Investoren. Für die Gründer steht dabei vor allem die Skalierung der Methode im Mittelstand im Vordergrund. Langfristig wollen sie Unternehmen dabei unterstützen, ihre digitale Transformation auf einer stabilen operativen Grundlage aufzubauen – und damit den Zugang zu Technologien zu ermöglichen, die bislang vor allem Großkonzernen vorbehalten waren.

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