18.02.2025
INTERNATIONALISIERUNG

notarity expandiert weiter: Partnerschaft mit Notariat in UK

Man sei die erste Plattform, die digitale Notariats-Dienstleistungen im Vereinigten Königreich ermögliche, heißt es von notarity.
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notarity-Gründer: Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger
Die notarity-Gründer (vlnr.): Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger | (c) Alexander Schindler

Im Heimatmarkt Österreich stieß das auf die Vermittlung von Online-Notariats-Dienstleistungen spezialisierte Wiener Startup notarity durch einen Rechtsstreit mit der Österreichischen Notariatskammer (ÖNK) bekanntlich auf gewisse Hürden. Bereits seit einiger Zeit steht – nicht nur deswegen – die Internationalisierung im Zentrum der Expansions-Bemühungen des Unternehmens. Nun gelang mit der Partnerschaft mit einer großen Notariatskanzlei im Vereinigten Königreich ein weiterer Schritt.

Die neue Partnerschaft ermögliche es Unternehmen und ihren Businesspartnern aus dem Vereinigten Königreich, Dokumente vollständig online von einem britischen Notariat beglaubigen zu lassen, unabhängig davon, in welchem Land sich die zeichnungsberechtigten Parteien befinden, heißt es vom Startup. Davon sollen etwa international agierende Konzerne besonders profitieren.

Anforderungen dank österreichischer Regularien „mehr als erfüllt“

„Die internationale Nachfrage nach Online-Beglaubigungen steigt rasant. Britische Notariate sind daher seit einiger Zeit auf der Suche nach digitalen Lösungen und Partnern, die den hohen technischen und rechtlichen Anforderungen gerecht werden“, sagt Jakobus Schuster, Co-Founder und CEO von notarity. Man sei nun der erste Anbieter, der diese komplexen Anforderungen „mehr als erfüllt“.

Basis für die Zusammenarbeit seien die strengen österreichischen Regularien und Formerfordernisse gewesen, so Schuster. „Die hochsicheren Identifizierungs- und Signaturmethoden, die wir für den österreichischen Markt umgesetzt haben, haben uns einen klaren Wettbewerbsvorteil verschafft. Damit werden wir den internationalen Maßstäben mehr als gerecht.“

notarity mittlerweile mit Kunden aus mehr als 100 Ländern

Das Vereinigte Königreich ist nur ein weiterer von mehreren Märkten, in die notarity bereits expandiert hat. Mittlerweile habe man Kunden aus mehr als 100 Ländern, rund 5.000 Beurkundungen würden über die Plattform pro Monat online abgewickelt. Vor allem die Partnerschaft mit schwedischen Notariaten, deren Dienstleistungen auch international über die Landesgrenzen hinaus genutzt werden, erwies sich dabei als nützlich für notarity, wie brutkasten berichtete. Mittlerweile erwirtschafte man mehr als 50 Prozent des Umsatzes mit internationalen Transaktionen. Dieses Jahr soll sich dieser Anteil „signifikant erhöhen“, schätzt man beim Startup.

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Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Nicola Szekely, Eugen Benedikt Russ und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners
Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Nicola Szekely, Eugen Benedikt Russ und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners

Rund 50 Digital-Unternehmen mit etwa 600 Mitarbeiter:innen und mehr als 400 Millionen weltweiten Nutzer:innen – das ist das Portfolio der Liechtensteiner Private-Equity-Gesellschaft RM Equity Partners. Insgesamt hält diese eine halbe Milliarde Euro Assets under Management (AuM). Bekannte Portfolio-Unternehmen sind etwa die Outdoor-Plattform Bergfex aus Graz oder die deutsche Motorrad-Tour-App Calimoto.

Neue Bedeutung für zwei Buchstaben

Bis vor kurzem war die Gesellschaft Teil der Vorarlberger Russmedia-Gruppe, wie auch die zwei Buchstaben im Namen verraten. Nun befindet sich das PE-Unternehmen komplett im Besitz der drei Partner Eugen Benedikt Russ, Chris Wittlinger und Nicola Szekely. Somit bleibt es freilich zu einem Teil in der Vorarlberger Unternehmerfamilie Russ, die hinter Russmedia steht. Das RM bleibt als etablierter Name erhalten. Mit dem Slogan „Results matter“ bekommt es eine neue Bedeutung.

„Was das Team im vergangenen Jahrzehnt aufgebaut hat, macht uns stolz – und das ist erst das Fundament. Als völlig unabhängiges Unternehmen liegt unser Fokus nun ganz auf der Zukunft: der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Unternehmern und dem Aufbau beständiger, digitaler Unternehmen“, kommentiert Russ in einer Aussendung.

Bis zu 250 Millionen Euro pro Beteiligung

Die drei Partner investieren über die Gesellschaft ausschließlich eigenes Kapital und fokussieren klar auf Mehrheitsübernahmen und langfristige Beteiligungen. Bei einem Einzeldeal können nach Unternehmensangaben bis zu 150 Millionen Euro fließen, für eine Beteiligung insgesamt bis zu 250 Millionen. Dabei definiert RM Equity Partners klare Anforderungen, die auch auf der Website abzulesen sind: Das übernommene Unternehmen muss Marktführer oder starker Zweiter in seinem Segment sein und ein EBITDA über fünf Millionen Euro bzw. einen Nettoumsatz über 20 Millionen Euro vorweisen.

Gleichzeitig geben die Partner ihrerseits drei Versprechen: Kommt ein Unternehmen für einen Deal in Frage, bekomme es einen ersten Call innerhalb von 48 Stunden, eine konkrete Antwort innerhalb von sieben Tagen und, wenn ein Deal zustande kommt, dessen Abschluss innerhalb von acht Wochen. „Wenn es uns gefällt, sagen wir ja. Wenn nicht, sagen wir schnell nein. Hinter uns steht kein Investmentkomitee, und zwischen uns stehen keine Berater“, so die Partner auf der Homepage.

Zuletzt Verkauf von Alpy.com

Nach der Übernahme restrukturiere man dann nicht, aber unterstütze in jenen Bereichen, in denen man Expertise habe. Wiewohl RM Equity Partners als PE-Gesellschaft im Gegensatz zu einer VC-Gesellschaft nicht Exit-getrieben ist, sind auch Verkäufe übrigens keineswegs ausgeschlossen. Brutkasten berichtete erst im August vom Verkauf der Beteiligung Alpy.com. Es war der zweite Exit für die Gesellschaft in diesem Jahr.

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