29.11.2023

„Für mich ist die Notariatskanzlei wie ein zweites Zuhause“

Wie ist es, in einer Notariatskanzlei zu arbeiten? Der brutkasten hat nachgefragt.
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Arbeit in der Notariatskanzlei - Die heimischen Notariate bieten nicht nur für Jurist:innen spannende Jobs
Die heimischen Notariate bieten nicht nur für Jurist:innen spannende Jobs | (c) Klaus Ranger/Österreichische Notariatskammer
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Wer momentan mit offenen Augen durch Österreichs große Städte geht, kommt kaum daran vorbei. Auch die heimischen Notariatskanzleien suchen aktuell verstärkt neue Kanzlei-Mitarbeiter:innen, wie etwa auf Wiener Straßenbahnen oder Grazer und Linzer Bussen zu lesen ist. Doch was macht man in dem Job überhaupt? Und was macht ihn attraktiv?

„Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich“

„Ich bin in unserer Kanzlei unter anderem für den Bereich Fortpflanzungsmedizin zuständig. Für eine künstliche Befruchtung braucht man nämlich eine notarielle Zustimmungserklärung. So helfe ich Leuten dabei, ein Baby zu bekommen“, erzählt Bianca Dieringer, die in der Notariatskanzlei Wittmann in Wien arbeitet. Es ist eines von sehr vielen Feldern, mit denen sich Notariats-Mitarbeiter:innen beschäftigen. „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Das hatte ich am Anfang gar nicht so erwartet“, so Dieringer.

Das bestätigt auch Natascha Zwittmajer, Kanzlei-Leiterin beim Wiener Notariat Stockinger: „Als ich vor acht Jahren begonnen habe, habe ich mich vor allem mit Verlassenschaftsfragen und bestimmten Aspekten des Familienrechts beschäftigt. Mittlerweile bin ich Kanzlei-Leiterin und decke das gesamte Spektrum – Familienrecht, Grundbuch und Firmenbuch – ab“.

Keine juristische Ausbildung notwendig

Braucht man für die Tätigkeit also eine juristische Ausbildung? „Nein“, erklärt Michael Umfahrer, Präsident der Österreichischen Notariatskammer (ÖNK) gegenüber brutkasten. „Wichtig sind die Qualifikationen auf menschlicher Seite. Man sollte geduldig sein und bereit sein den Dingen auf den Grund zu gehen und sehr sorgfältig zu arbeiten. Außerdem ist es wichtig, gut mit Sprache umgehen zu können“. Auf formeller Ebene werde bei vielen Kanzleien entweder die Lehre zur Kanzleiassistenz oder ein Matura-Abschluss vorausgesetzt.

„Man sollte auch gerne selbstständig arbeiten. Jeder Fall ist unterschiedlich – das macht auch den Reiz aus“, ergänzt Natascha Zwittmajer, „und es ist wichtig, offen zu sein, gerne mit Menschen zu arbeiten und im Umgang mit Klient:innen auch in Stresssituationen freundlich zu bleiben“. ÖNK-Präsident Michael Umfahrer stellt dabei klar: „Jeder, der zu uns kommt, erlernt den Beruf im Büro. Zusätzlich unterstützt wird man dabei durch die Angebote der Notariatsakademie“.

Familiäres Arbeitsumfeld in der Notariatskanzlei

Wichtig sei nicht nur die Sozialkompetenz im Umgang mit den Klient:innen, sondern auch das Miteinander in der Kanzlei, betont Umfahrer: „Das ist kein großes Unternehmen, in dem man den anderen nicht mehr kennt. Man kann leicht gute zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen.“ Bianca Dieringer bestätigt das: „Es fühlt sich an wie ein Familienbetrieb. Nach einigen Jahren in der Notariatskanzlei kann ich sagen: Für mich ist sie wie ein zweites Zuhause“.

Das liege auch an der familienfreundlichen Arbeitsumgebung. „Wenn es um die Kinder geht, wenn sie etwa krank sind oder von der Schule abgeholt werden müssen, lässt sich das bei uns immer einrichten“, erzählt Dieringer. Auch den Arbeitsstart in der Früh habe sie an ihre Bedürfnisse anpassen können. „Man kann sich sehr vieles individuell vereinbaren, etwa auch Homeoffice“, sagt dazu Natascha Zwittmajer und meint: „Ich habe eine gute Work-Life-Balance.“

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Erst vor wenigen Tagen berichtete brutkasten, dass die ÖBB Postbus beim Forum Alpbach einen autonomen Bus testen wird. Der Regelbetrieb mit bis zu 100 fahrerlosen Fahrzeugen ist hierzulande frühestens ab 2028 geplant. Was in Österreich also noch Zukunftsmusik ist, wird in Kalifornien gerade in einer ganz anderen Dimension Realität: Schwere autonome Lkw dürfen dort ab sofort auf öffentlichen Highways getestet werden.

Ein Heimspiel mit Verspätung

Die Situation hatte bislang etwas Paradoxes: Auf autonomes Fahren spezialisierte Firmen wie Aurora und Kodiak entwickeln ihre Technologie direkt im Silicon Valley, durften ihre schweren Trucks aber lange nicht auf kalifornischen Straßen erproben. Aurora wurde 2017 von drei Veteranen der Selbstfahr-Branche gegründet, unter anderem ehemals bei Tesla und beim Google-Ableger Waymo. Kodiak wiederum hat sich auf autonome Sattelschlepper spezialisiert.

Fahrzeuge ab 10.001 Pfund Gesamtmasse waren vom Testbetrieb ausgeschlossen. Mit neuen Regeln, die am 28. April beschlossen wurden, ist damit Schluss. Kodiak hat rund um seinen Firmensitz in Mountain View, mitten im Silicon Valley, bereits erste Fahrzeuge auf die Straße geschickt.

Von führerlosen Trucks kann trotzdem noch keine Rede sein. Die Genehmigungen gelten vorerst nur für Tests mit Sicherheitsfahrer:in am Steuer. Kalifornien will das Ganze stufenweise angehen: Auf begleitete Tests soll die fahrerlose Erprobung folgen, ein kommerzieller Einsatz ist frühestens danach denkbar.

Texas war schneller

Dass Aurora und Kodiak überhaupt schon so weit sind, liegt an Texas. Dort waren die regulatorischen Auflagen für autonomes Fahren von Anfang an niedriger, weshalb beide Unternehmen ihr operatives Geschäft zunächst dort entwickelten.

Aurora fährt seit 2025 kommerziell und fahrerlos zwischen mehreren texanischen Städten, Kodiak startete im wenig befahrenen Permian Basin und ist mittlerweile ebenfalls auf öffentlichen Highways unterwegs. Die kalifornische Zulassung erlaubt es nun vor allem Kodiak, seine Systeme erstmals auch im eigenen Heimmarkt unter anderen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln.

Gewerkschaft sieht Jobs in Gefahr

Weniger Begeisterung für die neuen Regeln gibt es bei den Lkw-Fahrer:innen selbst. Die Gewerkschaft Teamsters California hat das für die Zulassung zuständige DMV (Department of Motor Vehicles) verklagt und will die Zulassung wieder kippen. Ihr Vorwurf: Die Behörde habe mögliche Sicherheitsrisiken für andere Verkehrsteilnehmer:innen nicht ausreichend untersucht.

Die Unternehmen argumentieren umgekehrt mit mehr Effizienz und langfristig höherer Sicherheit. Am Ende steht die Frage, wer die amerikanische Logistik von morgen kontrolliert und was das für Fahrerjobs und die Milliarden bedeutet, die bereits in die Technologie geflossen sind.

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