05.03.2026
BACKGROUND-CHECK

Norphluchs: Mödlinger Startup holt Compass als strategischen Investor an Bord

Die österreichische OSINT-Plattform Norphluchs bekommt mit der Compass-Gruppe rund um Hermann Futter einen strategischen Investor.
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Das Founder-Team von © Norphluchs: Stephanie und Christoph Böhm.

Das Mödlinger Sicherheits- und Analyseunternehmen Norphluchs wurde offiziell im September 2025 von Stephanie und Christoph Böhm gegründet. Im Kern steht eine Plattform, die es ermöglichen soll, innerhalb weniger Minuten DSGVO-konforme, evidenzbasierte Hintergrundprüfungen von Personen durchzuführen.

Ziel ist es laut Unternehmen, Risiken frühzeitig sichtbar zu machen und Entscheidungen auf Basis strukturierter, aktueller Informationen zu ermöglichen.

Wachstum und Skalierung

Mit dem Einstieg der Compass-Gruppe will Norphluchs vor allem das Wachstum beschleunigen. „Das Investment dient primär dazu, unser Wachstum und die Skalierung unserer Plattform zu beschleunigen“, sagt Stephanie Böhm gegenüber brutkasten.

„Die Beteiligung der Compass-Gruppe bestätigt unseren Ansatz, Background Checks grundlegend neu zu denken. Mit Norphluchs entwickeln wir eine Lösung aus Österreich für Österreich – mit dem Anspruch, internationale Standards zu setzen und gleichzeitig höchste Anforderungen an Datenschutz und Compliance zu erfüllen“, kommentiert die CEO.

Über die Höhe der Beteiligungssumme machen die Beteiligten keine Angaben. Die Eigentümerstruktur verteilt sich nach der Transaktion wie folgt: Die Compass-Gruppe hält 13 Prozent der Anteile, Stephanie Böhm 51 Prozent und Christoph Böhm 31 Prozent. Weitere Anteile liegen bei Romana Buchner, Board Member von Norphluchs.

OSINT-Analysen in „wenigen Minuten“

Technologisch basiert das Angebot auf Open Source Intelligence (OSINT). Die SaaS-Plattform aggregiert öffentlich zugängliche Informationen und erstellt daraus laut Produktversprechen innerhalb weniger Minuten ein Lagebild zu Personen.

Neben klassischen Background Checks will Norphluchs auch potenzielle digitale Angriffsflächen identifizieren. Dazu zählen etwa Hinweise auf mögliche Cyberangriffe, Social-Engineering-Versuche oder Reputationsrisiken im Netz.

Einsatz in HR, Compliance und IT-Sicherheit

Zu den zentralen Anwendungsbereichen zählen etwa Hintergrundprüfungen von Bewerber:innen vor einer Einstellung. Dabei werden unter anderem auch öffentlich verfügbare Informationen aus Plattformen wie X, LinkedIn oder Telegram ausgewertet. Darüber hinaus werden laut Unternehmen auch Recherchen im Dark Web durchgeführt.

Weitere Einsatzfelder sieht Norphluchs in HR- und Compliance-Fällen sowie bei der Prüfung von Geschäftspartner:innen, Kund:innen oder Investor:innen. Die Plattform soll dabei helfen, digitale Spuren im Netz systematisch zu analysieren und schwer zugängliche Informationen strukturiert aufzubereiten.

Zu den Kunden zählen laut Unternehmen Organisationen aus den Bereichen HR und Recruiting, Compliance und Recht, Business Development, IT-Sicherheit sowie interne Kontroll- und Überwachungsfunktionen. „Unser Ziel ist es, in fünf Jahren die führende Plattform für personenbezogene Background Checks im DACH-Raum zu sein“, so Stephanie Böhm.

Fokus auf DSGVO-Konformität

Nach Angaben des Unternehmens basiert die Analyse ausschließlich auf öffentlich zugänglichen Datenquellen. Vertrauliche Informationen würden nicht verwendet. Zudem würden Daten nach einer Sitzung vollständig gelöscht. Auch infrastrukturell setzt Norphluchs auf europäische Standards: Die Server befinden sich in Deutschland.

„Indem wir uns auf B2B-Partnerschaften konzentrieren, stellen wir sicher, dass unsere Dienste verantwortungsvoll und ethisch einwandfrei genutzt werden. Unsere Kunden sind Organisationen, die die Komplexität des Datenschutzes und der Datensicherheit verstehen und über die notwendige Infrastruktur und Prozesse verfügen, um mit sensiblen Informationen angemessen umzugehen“, heißt es vonseiten des Unternehmens.

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Exit51
© Exit51 - Michael Jiresch, Gründer Exit51.

Mit der Entwicklung der österreichischen Startup-Szene wächst auch die Zahl profitabler Unternehmen, die sich mit einem möglichen Verkauf auseinandersetzen. Klassische M&A-Berater konzentrieren sich häufig auf größere Transaktionen, wodurch kleinere Unternehmen bei der Suche nach geeigneter Beratung vor Herausforderungen stehen, meint Exit51-Gründer Michael Jiresch. Deshalb richtet er sein Angebot gezielt auf dieses Marktsegment aus.

Exit51: Exit-Strategie und diskrete Käufersuche

Das Unternehmen aus Wien begleitet Unternehmer:innen beim Verkauf profitabler Unternehmen, die für klassische M&A-Berater häufig zu klein sind – von der Exit-Strategie über die diskrete Käufersuche bis zu Verhandlung und Closing. Typischerweise liegen die begleiteten Unternehmen bei einem EBIT von etwa 250.000 bis 1 Mio. Euro und einem Jahresumsatz bis rund 10 Mio. Euro, heißt es per Aussendung. Im Fokus stehen unter anderem SaaS, E-Commerce, Ed-Tech, digitale Gesundheitsangebote sowie Agenturen und technologiegetriebene Geschäftsmodelle.

„Für einen Unternehmer kann der Verkauf eines Unternehmens mit 250.000 oder 500.000 Euro EBIT eine der wichtigsten wirtschaftlichen Entscheidungen seines Lebens sein. Für viele klassische M&A-Berater ist eine solche Transaktion dagegen zu klein. Genau diese Lücke wollen wir schließen“, sagt Jiresch.

Sell-Side-Beratung

Der Gründer verfügt über 15 Jahre Buy-Side-M&A-Erfahrung auf Konzernebene. Diese umfasst die Suche nach geeigneten Unternehmen, Due Diligence, Verhandlungen sowie die anschließende operative Führung übernommener Unternehmen. Seit 2024 begleitet er gemeinsam mit seinen Partnern auch Unternehmer:innen bei Unternehmensverkäufen. Mit Exit51 liegt der Fokus nun auf der Sell-Side-Beratung und der Begleitung von Unternehmer:innen beim Unternehmensverkauf.

Ein schlankes Setup und der Einsatz von KI für Recherche, Marktanalyse, Käufer-Matching und Due Diligence sollen eine effiziente und professionelle Begleitung auch bei kleineren Transaktionen ermöglichen. Exit51 setzt dabei auf die Kombination aus Technologie und persönlicher Erfahrung: KI übernimmt dort, wo sie Prozesse schneller und effizienter machen könne – etwa bei Recherche, Marktanalyse oder Käufer-Screening. In den entscheidenden Phasen des Verkaufsprozesses bleibe der persönliche Kontakt zentral, heißt es.

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