25.11.2025
THEMENPARTNERSCHAFT

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird

Berlin, München, Wien – und Bozen. Was auf der Landkarte der deutschsprachigen Startup-Szene zunächst überrascht, wird für viele Gründer:innen zunehmend zur logischen Wahl. Denn wer nach Innovationspotenzial sucht, landet immer häufiger im Süden; dort, wo zwischen Dolomitengipfeln seit 2017 ein ganz eigenes Ökosystem gewachsen ist: der NOI Techpark.
/artikel/noi-techpark-warum-bozen-zum-hotspot-fuer-startups-wird
NOI
Fotos: Ivo Corra; Loops; Marco Parisi.

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von November 2025 “Verantwortung” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Hier, im Innovationsviertel Südtirols, verschmelzen Forschung, Unternehmen und kreativen Köpfe zu einer Gemeinschaft, die Ideen nicht nur fördert, sondern sie gedeihen lässt. Rund 2.400 Personen mit unterschiedlichen Nationalitäten und Backgrounds arbeiten täglich daran, Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft zu entwickeln. „Wir haben in Südtirol viel Wertvolles auf kleinem Raum vereint – der NOI Techpark ist ein synergiereicher Mikrokosmos aus Universität, Forschung, Unternehmen und Startups“, sagt Pia Zottl, Leiterin des NOI Start-up Incubators.

Die Brutstätte für Ideen

Im Herzen des NOI Techpark liegt der Start-up Incubator: „Eine Brutstätte für Innovation, die junge Unternehmen in der Frühphase stärkt und ihr Wachstum fördert“, erklärt Zottl. Rund 43 Startups werden hier aktuell betreut, begleitet und vernetzt; und das bewusst breit aufgestellt: von Technologiefeldern wie Greentech und Digital bis hin zu Food & Health oder Automotive/Automation. „Der NOI Techpark hat sich in diesen Bereichen eine hohe Glaubwürdigkeit aufgebaut, weshalb viele Startups, sowohl inländische als auch ausländische, in diesen Sektoren angesiedelt sind“, so Zottl.

Pia Zottl ist die Leiterin des NOI Start-up Incubators

Neben Coachings, Workshops und individuellen Mentorings profitieren die jungen Unternehmen vor allem vom Netzwerk im NOI Techpark. Forschung, Universität und Industrie arbeiten hier Tür an Tür – im wahrsten Sinne des Wortes. Wer eine bestimmte Expertise sucht, muss oft nur nach nebenan. „Die niederschwellige Zugänglichkeit und Offenheit machen den NOI Techpark zu einem sehr besonderen Ort“, sagt die Leiterin.

Wo Looops Abfallprodukten ein zweites Leben verleiht

Wie Innovation im NOI schmeckt, zeigt das italienische Foodtech-Startup LOOOPS. Das internationale Gründer:innen-Team hat sich in Bozen niedergelassen, um seine Idee zu verwirklichen: Mit BITELOOP will es eine neue, natürliche Zutat auf den Markt bringen, die Zucker ersetzen soll. „Die Idee entstand aus einer klaren Herausforderung in der Lebensmittelindustrie“, erzählt Ylenia Ciquera, CMO von LOOOPS. Bestehende Zuckeralternativen wie Stevia oder synthetische Süßstoffe hätten oft Nebengeschmäcker oder stünden im Widerspruch zum Clean-Label-Trend. Statt auf synthetische Süßstoffe zu setzen, fermentiert das Unternehmen Lebensmittelnebenprodukte, wie etwa Bruchreis, und verwandelt sie in eine nährstoffreiche Zutat.

„BITELOOP ahmt die Süße und Struktur von Zucker nach, senkt gleichzeitig den Zuckergehalt und verbessert den Nährwert – etwa durch den Gehalt an Proteinen und Ballaststoffen“, erklärt Ciquera.

Unterstützt wird das Team durch die Infrastruktur und die Expertinnen und Experten des NOI Techpark: im Kitchen Lab, wo Prototypen entstehen, und im Austausch mit dem International Centre on Food Fermentations (ICOFF). Hier trifft Forschung auf Unternehmergeist: Aus Abfallprodukten werden neue Geschmacksideen.

Fermentation entfaltet ihr Potenzial

Fermentation ist längst kein Nischentrend mehr, sondern ein zentrales Zukunftsthema. Im NOI Techpark hat sich dazu vor knapp einem Jahr mit dem International Centre on Food Fermentations ein europaweites Kompetenzzentrum entwickelt. Unter der Leitung von Professor Marco Gobbetti erforschen Wissenschaftler:innen, wie mikrobiologische Prozesse nicht nur Lebensmittel verbessern, sondern ganze Industrien nachhaltiger machen können.

Auch bei LOOOPS spielt Fermentation eine zentrale Rolle. „Faszinierend ist dabei, dass der Fermentationsprozess Abfall in neuen Wert verwandelt: ein biologischer Prozess, der die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft unterstützt und gleichzeitig das Nährstoffprofil der Endprodukte verbessert“, so Ciquera.

Die Founder:innen von LOOOPS: (v.l.) Edoardo Ditto (CEO), Martina Ragazzo (CTO) und Ylenia Ciquera (CMO).

Wo Ideen Wurzeln schlagen

Den idealen Nährboden für die Umsetzung seiner Vision fand LOOOPS im NOI Techpark. „Es fühlte sich sofort wie das ideale Umfeld für Wachstum an – ein dynamischer Hub mit starkem Fokus auf Foodtech und Fermentation, dank Einrichtungen wie dem ICOFF“, heißt es vom Team. Der NOI Start-up Incubator habe das Team mit Infrastruktur, Laborzugang, Forschungssupport und erfahrenem Mentoring unterstützt. „Er war entscheidend dafür, unseren Fortschritt vom Konzept bis zur Pilotphase zu beschleunigen“, so Ciquera. Die nächsten Schritte: die Optimierung der Fermentation, der Start der Pilotproduktion und die Vorbereitung der Patentierung.

Im NOI Techpark befindet sich seit Oktober 2024 das internationale Kompetenzzentrum ICOFF (International Centre on Food Fermentations).

Und auch geografisch liegt Bozen strategisch gut: zwischen München und Mailand, mitten auf der Achse zweier bedeutender europäischer Innovationszentren. Kein Wunder also, dass immer mehr Gründer:innen aus dem DACH-Raum den Weg hierher finden – angelockt von Forschungsexpertise, Lebensqualität und einer einzigartigen Community, in der verschiedenste Disziplinen auf engem Raum zusammenarbeiten.


Deine ungelesenen Artikel:
24.08.2026

Technology Talks Austria 2026: Wien wird im September zum „Denkraum“ für Europas Tech-Zukunft

Am 10. und 11. September finden die Technology Talks Austria im MuseumsQuartier Wien statt. Unter dem Motto "Empowering Europe: Technological Leadership for a Resilient Future" diskutieren mehr als 25 internationale Speaker und rund 800 Teilnehmende, wie Europa wissenschaftliche Exzellenz in technologische Führungsfähigkeit übersetzen kann.
/artikel/technology-talks-austria-2026-wien-wird-im-september-zum-denkraum-fuer-europas-tech-zukunft
24.08.2026

Technology Talks Austria 2026: Wien wird im September zum „Denkraum“ für Europas Tech-Zukunft

Am 10. und 11. September finden die Technology Talks Austria im MuseumsQuartier Wien statt. Unter dem Motto "Empowering Europe: Technological Leadership for a Resilient Future" diskutieren mehr als 25 internationale Speaker und rund 800 Teilnehmende, wie Europa wissenschaftliche Exzellenz in technologische Führungsfähigkeit übersetzen kann.
/artikel/technology-talks-austria-2026-wien-wird-im-september-zum-denkraum-fuer-europas-tech-zukunft
Bei den Technology Talks Austria diskutieren mehr als 800 Teilnehmende aus der österreichischen Forschungs- und Technologie-Community mit hochkarätigen internationalen Expert:innen (im Bild ein Panel der Technology Talks Austria 2025) | (c) AIT/Valerie Maltseva

Zum dritten Mal gehen die Technology Talks Austria in ihrer neuen Form im MuseumsQuartier Wien über die Bühne. Die Konferenz ist aus den Technologiegesprächen hervorgegangen, die über Jahrzehnte im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach stattfanden. 2024 führte das AIT Austrian Institute of Technology das traditionsreiche Format gemeinsam mit zentralen Organisationen der österreichischen Forschungs-, Technologie- und Innovationscommunity fort und brachte es nach Wien. Mittlerweile hat sich die Veranstaltung als jährlicher Fixpunkt der heimischen FTI-Community etabliert.

Sechs Plenary Sessions und zwölf Workshops

Das Programm spannt einen Bogen von technologischen Fähigkeiten und strategischen Infrastrukturen über Industrialisierung und Sicherheit bis hin zu technologischer Souveränität und europäischen Rahmenbedingungen. Im Zentrum stehen sechs international besetzte Plenary Sessions:

  • Strategic Infrastructures and Resilient Innovation Ecosystems
  • The Way Forward: From Scientific Excellence to Industrial Leadership
  • Dual-Use Technologies: Innovation, Security, and Spillovers
  • Technological Sovereignty and European Resilience
  • EU Framework Conditions for Innovation, Scaling and Impact
  • National Innovation Systems: Unlocking Europe’s Innovation Potential

Zwölf jeweils 90-minütige Workshops vertiefen die Plenardebatten und erweitern sie um konkrete technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen. Ergänzt wird das Programm durch Keynotes, Special Events, eine Exhibition Area und Möglichkeiten zur Vernetzung.

„Kein Schaufenster“, sondern ein „Denkraum“

„Die Technology Talks sind kein Schaufenster, in dem wir einander bereits Erreichtes präsentieren. Sie sollen ein Denkraum sein: ein Raum, in dem unterschiedliche Erfahrungen aufeinandertreffen, Annahmen überprüft, Lösungen weiterentwickelt und neue Kooperationen begründet werden“, sagt Brigitte Bach, Sprecherin der Geschäftsführung des AIT und Vorsitzende des Veranstaltungskuratoriums.

Andreas Kugi, Vorsitzender des Programm-Komitees und Scientific Director des AIT, ergänzt: „Entscheidend wird sein, wie wir wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in technologische Führungspositionen, industrielle Wertschöpfung und resilientere Systeme übersetzen können.“

Veranstalter ist das AIT, in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung, dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Industriellenvereinigung. Die Konferenz findet direkt im Anschluss an das FFG-Forum am 9. September statt. Alle Infos gibt es unter www.technology-talks-austria.at.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

NOI Techpark: Warum Bozen zum Hotspot für Startups wird