Bei der NOAH Konferenz stehen Startups im Anfangsstadium nicht im Mittelpunkt, sondern bereits erfolgreiche Unternehmen. Wer auf der Bühne pitchen darf, hat es meist schon geschafft. Das merkt man schon am Kleidungsstil.
Die NOAH Konferenz fand dieses Jahr zum ersten Mal in Berlin statt. Im geschichtsträchtigen Tempodrom zwischen Mitte und Kreuzberg können bis zu 3000 Gäste sitzen. Und vorweg genommen: es war bum voll. Beeindruckend wirkte die Location schon beim Ankommen, wo sich eine kleine Menge bildete, um die Namensbatches und Einlass zu bekommen. Auffallend waren die vielen Anzugträger, die überall herumliefen – und die Autos, die davor standen. Man merkte, ein wenig Protz durfte nicht fehlen. Dieser zog sich auch weiter durch die Veranstaltung, im positiven wie im negativen Sinn. Ob vor Ort im Saal oder bei der Afterparty: Die Organisation der NOAH versuchte sich zu übertrumpfen. Doch die Gefahr war groß, dass damit auch ein bisschen ins Oberflächliche abgeglitten wird, dem auch ein wenig so war.
Etwas, womit die NOAH allerdings aufwartete und damit alles wieder wett machte, war das hochkarätige Publikum. Arianna Huffington oder Oliver Samwer konnte man mit ein bisschen Glück abpassen und ein paar Worte wechseln, während es zwischenzeitig auf der Bühne spannend wurde bei Geschichten wie dem Werdegang von Business Insider, den Gründer und CEO Henry Blodget erzählte, Virtual Reality Insights, die man von Martin Ott von Facebook bekam und überraschenden Meinungen, wie von Christian Ricken von der Deutschen Bank („Kein Wettbewerb zwischen Banken und FinTechs“). Sehr sympathisch war auch Cristina Riesen von Evernote, dem mobilen Arbeitsplatz mit weit über 150 Millionen User. (Unter dem Foto geht es weiter)
Schnell wurde einem vor Ort klar, dass es weniger um die Panels und Speaker auf der Bühne ging, als um das Netzwerken hinter bzw. vor der Bühne. Lounges, Klappstühle mit NOAH Branding und die Stufen, auf der sich sogar manch Businessman mit edlem Stoff niederließ, luden dazu ein ins Gespräch zu kommen. Kein Wunder, dass hier Deals geschlossen werden. Wer geschickt ist und etwas fürs Unternehmen erreichen will, kommt zu mehrt und verteilt sich. Am klügsten sind jene, die sich vorbereiten: Wer wird vor Ort sein? Wer ist interessant? Trotz der Größe schafft man es nämlich doch, sich immer wieder über den Weg zu laufen – oder schlichtwegs den richtigen Ansprechpartner zu finden. Ein bisschen kommt es einem so vor, als würde das Geld am Boden liegen – oder auf den Stehtischen. Spätestens an der Kaffeebar, wenn man Nachschub holt, kommt man ins Gespräch.
„Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.“, Google-Chef Eric Schmidt.
Zu den richtig wichtigen Panels, drängen sich dann aber doch alle in den Saal: Etwa, wenn Eric Schmidt spricht. Der Google-Chef (und heimliche Star der NOAH Berlin), weiß genau, wie er das Publikum in Deutschland (der deutsche Medienverlag Axel Springer war Co-Veranstalter) für sich gewinnt. Er leitete seine Rede mit einem Zitat der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ein: „Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.“
Die Wahrheit konnte unmittelbar danach auf der Internetkonferenz diskutiert werden. Wenn nicht mit einem Startup, das eine Lösung im Digitalbereich entwickelt hat, dann mit dem Investor, der in der Digitalbranche die Zukunft sieht. Auffallend war übrigens neben den Anzugträgern, die Anzahl der weiblichen Businessladys: jedenfalls alles andere als zahlreich. Allerdings kann man hierfür der NOAH Konferenz keine Schuld geben.
Mehr Frauen waren dann wieder bei der NOAH Afterparty anzutreffen. Mit einer imposanten Show wurde DJ Sven Väth eingeläutet und heizte das Spindler & Klatt bis in die frühen Morgenstunden ein. Wäre die Bar nicht so überlaufen gewesen und die Location etwas größer, wären wahrscheinlich noch mehr Freundschaften geschlossen worden.
Abschluss der NOAH war ein Gespräch zwischen Oliver Samwer von Rocket Internet und Marco Rodzynek, den Organisator der NOAH Konferenz am nächsten Tag. Ein Interview, bei dem man merkte, dass sich beide gut kennen: So persönlich wird man Samwer wahrscheinlich woanders nicht hören.
Die NOAH findet jährlich in London statt. Wer Zeit hat, sollte sich den 12.-13. November 2015 im Kalender notieren. Fazit: Sakko nicht vergessen, Termine im Vorfeld durchplanen und möglichst früh zur Afterparty gehen. Dann kann nichts schief gehen.
7hauben: Ex-Tractive-Gründer investieren in Kochkurs-Startup
Traxit, gegründet vom ehemaligen Tractive-Founder-Team, beteiligt sich mit frischem Kapital am oberösterreichischen Startup 7hauben. Das Volumen der gesamten Runde bewege sich im mittleren sechsstelligen Bereich.
7hauben: Ex-Tractive-Gründer investieren in Kochkurs-Startup
Traxit, gegründet vom ehemaligen Tractive-Founder-Team, beteiligt sich mit frischem Kapital am oberösterreichischen Startup 7hauben. Das Volumen der gesamten Runde bewege sich im mittleren sechsstelligen Bereich.
Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus bildeten die Führungsspitze von Tractive und sind nun auch bei Traxit an Bord | (c) Tractive
Erst im August dieses Jahres wurde die Early-Stage-Investment-Firma „Traxit“ vom ehemaligen Tractive-Führungsteam gegründet (brutkasten berichtete). Nun investiert das 19-köpfige Team rund um Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus in 7hauben, einem oberösterreichischen Kochkurs-Startup. Die Finanzierungsrunde liege im mittleren sechsstelligen Bereich.
„Hochwertige Inhalte und ein skalierbares Abo-Geschäftsmodell“
„7hauben hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass sich hochwertige digitale Inhalte und ein skalierbares Abo-Geschäftsmodell erfolgreich verbinden lassen. Das starke Wachstum, die konsequente Weiterentwicklung des Produkts und die klare internationale Perspektive haben uns überzeugt. Wir freuen uns, das Team bei der nächsten Wachstumsphase zu begleiten“, sagt Michael Hurnaus, Mitgründer von Tractive und Investor bei Traxit.
Übernahme von Vegan Masterclass
Parallel zu der Investition übernimmt 7hauben die deutsche Vegan Masterclass, eine digitale Kochschule für pflanzenbasierte Küche, sowie das Weiterbildungsangebot der vefa Fernschule für pflanzliche Kulinarik. Mit der Akquisition wachse das Kursangebot auf mehr als 150 Online-Kochkurse.
„Mit Vegan Masterclass übernehmen wir eine starke Marke mit herausragenden Inhalten und einer Community, die für hochwertige pflanzliche Küche begeistert ist. Wir sehen enormes Potenzial, die Plattform mit unserer Erfahrung in Marketing, Technologie und Kursproduktion weiterzuentwickeln“, sagt Johannes Sailer, Geschäftsführer von 7hauben.
Die Zusammenarbeit mit Vegan-Masterclass-Gründer Sebastian Copien werde fortgesetzt und das deutsche Unternehmen als eigenständige Marke weitergeführt. 7hauben plant, das Angebot durch zusätzliche Kursproduktionen, gezieltes Marketing und technologische Weiterentwicklungen auszubauen. Dabei sollen insbesondere Synergien bei der Videoproduktion, Vermarktung und Plattformtechnologie genutzt werden.
Wachstum um „knapp 40 Prozent“
Der Umsatz von 7hauben liege „um knapp 40 Prozent“ über jenem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Bis Jahresende peile man mehr als drei Millionen Euro wiederkehrenden Jahresumsatz (ARR) an. Insgesamt sollen bisher mehr als 100.000 zahlende Kund:innen das Angebot von 7hauben genutzt haben. Besonders stark entwickle sich die Neukundengewinnung mit einem Plus von nahezu 70 Prozent. In Zukunft möchte man zunehmend internationaler werden.
„Unser Ziel ist es, hochwertiges Kochwissen weltweit zugänglich zu machen. Wir wollen sowohl durch strategische Übernahmen als auch durch die internationale Expansion die nächsten Wachstumsschritte setzen“, erklärt Sailer.
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