02.12.2025
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

No Hype KI: brutkasten-Erfolgsformat geht in die zweite Staffel

brutkasten setzt die multimediale Serie "No Hype KI" fort - und beleuchtet künstliche Intelligenz abseits des Hypes. Als Partner der zweiten Staffel mit dabei sind ACP, EY, ITSV, KEBA, Lenovo, Microsoft, ONTEC AI und die Universität Graz.
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No Hype KI
die brutkasten-Serie No Hype KI

Vor genau einem Jahr hat brutkasten die Serie „No Hype KI“ gestartet. Das Ziel: Einen Realitycheck aus der österreichischen Wirtschaft zu künstlicher Intelligenz zu liefern – wo stehen wir wirklich zwei Jahre nach Erscheinen von ChatGPT? Dazu diskutierten zahlreiche Expert:innen unterschiedliche Aspekte des Themas.

Das Herzstück der Serie waren sechs Deep-Dive-Roundtables, die im Videoformat veröffentlicht wurden. Dazu kamen begleitend Artikel und Social-Media-Posts sowie ein Whitepaper, das die wichtigsten Erkenntnisse der Serie zusammenfasste.

Die Serie lief erfolgreich von Dezember 2024 bis Februar 2025. Schnell stellte sich aber heraus, dass die technologische Entwicklung im KI-Bereich rasant bleiben würde. Somit war auch klar: mit der ersten Staffel würden nicht sämtliche Themen dauerhaft abgedeckt sein.

Die Entwicklungen im KI-Bereich bedürfen dauerhafter journalistischer Begleitung und Einordnung durch Expert:innen – Feedback, das wir sowohl von Partnern- als auch von Zuseher:innen-Seite erhalten haben.

Neue hochkarätige „No Hype KI“-Partner

Wir sind daher rasch in Gespräche mit bestehenden wie auch mit möglichen neuen Partnern gegangen – und freuen uns nun, einen hochkarätigen Partnerkreis für die zweite Staffel von „No Hype KI“ zu präsentieren:

  • ACP
  • EY
  • ITSV
  • KEBA
  • Lenovo
  • Microsoft
  • ONTEC AI
  • Universität Graz

Erste Folge der zweiten Staffel am 4. Dezember

Im Gegensatz zur Staffel 1 werden wir die Folgen nicht geballt innerhalb weniger Wochen veröffentlichen, sondern bis Frühjahr 2026 monatlich einen Roundtable aufnehmen und veröffentlichen. Dies erlaubt es uns, stärker auf aktuelle Entwicklungen einzugehen und das Thema umfassender zu beleuchten.

Am Donnerstag, den 4. Dezember 2025 startet die zweite Staffel mit der ersten Folge. Veröffentlicht wird sie um 10 Uhr hier auf brutkasten.com, YouTubeLinkedIn und Facebook.


Folge 1: Business vs. Technik – wie man KI in Organisationen verankert

Der Titel der Folge lautet „Business vs. Technik: Wie man KI in Organisationen verankert„. Sie beleuchtet, warum KI in Unternehmen nicht als reines Technik-Thema gesehen werden darf und wie man wirklichen Business Value generiert. Außerdem: Wie Führungskräfte ihre Teams bei KI-Projekten mitnehmen können.

Mit dabei sind:

  • Ana Simic (Propeller AI | Founderin)
  • Christian Casari (Ontec | Head of AI Partnership & Sales)
  • Christoph Mayer (EY | Partner, AI & Data)
  • Marcus Kautsch (ACP | Senior Consultant)

Die Serie wird von brutkasten in redaktioneller Unabhängigkeit mit finanzieller Unterstützung unserer Partner produziert.

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Oliver Hamedinger und Jade Bailey, Gründungsduo von Joyh © Joyh Design OG

Ein Spaziergang durch die Wiener Innenstadt oder den Gürtel genügt: Stuckfassaden, hohe Fenster, verzierte Erker – jene Gründerzeithäuser, wegen derer jährlich Millionen Tourist:innen nach Wien kommen. Fast alle sind heute begehrte Wohnadressen. Dasselbe Bild findet sich auch in vielen anderen europäischen Städten wieder, von Paris bis Berlin.

Doch während die Gebäude nach außen mit ihrer Schönheit glänzen verbirgt sich im Inneren ein Energieeffizienz-Alptraum. Rund 80 Prozent der österreichischen Gebäude stammen aus der Zeit vor der ersten OIB-Wärmeschutzrichtlinie, und liegen großteils in einer der schlechtesten Energieklassen. Die Sanierungsrate lag zuletzt bei 1,2 Prozent, denn aufgrund der Fassadenerhaltung scheitert es meist an der Genehmigung. Genau hier will das Wiener Startup Joyh ansetzen. Mit Sandfassaden aus dem 3D-Drucker will man die Gründerzeithäuser energietechnisch in die Neuzeit holen.

Designideen der dämmenden, 3D-gedruckten Fassaden © Joyh Design OG

Ideenfindung auf der Dubai Design Week

Die Idee dazu entstand zufällig: 2023 druckten und gestalteten die beiden Gründer:innen eine Sandskulptur für die Dubai Design Week. Tagelang stand sie in praller Sonne im Freien. „Wir haben gemerkt, dass sie sich beim Anfassen gar nicht aufgeheizt hat“, erzählt Mitgründer Oliver Hamedinger.

Der Grund liegt in der Porosität des Materials: „Der beste Wärmedämmstoff ist Luft“, erklärt Hamedinger – und 3D-gedruckter Sand enthält davon mehr als Beton oder Ton. Mit dieser Erkenntnis in der Tasche gründeten Oliver Hamedinger und Jade Bailey 2024 ihr Sanierungsstartup mit einer klaren Haltung: „Die Gebäude von 2050 stehen schon. Wir müssen nur einen neuen Weg finden, sie zu sanieren“, sagt Co-Founderin Bailey.

Die 3D-gedruckte Skulptur aus Sand auf der Dubai Design Week © Joyh Design OG

Ein Bauteil statt vieler Schichten

Joyh setzt hier mit seinem System „Brian“ an: mineralische Bauteile, gedruckt per Binder-Jetting aus Sand – demselben Verfahren, mit dem sonst Formen für den Stahlguss entstehen. Aktuell arbeitet man für den Druck der einzelnen Fassadenteile mit der voestalpine Foundry Group zusammen, die über die nötigen Maschinen verfügt.

Für die Sanierung wird die Fassade zuvor digital gescannt. So entsteht auch ein digitaler Zwilling, der vor allem bei Reparaturen interessant wird. Die einzelnen Fassadenelemente sind laut Hamedinger rund 12 bis 15 Kilogramm schwer“ die Größe, die ein Bauarbeiter allein auf der Baustelle handhaben darf“ und werden ohne Kleber ineinandergesteckt. Das ermöglicht laut Gründerduo nicht, nur eine simple Anbringung sondern auch einen separaten Austausch.

Eine vollständige thermische Sanierung kostet aktuell 600 bis 800 Euro pro Quadratmeter. Das ist zwar mehr als klassisches WDVS (Wärmedämmverbundsystem), eine mehrschichtige Konstruktion an der Außenseite von Gebäuden, die zur effektiven Wärmedämmung dient, für Gründerzeitfassaden, durch die ganzheitlich benötigte Abtragung allerdings ungeeignet. „Ein großer Teil des Wiener Altbestands fällt aus der Sanierungslogik heraus, weil die üblichen Systeme dort nicht infrage kommen. Genau diese Gebäude wollen wir erreichen“, sagt Mitgründerin Jade Bailey.

Erster Prototyp beim Ars Electronica Festival 2025: Die größte selbsttragende Wand aus 3D-gedrucktem Sand. © Joyh Design OG

Software soll skalieren

Die operative Sanierung soll allerdings nicht bei Joyh bleiben. Skalieren will man hingegen über die dazugehörige Plattform „D2P“, die aktuell aus den Gebäudedaten die fertigungsfertige Druckdateien erzeugt. Diese soll langfristig als Abo-Modell an Architekt:innen und Fertigungspartner:innen weltweit lizenziert werden. „Ein Produkt kann man kopieren. Ein System, das mit jedem Projekt dazulernt, nicht“, sagt Hamedinger.

Von Architektur und Technik zum Startup

Hamedinger bringt technisches Know-how mit, unter anderem aus seiner Zeit bei Siemens, Bailey ist ausgebildete Architektin mit Erfahrung in Österreich, Deutschland, Großbritannien und den USA. Finanziert haben die beiden ihr Startup bislang aus mehreren Quellen: Rund 30.000 Euro brachten sie privat ein, dazu kam eine FFG-Patentförderung. Zuletzt sicherte sich das Team 202.000 Euro aws-PreSeed-Deep-Tech-Förderung und gewann das nationale Finale des ClimateLaunchpad Austria.

Bevor ihr System auf reale Fassaden kommt, muss es sich noch durch Brandschutz-, Statik- und Frost-Tau-Prüfungen beweisen, erste Pilotprojekte sind für Anfang 2027 geplant. „Der eigentliche Test kommt erst, wenn wir es auf echte Fassaden bringen“, sagt Bailey. Ab Mitte desselben Jahres will das Gründerduo zusätzlich strategische Investor:innen an Bord holen.

Erster Prototyp-Scan eines Ornaments an einem Wiener Altbau © Joyh Design OG
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