01.12.2022

Nirmi-Founder: „Unsere Trage ist nicht nachhaltig“

Das oberösterreichische Startup Nirmi kombiniert Leinen mit textiler Kunst aus Mexiko zur Babytrage. Hilft dabei lokalen Frauen und weiß, dass der Begriff "Nachhaltigkeit" oft verwendet wird, um Prozesse zu verschleiern. Selbst achte man dagegen sehr auf Transparenz und Ressourcenschonung.
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(c) Nirmi - Die Nirmi-Founder Christian Kloyber und Elisabeth Potrusil-Kloyber verschleiern keine Prozesse.

Auf einer ihrer Mexiko-Reisen kam dem Gründerpaar die tragende Idee. Elisabeth Potrusil-Kloyber und Christian Kloyber lernten dort Frauen kennen, die ihre Webkunst aufgrund fehlender Absatzmärkte nur schwer verkaufen konnten. Geprägt durch ihr Studium der Kultur- und Sozialanthropologie hatten die beiden die Idee, Kunsthandwerkerinnen zu unterstützen. Sie entwickelten eine Babytrage, die die Welt ein Stück weit besser machen soll. Der Name: Nirmi.

Nirmi mit „Impact Patch“

Die Trage vereint regional hergestellte Naturmaterialien, die fair in Europa verarbeitet werden, mit handgewebter Textilkunst. Zur Integration der per Hand gewebten Einzelstücke musste allerdings eine eigene Methode entwickelt werden, da den Webstücken wichtige Eigenschaften fehlen, die der Stoff einer Tragehilfe nun Mal braucht.

„Die handgefertigten Stoffe sind nicht diagonal-elastisch. Daher kamen wir auf die Idee mit dem Impact Patch„, sagt Potrusil-Kloyber. Jener kann bei der Bestellung selbst gewählt werden und ist austauschbar, wodurch Eltern den Look ihrer Trage verändern können.

Förderung des sozialen Lebens

Den Kunsthandwerkerinnen in Mexiko wird damit zu einem regelmäßigen Einkommen verholfen, was nicht nur zu ihrer finanziellen Unabhängigkeit beitrage. Es fördere auch das soziale und gleichberechtigte Zusammenleben in der Region.

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(c) Nirmi – Nirmi unterstützt Kunsthandwerkerinnen in Mexiko.

Dieser regionale Impact stand bei der Entwicklung stets im Fokus des Gründer-Teams. So stammt der Flachs, das Rohmaterial für den Stoff, der für die Grundstruktur der Babytrage zum Einsatz kommt, aus europäischem Anbau.

Österreichische Webkunst

Gewebt wird er im oberösterreichischen Mühlviertel, von der Weberei Vieböck in Helfenberg. Auch für die Polsterung kommt Wollfilz von heimischen Schafen zum Einsatz.

„Dennoch ist die ‚Nirmi Pure‘-Trage nicht nachhaltig“, meint Christian Kloyber süffisant. „Wir gestalten all unsere Prozesse so ressourcenschonend wie möglich. Aber das Wort ‚Nachhaltigkeit’ verwenden wir äußerst ungern. Damit werden häufiger Prozesse eher verschleiert, als transparent offen gelegt. Uns ist wichtig, dass unsere Kunden und Kundinnen zu 100 Prozent nachvollziehen können, woher die Materialien für ihre Babytrage kommen und in welche Regionen sie damit ihr Geld investieren.“

Genäht wird die Trage in Athen, in einer sozioökonomischen Schneiderei der griechisch-luxemburgischen NGO ANKAA. Diese hilft Menschen, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten, wieder Fuß zu fassen.

Nirmi auch mit lokalen Drucken und Dirndl-Look

Beim aktuellen Start des Onlineshops gibt es neben den mexikanischen Kunsthandwerken auch noch welche aus Oberösterreich. Mit den handbedruckten Blaudruck-Stoffen von der Blaudruckerei Wagner aus dem Mühlviertel lässt sich die Trage auch im Dirndl-Stil ausstatten.

Langfristig soll das Konzept auf Kunsthandwerkerinnen in verschiedensten Regionen der Welt Einzug finden. Mit den „Impact Patches“ sollen weltweit traditionelle Textilkünstlerinnen dabei unterstützt werden, ihre „Lebensbedingungen sowie ihr Selbstwertgefühl durch Wertschätzung ihrer kunsthandwerklichen Arbeit zu verbessern und ihren Kindern Zukunftsperspektiven zu bieten“, so das Ziel des Ebenseer Startups.

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zone14
© Gabler - (v.l.) Simon Schmiderer, Marc Janko, Tobias Gahleitner und Lukas Grömer.

Das Wiener Startup zone14 von Simon Schmiderer, Tobias Gahleitner und Lukas Grömer sammelt. Etwa eine Vertiefung der Partnerschaft mit dem Wiener Sport-Club, Kooperationen mit Rapid und Austria oder auch Investoren wie Manuel Ortlechner – brutkasten berichtete. Nun steigt mit dem Ex-ÖFB-Kapitän Marc Janko ein weiterer ehemaliger Profi-Fußballer als strategischer Investor ein. Über die genaue Summe wurde Stillschweigen vereinbart.

zone14: Kontakt mit Janko bereits vor der WM

„In der Fußballbranche hat der Einstieg von Manuel Ortlechner für Redestoff gesorgt. Daraufhin kamen wir mit Marc in Kontakt, der schnell von unserer Idee begeistert war“, erklärt Co-Founder Simon Schmiderer, wie es zum Einstieg von Janko kam. „Er hat gesehen, dass die Möglichkeiten, die er von Red Bull Salzburg kannte, kurz- und mittelfristig auch in der Breite ein Thema werden. Wir haben bereits vor der Weltmeisterschaft in den USA miteinander gesprochen und es letzten Mittwoch finalisiert.“

Jankos langjährige Spielerkarriere führte ihn durch eine Vielzahl an nationalen und internationalen Clubs. Mit seiner Expertise und seinem Netzwerk soll er nun bei zone14 wertvolle Impulse für die weitere Entwicklung des Unternehmens setzen. Vor allem was die weitere Internationalisierung betrifft.

„Wir erhoffen uns, dass sein großes Netzwerk uns weiter in den Fußball und in neue Märkte hineinbringt“, beschreibt Schmiderer die nächsten Schritte. „Marc hat mit seinen Auslandsstationen eine Reputation und gute Kontakte. Wir haben nicht nach einem x-beliebigen Spieler gesucht, sondern jemanden gewählt, der von seiner Ambition gut zu uns passt. Marc war sehr erfolgreich und hat aus seiner Zeit in Holland (Anm.: FC Twente Enschede) etwa Kontakt nach Afrika, aber auch in die Schweiz.“

In über 10 Ländern im Einsatz

Zone14 entwickelt KI-basierte Video- und Performance-Analysen für den Fußball und skalierte seine Technologie bereits in über zehn Ländern: Mehr als 200 Systeme sind global im Einsatz – von flächendeckenden Ausstattungen ganzer Ligen wie der ersten Profiliga Zyperns bis hin zu Traditionsvereinen wie dem SK Rapid, dem FK Austria Wien und dem SV Darmstadt 98.

„Als Stürmer entscheiden oft Millisekunden. Zone14 verbindet Video und KI-Daten so, dass sie sofort nutzbar sind – ganz ohne teure GPS-Westen oder zusätzliche Hardware“, erklärt Janko den Grund für sein Investment. „Das nimmt enorm viel Aufwand aus der täglichen Arbeit. Es begeistert mich, dass dadurch nicht nur Top-Klubs, sondern auch die breite Basis im Fußball die Chance bekommt, wie die Profis zu arbeiten.“

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