04.04.2025
SICHERHEIT IN CLUBS

Night Saver: Schul-Spinoff entwickelt Teststreifen für K.O.-Tropfen

In einer Startup-Schule entwickeln Michael Stermann und Johannes Franner die Idee für den Night Saver. Drei Jahre später, nämlich am kommenden Montag, soll das Produkt in den Verkauf gehen.
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Das Team von Night Saver
Das Team von Night Saver | Foto: Night Saver

„Meine beiden Schwestern wurden mit K.O.-Tropfen vergiftet und das hat mich zum Nachdenken gebracht“, sagt Michael Stermann. Er denkt so lange nach, bis er eine Idee hat, wie andere sich in Zukunft besser schützen können. Das Projekt Night Saver startet Stermann gemeinsam mit seinem Kollegen Johannes Franner vor drei Jahren in einer Startup-Schule. Es geht um Tests, mit denen jede:r sofort erkennen kann, ob K.O.-Tropfen in einem Getränk sind oder nicht.

Seitdem ist viel passiert: Stermann studiert mittlerweile Wirtschaftsinformatik, Franner Wirtschaftsrecht. Die meiste Zeit verbringen sie aber nach wie vor mit Night Saver. Mittlerweile haben sie dort auch einen Chemiker als Co-Founder an Bord. Kommenden Montag soll das Produkt in den Verkauf gehen.

„Ein Tropfen reicht“

Der Night Saver ist eine aufklappbare Karte im Visitenkartenformat. Das finale Produkt verfügt über sechs gelbe Testfelder in Herzform. „Wenn sie in Kontakt mit K.O.-Tropfen kommen, dann verfärben sie sich lila“, erklärt Stermann. Die Sensitivität sei dabei deutlich höher als bei Konkurrenzprodukten, sagen die Gründer. Auch die Menge an Flüssigkeit, die zum Testen verwendet werden müsse, sei vergleichsweise gering. „Ein Tropfen reicht und das ist sofort verfärbt“, sagt Franner. Das Testverfahren haben Stermann und Franner patentieren lassen.

Night Saver erkennt die zwei häufigsten K.O.-Tropfen

Derzeit reagiert der Test auf die Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB), auch bekannt als Liquid Ecstasy, und Gammabutyrolacton (GBL). GHB und GBL gelten als die am häufigsten verwenden K.O.-Tropfen in Europa, weil sie geruchlos sind und der Körper sie schnell metabolisiert. Das bedeutet, sie sind im Nachhinein nur schwer nachzuweisen. Stermann und Franner wollen die Forschung fortsetzen, um mit dem Night Saver in Zukunft auch Benzodiazepine und Ketamin erkennen zu können – auch sie kommen in Europa häufig vor.

Mehr als 2.300 Testläufe hat das Team durchgeführt. „Es gab kein einziges falsches Ergebnis“, sagt Franner. Weder Hitze noch Kälte sollen die Testreaktion beeinflussen. Den Prüfbericht wollen die Gründer auf der Webseite des Unternehmens veröffentlichen.

Produktlaunch in ein paar Tagen

Über den eigenen Online-Shop sollen Interessierte das Produkt ab Montag erwerben können, eine Sechserkarte kostet 5,99 Euro. Neben dem B2C-Geschäft wollen die Gründer auch B2B-Kund:innen gewinnen. Mit Veranstaltern und Clubs sind sie bereits in Gesprächen.

Bisher ist das Startup eigenfinanziert. „Wir hatten aber glücklicherweise viele Leute, die uns geholfen haben, weil wir eben ein sehr junges Team sind. Viele Menschen haben uns kostenlos unterstützt, zum Beispiel mit Unternehmensberatung oder mit Marketing“, erzählt Franner. Das Marketing hat mittlerweile zur Gänze eine vierte Person im Team übernommen.

Das nächste große Ziel: nach dem Produktlaunch so schnell wie möglich den Proof of Concept erreichen, um den Night Saver auch im Einzelhandel anbieten zu können.

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(v.l.) Das Führungsteam von reebuild: Nicolaus Lederer, Alexander Kornell, Matteo Cimadom, Luca Papay © Oskar Fleischanderl

Papierordner und manuell geführte Excel-Tabellen sollen der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach reebuild geht. Das Tech-Startup automatisiert mit seiner KI administrative Tätigkeiten von Bauleitern. Es wandelt also Dokumente, PDFs, Fotos etc. in strukturierte Daten um oder automatisiert Aufgaben wie die Rechnungsprüfung. In der vergangenen Pre-Seed-Runde sind bereits bekannte Investoren wie Hansi Hansmann eingestiegen (brutkasten berichtete). Nun schloss reebuild eine Seed-Runde von über drei Millionen Euro ab, angeführt vom europäischen Investor Fortino Ventures, mit Beteiligung von Rise PropTech und CuriosityVC.

Weitere Automatisierung des kaufmännischen Ablaufs

Mit dem frischen Kapital sollen KI-gestützte Module weiterentwickelt werden, durch die der kaufmännische Ablauf von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisiert werde. „Wir wollen den Kosmos auf unserer Plattform mit immer neuen Workflows erweitern. Darunter verstehen wir z.B. den Erstellungsprozess von Ausgangsrechnungen“, sagt CEO und Gründer von reebuild Alexander Kornell im brutkasten-Gespräch. Zudem soll das Büro in Wien personell aufgestockt werden. Aktuell ist reebuild in Deutschland und in Österreich etabliert. Durch die Investitionen soll nun in weitere europäische Länder wie Italien oder Polen expandiert werden. Es gebe bereits Entwicklungspartnerschaften mit ersten Proof Points.

Zu den Kund:innen zählen Unternehmen wie Pittel+Brausewetter oder 3SI Immogroup. Die Software wird, laut dem Startup, in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren“, sagt Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures. Reebuild erklärt, dass die Verwaltung und Steuerung von Kosten zwischen den Abteilungen im operativen Geschäft der Baubranche veraltet sei. Rechnungen würden händisch mit Vertragsbedingungen oder Lieferscheinen abgeglichen und Führungskräfte würden Entscheidungen auf Basis überholter Informationen treffen müssen.

„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt Kornell über die Baubranche und ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir diesen Markt mit einem Team aus Bau- und Technologie-Know-how aufmischen können. Nicht mit einem weiteren Tool, sondern mit einer Lösung, die wirklich versteht, wie Baustellen und Projekte kaufmännisch abgewickelt werden.“

Reebuild sorge für beschleunigte Prozesse und aktuellere Entscheidungsgrundlagen, was wiederum zu messbaren Einsparungen im gesamten Unternehmen führe. Beschaffungskosten könnten dadurch um bis zu 20 Prozent sinken.

Vision: Administrativer Aufwand auf null senken

Der bürokratische Aufwand soll laut reebuild in Zukunft gänzlich verschwinden. Auf Basis der strukturierten Daten hinter jedem Dokument entwickele reebuild das Agentic Backoffice für Bauunternehmen. KI-Agenten übernehmen eigenständig Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung. Dadurch sollen Teams ihre Zeit eher für das operative Geschäft anstatt für das manuelle Kostencontrolling nutzen.

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