11.03.2026
E-COMMERCE

Niceshops-Zahlen 2025: Umsatzerwartung übertroffen – bislang erfolgreichstes Jahr

Das steirische E-Commerce-Scaleup Niceshops veröffentlichte ausgewählte Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Noch 2024 hatte man 20 Prozent der Belegschaft abbauen müssen.
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Die Niceshops-Geschäftsführung v.l.n.r.: Roland Fink, Carina Hödl und Christoph Schreiner | (c) Niceshops
Die Niceshops-Geschäftsführung v.l.n.r.: Roland Fink, Carina Hödl und Christoph Schreiner | (c) Niceshops

Nach einem massiven Wachstumsschub in der Coronakrise erlebte das steirische E-Commerce-Scaleup Niceshops ab 2022 einen Dämpfer, der im Abbau von rund 20 Prozent der Belegschaft im Jahr 2024 gipfelte (brutkasten berichtete). Vergangenes Jahr verkündete man dann aber schon zum Halbjahr die Rückkehr in die Gewinnzone und wies ein Umsatzziel von 160 Millionen Euro für das Gesamtjahr aus.

EBITDA auf 8 Mio. Euro erhöht

Wie aus nun kommunizierten Zahlen hervorgeht, konnte dieses Ziel letztlich übertroffen werden. Demnach stieg der Umsatz um rund 20 Prozent auf 169 Millionen Euro. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erhöhte sich dabei auf acht Millionen Euro. 2025 sei damit das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte gewesen. Dafür wurden etwa zwei Millionen Pakete aus dem Logistikzentrum im südoststeirischen Saaz in 80 Länder versendet. Die Exportquote habe dabei 88 Prozent betragen. Eine besonders starke Performance habe man in der Schweiz, in Ungarn und Polen erzielt. Die Märkte Rumänien und Norwegen wurden neu erschlossen.

„Systemstärke ermöglicht es uns, neue Märkte und Shop-Konzepte effizient zu integrieren“

Dabei sei die Entwicklung im europäischen Onlinehandel insgesamt „eher verhalten“, betont man bei Niceshops. „Die Verzahnung von selbst entwickelter Technologie, leistungsfähiger Logistik und einer klar aufgebauten Organisation bilden die Grundlage unseres Wachstums. Von herausragender Bedeutung sind unsere Kolleg:innen, die Tag für Tag Verantwortung übernehmen und mit Herzblut bei der Sache sind“, kommentiert Co-Geschäftsführerin Carina Hödl. „Diese Systemstärke ermöglicht es uns, neue Märkte und Shop-Konzepte effizient zu integrieren.“

30 spezialisierte Online-Shops – Diversifikation als Stabilitätsfaktor

Insgesamt betreibt Niceshops rund 30 spezialisierte Online-Shops in unterschiedlichen Produktkategorien in bis zu 18 Sprachen. Im Laufe der Zeit wurden dafür auch mehrere Online-Shop-Startups aufgekauft, etwa 9Weine, Cosmeterie oder Shöpy (nach dem Exit auf 42things umbenannt). Die Diversifikation reduziere Abhängigkeiten einzelner Märkte und stabilisiere das Geschäftsmodell auch in volatilen Phasen, heißt es vom Scaleup. „Wir kombinieren spezialisierte Shop-Welten mit einer zentralen Technologie- und Logistikplattform. Damit können wir Skaleneffekte entlang der gesamten Wertschöpfung realisieren“, sagt Co-Geschäftsführer Christoph Schreiner.

50 Neueinstellungen 2026 geplant

Dieses Jahr plant Niceshops, rund 50 weitere Mitarbeiter:innen einzustellen. Aktuell sind etwa 400 Personen für das Unternehmen tätig. Neben Nachhaltigkeit – etwa durch 100 Prozent Ökostrom, plastikfreien Versand und eine Retourenquote von nur drei Prozent lege man besonders Wert auf eine familienfreundliche und wertschätzende Unternehmenskultur, für die man bereits mehrfach ausgezeichnet worden sei, heißt es vom Scaleup. „Unser Anspruch war immer, wirtschaftlichen Erfolg mit einer klaren Wertebasis zu verbinden“, sagt dazu Gründer und Co-Geschäftsführer Roland Fink. „Dass wir 2025 beides unter Beweis stellen konnten, bestätigt unsere nachhaltige Entwicklung.“

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(c) Michael Meier - Maximilian Kindler, Gründer von incaseof.law.

Rund 600 Rauchfangkehrerbetriebe gibt es in Österreich, rund 350 davon arbeiten mit der Grazer Branchensoftware WinChim. Sie können überfällige Rechnungen nun direkt aus dem Verrechnungsmodul an das Wiener LegalTech incaseof.law übergeben. Die Plattform übernimmt den weiteren Prozess, vom außergerichtlichen Mahnverfahren bis zur gerichtlichen Durchsetzung.

Die beiden Unternehmen haben die Kooperation Anfang Oktober bekannt gegeben. Für das Startup von Gründer und CEO Maximilian Kindler ist WinChim nach eigenen Angaben die erste Branchensoftware, über die es eine ganze Branche erreicht.

Viele kleine Rechnungen, wenig Zeit

Die Leistungen der Rauchfangkehrer sind gesetzlich vorgeschrieben, die Tarife reguliert. Daraus ergibt sich ein eigenes Forderungsbild: sehr viele kleine, wiederkehrende Rechnungen an Privathaushalte und Hausverwaltungen. Die Betriebe zählen im Schnitt sechs Beschäftigte, offene Rechnungen verfolgt meist der Inhaber selbst. Eine klassische Inkassobeauftragung zahle sich bei Kleinbeträgen oft nicht aus, heißt es weiter.

„Unsere Anwender wollen kehren, messen und beraten, nicht Zahlungserinnerungen schreiben. Mit incaseof.law ist der offene Posten in unserer Buchhaltungssoftware mit einem Klick erledigt, der Rest passiert im Hintergrund“, sagt Martin Haidenthaler, Gründer von WinChim. Das Unternehmen wurde 1999 in Graz gegründet und ist nach eigenen Angaben Marktführer unter den Rauchfangkehrerbetrieben in sieben Bundesländern.

„Rauchfangkehrer sind das Paradebeispiel für eine Branche, in der Forderungsmanagement bisher schlicht nicht stattfindet, weil es sich nicht auszahlt. Über WinChim erreichen wir die Betriebe dort, wo ihre Rechnungen entstehen. Ab jetzt kommt das Geld dorthin, wo es hingehört: auf das Konto des Betriebs.“

Die Inkassokosten trägt der säumige Schuldner

Laut Aussendung zahlt die Plattform eingehende Beträge ohne Abzüge an den Betrieb aus. Woran incaseof.law dann verdient, erklärt Kindler auf brutkasten-Anfrage: „Der Rauchfangkehrer zahlt uns nichts, weder Provision noch Gebühr. Unser Umsatz kommt ausschließlich vom säumigen Schuldner, und zwar aus den Inkassokosten und den Verzugszinsen.“

Diese Kosten sind laut Kindler durch die Verordnung über die Höchstsätze der Inkassoinstituten gebührenden Vergütungen gedeckelt. Zudem müssen sie nach dem Allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) in einem angemessenen Verhältnis zur Forderung stehen. Die Verordnung würde es ihm zufolge auch erlauben, dem Auftraggeber eine Gebühr zu verrechnen. Darauf verzichte man ausnahmslos.

Was das für Schuldner:innen bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel des Gründers. Bei einer offenen Rechnung über 80 Euro fallen mit der ersten Zahlungsaufforderung rund 25 Euro inklusive Umsatzsteuer an, dazu Verzugszinsen von wenigen Cent. Das entspricht einem Aufschlag von rund 31 Prozent. Wer nach der ersten Aufforderung zahlt, bleibt laut Kindler bei diesem Betrag. Bezahlt werden kann über ein Online-Portal, auf Wunsch in Raten über bis zu zwölf Monate. Zu den Kosten bei weiteren Mahnschritten oder im gerichtlichen Verfahren machte Kindler keine Angaben.

Noch keine Zahlen für die Branche

Zahlen für die Rauchfangkehrerbranche gibt es noch nicht, die Anbindung ist erst seit Anfang Oktober aktiv. Kindler erwartet aber eine sehr hohe Quote, weil die Leistung gesetzlich vorgeschrieben, dokumentiert und zu regulierten Tarifen verrechnet sei: „Echten Streit über die Forderung gibt es da kaum. Meistens ist die Rechnung schlicht liegen geblieben.“

Zahlt ein Schuldner trotz mehrerer Mahnschritte nicht, geht der Fall laut Kindler auf derselben Plattform ins gerichtliche Forderungsmanagement über, mit Anbindung an den Elektronischen Rechtsverkehr in Österreich und Deutschland.

Weitere Branchen im Blick

Seit Mai können Kund:innen der Finanzautomatisierungsplattform ibana das Inkasso direkt aus deren Plattform beauftragen (brutkasten berichtete).

Als weitere Branchen sieht sich das Startup laut Kindler Hausverwaltungen, das Gesundheits- und Pflegeumfeld und das Handwerk an und entwickelt dafür eigene Produktlinien. „Die Logik ist überall gleich: viele kleine Rechnungen, kleine Betriebe, kaum Zeit für das Mahnwesen“, so Kindler. Weitere Anbieter will incaseof.law nennen, sobald die Verträge stehen.

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