27.04.2023

Niceshops: Logistik-Dienstleister vereinfacht Zoll und Versand in die Schweiz

Der österreichische E-Commerce-Experte niceshops hat eine Lösung zur vereinfachten Zollabwicklung und effizienten Logistik mit der Schweiz entwickelt.
/artikel/niceshops-schweiz
Florian Flock und Nicole Stenekes von niceshops © niceshops

Das österreichische E-Commerce-Unternehmen Niceshops betreibt rund 40 Onlineshop-Portale in 16 Sprachen und setzt damit am europäischen Markt rund 150 Millionen Euro um. Darüber hinaus bietet Niceshops sein Know-how auch anderen Handelsbetrieben als Logistik-Dienstleistung und -Support an, und deckt dabei Warenwirtschaft, Verpackung, Versand und Retourenmanagement ab.

Ab sofort soll der Logistik-Support auch die Zollabwicklung für Schweizer Märkte umfassen: Kund:innen und Partner:innen von niceshops, also sowohl Hersteller:innen als auch Online-Händler:innen, sollen nun bei Ex- und Import ihrer Produkte in den Schweizer Markt unterstützt werden.

Zustellung in die Schweiz in zwei bis drei Werktagen

Zur Warenüberfuhr in die Schweiz hat niceshops ein vollautomatisches System entwickelt, das über technische Schnittstellen direkt an Zollämter und Abwicklungspartner:innen angebunden ist. Außerdem soll die eigens installierte Fiskalvertretung im Zielmarkt Pakete günstiger und schneller versenden. Das System sei mit jeder beliebigen Fiskalvertretung kompatibel. Täglich soll ein LKW all jene Produkte von Unternehmen, die die Leistungen von niceshops in Anspruch nehmen, in die Schweiz liefern.

Handel mit Schweizer Markt vereinfacht

Niceshops verfügt über ein eigenes Retourenlager in der Schweiz, über das auch Rücksendungen von anderen Unternehmen abgewickelt und rückverzollt werden können. Der Handel mit der Schweiz gestalte sich damit ähnlich wie mit einem Land innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, wie niceshops selbst kommuniziert. Die Lieferungen sollen über die Schweizer Post ausgetragen werden.

“Partner können Logistik und Zoll auslagern”

Die Zoll- und Logistiklösung biete Partnerunternehmen neue Möglichkeiten zur Erschließung des Schweizer Marktes. Dies bestätigt Nicole Stenekes, Verantwortliche für den Vertrieb der Dienstleistungsprodukte von niceshops: „Im Zuge unseren Fulfillment-Services übernehmen wir über eine Schnittstelle die Bestellungen unserer Partner:innen und wickeln im Hintergrund den gesamten Logistikprozess inklusive Zoll ab.“ Die erste Paketlieferung sei bereits mit dem niceshops-Partner “ehrenwort”, einem Spezialisten für Bio-Gewürze, erfolgt.

Laut Florian Flock, Leiter der Produktentwicklung, können Partnerunternehmen mit der transnationalen Zoll- und Logistiklösung genau jene Unternehmensbereiche auslagern und die Zahl der täglichen Paketlieferungen steigern.

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Die Eye-Tracking-Brille von Viewpointsystem kommt im Rahmen des EU-Projekts Manufactor in der Industrie zum Einsatz | (c) viewpointsystem
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Einarbeitungszeiten um mehr als 35 Prozent und Fertigungsfehler um 20 Prozent reduzieren; gleichzeitig das Vertrauen der Mitarbeitenden in die eigenen Fähigkeiten um mehr als 20 Prozent steigern und die körperliche und mentale Belastung senken – das sind die ambitionierten Ziele des Projekts Manufactor.

Mit sechs Millionen Euro von Horizon Europe gefördert

14 Partner aus zehn EU-Ländern sind daran beteiligt, darunter Universitäten wie TU Darmstadt (Deutschland) und Universität Uppsala (Schweden), Industriebetriebe wie Hitachi Energy Sweden und Volkswagen Autoeuropa (Portugal) und Startups wie u-sense.it (Italien) und Viscando (Schweden). Mit dem oberösterreichischen Maschinenbauer Fill und dem Wiener Datenbrillen-Startup Viewpointsystem sind auch zwei österreichische Unternehmen bei dem im Rahmen von Horizon Europe mit sechs Millionen Euro geförderten EU-Projekt dabei.

Zusammenführung mehrerer Technologien

Um die zuvor genannten Ziele zu erreichen, sollen im Rahmen des auf drei Jahre angesetzten Forschungs- und Entwicklungsprojekts mehrere Technologien zusammengeführt werden und ein validierter Prototyp entstehen: tragbare Sensoren, XR-Brillen, Eye Tracking, 3D-Bildsensoren, KI-Agenten und Human Digital Twins. „Zusammen liefern sie Informationen über die körperliche und kognitive Situation der Mitarbeitenden und ermöglichen eine situationsgerechte Unterstützung direkt am Arbeitsplatz. Im Mittelpunkt stehen dabei der Mensch und die Frage, wie Technologie ihn bei seiner Arbeit bestmöglich unterstützen kann“, heißt es von Projektpartner Viewpointsystem in einer Aussendung.

Vom Eye-Tracking zum „Human Digital Twin“

Das Wiener Startup steuert als einer von vier zentralen Technologiepartnern eine Weiterentwicklung seiner Eye-Tracking-Brille bei. Die Eye-Tracking- und Kameradaten der Brille sollen im Projektverlauf mit weiteren Sensordaten zusammengeführt werden. Daraus soll ein Echtzeitbild der körperlichen und kognitiven Situation von Mitarbeitenden, also ein sogenannter „Human Digital Twin“ entstehen. KI-Agenten sollen diese Informationen dann nutzen, um die Unterstützung an die jeweilige Situation anzupassen, etwa durch Audioanweisungen oder direkt in der XR-Brille eingeblendete Informationen.

„KI kann ihre Unterstützung an die Person und die jeweilige Situation anpassen“

„Wirklich adaptive Unterstützung beginnt damit, den Menschen hinter der Aufgabe zu verstehen. Eye Tracking gibt uns in Echtzeit Aufschluss über die Aufmerksamkeit und kognitive Belastung eines Menschen“, erklärt Frank Linsenmaier, CTO von Viewpointsystem. „Auf dieser Grundlage kann KI ihre Unterstützung an die Person und die jeweilige Situation anpassen und damit über eine reine Automatisierung von Assistenz hinausgehen.“

Test in der Next World Factory von Fill

Getestet wird das unter anderem bei Industriepartner Fill, konkret im firmeneigenen Ausbildungs- und Lernzentrum Next World Factory. Im Projekt soll untersucht werden, wie adaptive, KI-gestützte Assistenz den Kompetenzerwerb beschleunigen und die sichere Anwendung im Arbeitsalltag unterstützen kann. Martin Muik, Forschung und Entwicklung bei Fill, nennt auch den Fachkräftemangel als Grund für das Projekt. „Mit Manufactor wollen wir erproben, wie intelligente Assistenz das Lernen individueller, effizienter und motivierender gestalten und Menschen dabei unterstützen kann, ihr Potenzial bestmöglich zu entfalten.“

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