06.05.2022

Wie niceshops mit dem Joint Venture „Geero“ Lieferproblemen bei E-Bikes den Kampf ansagt

Das österreichische E-Commerce-Unternehmen niceshops hat bereits im Jahr 2016 gemeinsam mit der österreichischen E-Bike Schmiede Bikee das Joint Venture "Geero" ins Leben gerufen. Mit Hilfe einer eigenes entwickelten Software beugt man aktuell Lieferkettenprobleme im E-Bike-Segment vor.
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niceshops
(c) Niceshops

Die Lieferkettenprobleme im Welthandel spitzen sich durch die Pandemie und nicht zuletzt aufgrund des Ukraine-Kriegs aktuell weiter zu. Besonders betroffen ist dabei das E-Bike-Segment. Teilweise werden Bestellungen bis zu drei Jahre im Voraus geordert, da Rahmen, Schaltungen oder Akkus fast ausschließlich in Fernost produziert werden. Zudem wird die Produktion immer wieder aufgrund von pandemiebedingten Werksschließungen in China zurückgeworfen. Im schlimmsten Fall sind gewisse Ersatzteile und Komponenten aktuell gar nicht lieferbar.

Geero: Joint Venture zwischen niceshops und Bikee

Das bereits 2016 gegründete Joint Venture „Geero“ des österreichischen E-Commerce-Unternehmen niceshops und dem österreichischen E-Bike Herstellers Bikee hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Lieferschwierigkeiten den Kampf anzusagen. Hinter Bikee stecken die beiden steirischen Brüder Michael und Tomy Rath, die das E-Bike „Geero“ entwickelt haben.

Gemeinsam mit niceshops wurde in den letzten Jahren ein internationales Lieferanten- und Onlineshop-Netzwerk auf die Beine gestellt. Hochwertige Komponenten namhafter Hersteller werden dabei im südsteirischen Wagna zusammengebaut, pulverbeschichtet und montiert. Reparatur und Service erfolgen im oststeirischen Saaz. Damit soll auch die Wertschöpfung in Österreich bleiben. Mehr als 40 heimische Mitarbeiter:innen finden laut niceshops mittlerweile durch Geero eine Beschäftigung.

(c) Geero

Das E-Bike verfügt laut den Bikee Gründern über weniger als 20 Kilogramm und einen entnehmbaren Akku. Dieser soll im Idealfall eine Reichweite von rund 100 Kilometern aufweisen. Zudem gewährt Geero auf den Akku freiwillig drei Jahre Garantie, wohlgemerkt zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen zwei Jahren Gewährleistung. Auf Rahmen und Gabel gibt es sogar zehn Jahre. Garantie. Wer das E-Bike „Geero“ vor dem Onlinekauf ausprobieren möchte, kann in 50 Regionen in Österreich und Deutschland eine kostenfreie Probefahrt online buchen.

Software berechnet Bestellungen im Voraus

Durch das gebündelte Markt- und Logistik-Know-how und die eigene Produktion in Wagna ist man laut niceshops im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern am Markt das gesamte Jahr 2022 in der Lage, das gewünschte E-Bike zu liefern. Im Vorjahr war das mehr als 3.500 Mal der Fall.

Im Logistikzentrum im steirischen Saaz berechnet außerdem eine von niceshops eigens entwickelte Software aufgrund der Lieferhistorie, wie weit ein Produkt im Voraus geordert werden muss. Die Bestellungen erfolgen automatisch. Das intelligente System passt die Orderzeiten an die jeweiligen Lieferant:innenketten und Marktverhältnisse um Tage, Wochen und Monate an.

Die Strategie und das Wachstum hinter niceshops

Das Joint Venture von niceshops ist nur eines von vielen Feldern, in denen der österreichische E-Commerce Spezialist aktiv ist. niceshops mit Hauptsitz im steirischen Saaz und Standorten in Graz, Wien und Ulm betreibt mehr als 40 verschiedene Shop-Portale mit mehr als einer Million aktiven Kund:innen. Die Exportquote beläuft sich dabei auf rund 80 Prozent, wofür das Unternehmen auch mit dem österreichischen Exportpreis ausgezeichnet wurde.

Das rasante Wachstum von niceshops wurde in der Vergangenheit durch die Übernahme von rund einem Dutzend Startups befeuert. Das Unternehmen setzt dabei auf zahlreiche Nischenshops, die ganz unterschiedliche Kundensegmente von Trachtenmode über Swimming-Pools und regionale Spezialitäten bis zu Edel-Brennholz und 3D-Druck-Zubehör abdecken. Mehr über das Wachstum des Unternehmens könnt ihr auch hier nachlesen.


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FFG-Geschäftsführerinnen Henrietta Egerth und Karin Tausz (v.l.) | (c) Philipp Stambera/FFG

Sie haben einen klar definierten Zweck: konkrete Forschungsergebnisse für die wirtschaftliche Nutzung zu liefern. 24 „Comet-Zentren“ (Competence Centers for Excellent Technologies) gibt es mittlerweile in Österreich; das Programm-Management liegt bei der FFG. „Die Zentren bringen exzellente Forschungseinrichtungen und engagierte Unternehmen zusammen und schaffen damit ein Umfeld, in dem neue Erkenntnisse rasch in Technologien, Produkte und Anwendungen überführt werden können“, heißt es von den beiden FFG-Geschäftsführerinnen Henrietta Egerth und Karin Tausz.

Nun wurde eine neue Förderrunde für drei bestehende und ein neues Zentrum beschlossen. 31,6 Millionen Euro kommen dabei von Infrastruktur- und das Wirtschaftsministerium, 15,8 Millionen Euro von den beteiligten Bundesländern. Unternehmenspartner bringen zusätzlich rund 45,2 Millionen Euro, wissenschaftliche Partner weitere 4,9 Millionen Euro ein. Insgesamt ergeben sich daraus etwa 97,5 Millionen Euro Finanzierung.

Neues Comet-Zentrum erforscht „selbstheilende Systeme“

Neu hinzu kommt dabei das Kompetenzzentrum ARC (Autonomic Resilience in Dynamic Networked Systems). Dort sollen Methoden erforscht werden, um die Widerstandsfähigkeit technischer Systeme, kritischer Infrastrukturen und Unternehmen gegenüber Krisen und externen Schocks zu erhöhen. Im Mittelpunkt stünden dabei „autonom agierende und selbstheilende Systeme, die auf Künstlicher Intelligenz sowie Schwarmintelligenz basieren“, heißt es in einer Aussendung. Das Zentrum wird von der Lakeside Labs GmbH in Klagenfurt koordiniert. Neben dem Land Kärnten sind auch Burgenland und Tirol beteiligt. Zudem fließen in der aktuellen Runde Mittel an die Comet-Zentren Linz Center of Mechatronics GmbH (LCM), Materials Center Leoben Forschung GmbH (IMI) und Virtual Vehicle GmbH (COMET SDM).

Zentren sollen Beitrag zu Schlüsseltechnologien der Industriestrategie bringen

Auf politischer Seite betont man den Beitrag der Zentren zur Industristrategie 2035 (brutkasten berichtete). Dabei erhofft man sich einen Beitrag zu den dort definierten Schlüsseltechnologien, im konkreten Fall „Künstliche Intelligenz und Dateninnovation“, „Mobilitätstechnologien“, „Fortgeschrittene Produktionstechnologien und Robotik“ und „Anspruchsvolle Materialien“.

„Mit den Comet-Zentren investieren wir gezielt in jene Schlüsseltechnologien, die über die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts in den kommenden Jahrzehnten entscheiden“, meint Innovationsminister Peter Hanke. Und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer erklärt, die Finanzierung der Zentren sei „der nächste Schritt in der Umsetzung der Industriestrategie und ein entscheidender Hebel zur erfolgreichen Überführung exzellenter Forschungsergebnisse in markttaugliche Produkte.“

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