11.08.2023

750 Mio. Euro für 3 Jahre altes Berliner Startup

Das Berliner Windenergie-Startup Nextwind will ganze Windparks kaufen und erneuern, um ein großer Player am Markt zu werden.
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Nextwind Windpark
(c) Zbynek Burival via Unsplash

Es gibt jene Startups, die in der sprichwörtlichen Garage (bzw. in Europa meist eher in einem kleinen Co-Working-Space) mit nichts außer einer Idee starten. Und es gibt Startups von finanzkräftigen alten Hasen aus der Branche, die schon mit einem Budget, von dem andere nur träumen können, loslegen. Das Berliner Startup Nextwind zählt zur zweiten Kategorie. 2020 starteten die drei nicht mehr ganz jungen Gründer Lars B. Meyer, Werner Süss und Ewald Woste ihr Business mit einem 100-Millionen-US-Dollar-Investment im Rücken. Nun, drei Jahre später, holte sich das Unternehmen, das zu einem führenden Windkraft-Anbieter werden will, in einer neuen Finanzierungsrunde stolze 750 Millionen US-Dollar.

Die Nextwind-Gründer Werner Süss, Ewald Woste und Lars B. Meyer | (c) Nextwind

„Finanzierungsrunde“ oder „Übernahme“?

Der US-VC Sandbrook Capital steigt dabei gemeinsam mit PSP Investments, dem Investment-Arm eines kanadischen Pensionsfonds und dem ebenfalls kanadischen institutionellen Investor IMCO ein. Während Nextwind selbst und deutsche Medien von einer „Finanzierungsrunde“ schreiben, ist in mehreren Internationalen Medien von einer „Übernahme“ des Unternehmens durch die Investoren die Rede. Jedenfalls dürfte eine Mehrheit der Anteile des Startups mit aktuell 20 Mitarbeiter:innen gekauft worden sein. Die Gründer behalten aber dem Vernehmen nach die operative Führung.

Nextwind-Gründer: „Umsetzung unseres Geschäftsmodells beschleunigen“

Die Investoren sehen in ihren Statements im Investment einen wichtigen Schritt im Einstieg in den Markt für Erneuerbare Energien. Nextwind-Co-Gründer Meyer sieht das Unternehmen in einer Aussendung gestärkt: „Mit den neuen Kapitalgebern im Rücken können wir jetzt die Umsetzung unseres Geschäftsmodells beschleunigen: Wir werden weitere Windkraftanlagen erwerben und repowern, um unser Ziel zu erreichen, ein großer grüner Stromproduzent in Deutschland zu werden.“

„Repowern“ als Strategie

Nextwind betreibt aktuell bereits zehn Windparks in Nord- und Ostdeutschland. Momentan lautet die Strategie, alte Windparks zu kaufen und zu erneuern – das sogenannte „Repowern“. Doch: „Das Repowering ist der Startpunkt“, erklärt Co-Gründer Süss und skizziert weitere Pläne: „Wir identifizieren Windparks, die für die Kombination mit Photovoltaikanlagen sowie Batterien zur Zwischenspeicherung geeignet sind“.

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Combyn, Biogena
© zVg - Der BioCore Loop von Combyn.

Die Combyn Health Care GmbH mit Sitz in Graz entwickelt medizintechnische Lösungen für Prävention und Gesundheitsanalyse. Mit dem BioCore Loop hat das Unternehmen einen Health Kiosk entwickelt, der eigenen Angaben nach mehrere Untersuchungsmethoden in einem Gerät vereint und die erhobenen Gesundheitsdaten unmittelbar nach der Messung aufbereitet.

Dafür gab es (bereits im August) ein Investment von Biogena. Über die Höhe und die Beteiligungsverhältnisse wurde Stillschweigen vereinbart – laut wirtschaft.at ist aber öffentlich ersichtlich, dass sich Biogena laut Letztstand 5,68 Prozent der Anteile gesichert hat.

Combyn: BioCore Loop im Zentrum

Im Zentrum der Zusammenarbeit steht der erwähnte BioCore Loop. Das System ermöglicht nach Angaben des Unternehmens eine vollautomatisierte Gesundheitsmessung in weniger als fünf Minuten. Die Messung könne selbstständig und ohne unmittelbare Unterstützung durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden.

Der BioCore Loop erfasst unter anderem Gesundheitsparameter zu Herz und Kreislauf, autonomem Nervensystem, Gefäßsteifigkeit, Flüssigkeitshaushalt, Muskelmasse und Körperfett. Die Ergebnisse werden aufbereitet und sollen medizinisches Fachpersonal bei der Einschätzung ausgewählter gesundheitlicher Risiken unterstützen. Darüber hinaus unterstützt das System die Einschätzung gesundheitlicher Risiken wie Osteoporose, Diabetes, Sarkopenie oder Herzinsuffizienz, wie es heißt.

BioCore Loop wurde in Österreich entwickelt und die Technologie wurde laut Unternehmensangaben an mehr als 6.000 Patienten validiert. Das System wird heute unter anderem in österreichischen Schwerpunktkrankenhäusern sowie in Forschungseinrichtungen in den USA und Finnland eingesetzt.

Früherkennung als Credo

„Die Zukunft der Medizin beginnt nicht erst dann, wenn ein Mensch krank ist. Sie beginnt damit, gesundheitliche Veränderungen und Risiken frühzeitig zu erkennen und daraus die richtigen Maßnahmen abzuleiten“, sagt Albert Schmidbauer, Gründer und CEO der Biogena Group. „Combyn hat eine Technologie entwickelt, die komplexe Gesundheitsdaten innerhalb weniger Minuten verfügbar und für die weitere Einordnung nutzbar macht. Diese Verbindung aus Wissenschaft, Prävention, Effizienz und einfacher Anwendung hat uns überzeugt.“

Für Biogena ist die Beteiligung ein weiterer Schritt in der Entwicklung vom Mikronährstoffunternehmen zu einem umfassenden Gesundheitsökosystem, wie auch Schmidbauer brutkasten gegenüber im Juli erklärte: Dieses umfasst neben Premium-Mikronährstoffen auch Diagnostik, Biohacking, Longevity-Anwendungen, Gesundheitswissen und personalisierte Präventionskonzepte.

„Wir stellen nicht nur Kapital zur Verfügung. Wir wollen Combyn mit unserer Erfahrung, unserem Netzwerk von mehr als 30.000 Ärztinnen, Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten und unserem Zugang zu gesundheitsbewussten Kundinnen und Kunden bei der weiteren Entwicklung und der Marktexpansion unterstützen“, präzisiert Schmidbauer. „Unser gemeinsames Ziel ist es, fundierte Gesundheitsanalysen und personalisierte Prävention einfacher, schneller und für deutlich mehr Menschen zugänglich zu machen.“

Combyn tritt in neue Phase

Mit dem Abschluss der Finanzierungsrunde sieht Combyn die Grundlage geschaffen, in die nächste Phase seiner Unternehmensentwicklung zu treten. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung der Technologie, die Skalierung des Vertriebs und die stärkere Integration des BioCore Loops in medizinische und präventive Versorgungsmodelle.

„Mit Albert Schmidbauer und der Biogena Group gewinnen wir Partner, die den Gesundheitsmarkt seit vielen Jahren kennen und unsere Vision einer modernen, zugänglichen Präventionsmedizin teilen“, sagt Christoph Grimmer, CEO von Combyn Health Care. „Biogena bringt neben großer unternehmerischer Erfahrung ein außergewöhnlich starkes Netzwerk im medizinischen Bereich mit. Diese Kombination eröffnet uns wertvolle Möglichkeiten, unsere Technologie schneller in die breite Anwendung zu bringen.“

Falko Skrabal, Gründer und Medical Advisor von Combyn Health Care, ergänzt: „Der modernen Medizin stehen immer mehr Daten und diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung. Entscheidend ist, diese Informationen so zusammenzuführen, dass sie im Alltag einfach, schnell und sinnvoll nutzbar werden. Genau dafür haben wir den BioCore Loop entwickelt.“

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