02.10.2018

New Austrian Coding School: aktueller Durchgang mit 40 Prozent Frauenanteil

Aus Refugees{code} von Stefan Steinberger wurde kürzlich die New Austrian Coding School. Beim aktuellen Durchgang erreichte man eine 40-prozentige Frauenquote - und das in einem Männer-dominierten Berufsfeld.
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New Austrian Coding School
(c) New Austrian Coding School.

Im August diesen Jahres gab sich Refugees{code} ein neues Gesicht. Stefan Steinberger rief die Initiative 2016 ins Leben, um Geflüchtete zu ProgrammiererInnen auszubilden. Sie sollten so eine Chance bekommen, einen Einstieg in den hiesigen Arbeitsmarkt zu bekommen. Aufgrund der großen Nachfrage, nicht nur von geflüchteten Menschen, erfolgte der Relaunch von refugees{code} auf New Austrian Coding School, um noch eine noch größere Gruppe von Menschen eine Ausbildung als Developer zu ermöglichen.

New Austrian Coding School: Steigerung vom Frauenanteil von 14 auf 40 Prozent

Nun startete der neue Ausbildungskurs für Software Developer der New Austrian Coding School. Nach dem rund 2-monatigen Auswahlprozess stehen die zukünftigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer fest. Diese werden in den nächsten neun Monaten dann zu Entwicklerinnen und Entwicklern ausgebildet werden. Von knapp 200 Bewerberinnen und Bewerber haben sich 30 Menschen durchgesetzt. „Besonders stolz sind wir, dass wir unseren Frauenanteil von 14 Prozent auf knapp 40 Prozent steigern konnten. Uns war es ein Anliegen, mehr Frauen zu ermutigen, den Job als Software Entwicklerin zu ergreifen”, so Stefan Steinberger, Gründer der New Austrian Coding School. Zum Vergleich: In der Gesamten EU lag der Frauenanteil in der IT-Branche im Jahr 2017 bei 17,2 Prozent. Österreich liegt mit 15,6 Prozent sogar noch unter dem EU-Durchschnitt.

Fast alle TeilnehmerInnen des letzten Durchgangs nun in Arbeitsverhältnis

Die New Austrian Coding School hat den Anspruch, eine Programmierschule für alle Menschen zu sein, unabhängig ihrer Herkunft und ihrem Vorwissen. Als Hauptkriterium bei der Bewerbung setzte man auf eine hohe Motivation. Die Gruppe der Teilnehmenden ist divers zusammengestellt. Die Altersspanne beträgt 43 Jahre (Jahrgang 1958 bis 2001), die Vorkenntnisse reichen von Eventmanagement über Bühnenbildner bis hin zu Maschinenbauern und Wissenschaftern. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in den nächsten neun Monaten zu professionellen Junior Software Developern ausgebildet. Das Ziel ist, dass sie am Ende der
Ausbildung am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß fassen. Im letzten Ausbildungsjahrgang konnten 90 Prozent der Teilnehmenden einen Job als Entwickler ergreifen. “Die Latte liegt also hoch für uns und wir sind zuversichtlich, dass wir sie wieder erreichen werden”, so Stefan Steinberger abschließend.


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Forschende in der SAL Reinraum Villach. (c) Sarina Dobernig

Der Quantencomputer gilt als die nächste Schlüsseltechnologie, was die Quantenforschung zu einer der gefragtesten unserer Zeit macht. Ein zentraler Punkt sind dabei die Ionenfallen-Chips, die das Funktionieren von Quantencomputern ermöglichen. Die USA und China investieren bereits Milliarden in diese Forschung, nun startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung der Chips, und das in Österreich.

Vom raumfüllenden Labor zum winzigen Chip

Sogenannte Ionenfallen gelten als einer der vielversprechendsten Ansätze für zukünftige Quantencomputer. Das Prinzip dahinter: Einzelne geladene Atome werden mithilfe elektromagnetischer Felder „eingesperrt“ und dann durch Laserstrahlen gesteuert.

Aktuell füllt diese komplexe Technik im Labor noch einen kompletten Raum. Für eine praktische Nutzung muss der gesamte Aufbau auf einen winzigen Chip schrumpfen – und zwar so, dass er zuverlässig, reproduzierbar und in großen Stückzahlen industriell gefertigt werden kann. Hier setzt die Pilotinitiative von Silicon Austria Labs an, denn sie hat das Ziel, eine industrielle Herstellung von Ionenfallen-Chips in Österreich zu etablieren.

„Unsere Industriestrategie 2035 hat einen klaren Anspruch. Wir wollen Schlüsseltechnologien nicht anderswo entstehen sehen, sondern hier in Österreich mitgestalten. Dass Silicon Austria Labs bei Europas erster Fertigung von Ionenfallen-Chips die Führung übernimmt, zeigt, dass dieser Kurs greift. So wird aus Spitzenforschung industrielle Wertschöpfung im eigenen Land“, kommentiert Innovationsminister Peter Hanke das Projekt.

Innovationsminister Peter Hanke bei einem Besuch in den Silicon Labs Austria. (c) Tobias Holzer

30 Mio. Euro für Österreich

Insgesamt stehen für das Projekt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel kommen vom „Chips Joint Undertaking“ der Europäischen Union, das die Entwicklung und Einführung von nanoelektronischen Chip-Technologien vorantreibt, sowie den teilnehmenden Mitgliedstaaten. Der größte Teil von diesem Geld – über 30 Millionen Euro – fließt direkt an die österreichischen Partner.

Das Geld wird laut SAL in erster Linie für den Ausbau der Produktionsanlagen, die Ausbildung neuer Fachkräfte und in offene Servicestrukturen investiert.

Gebündelte österreichische Expertise

An dem Großprojekt sind 21 Organisationen aus sechs verschiedenen Ländern beteiligt. Das Netzwerk besteht aus Forschungseinrichtungen, Universitäten, Startups, KMU und Industrieunternehmen.

Neben Silicon Austria Labs als Projektkoordinator sind weitere heimische Akteure dabei. ParityQC, das mit dem Bau eines Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium erst für Schlagzeilen sorgte, liefert die Quantensoftware-Architektur. Infineon Technologies Austria bringt als industrieller Kernpartner das Wissen zur Fertigung der Chips ein. Alpine Quantum Technologies steuert die Systemperspektive bei, und die Universität Innsbruck fungiert als europäisches Ideenlabor für Ionenfallen.

Europas Quanten-Vorreiter

Die Silicon Austria Labs GmbH (SAL) ist ein 2018 gegründetes, österreichweites Forschungszentrum für elektronik- und softwarebasierte Systeme. An den Standorten Graz, Villach und Linz vernetzt SAL Wissenschaft und Industrie, um innovative Ideen in wirtschaftlich nutzbare Technologien zu verwandeln. Der Forschungsfokus liegt auf Mikrosystemen, Sensorik, Leistungselektronik, intelligenten drahtlosen Systemen und Embedded Systems. Neben CHAMP-ION ist SAL an drei weiteren europäischen Quanten-Pilotlinien beteiligt. Diese Breite habe in Europa kaum ein anderes Forschungszentrum, heißt es in einer Aussendung.

„Wir sind stolz darauf, CHAMP-ION als wahrhaft europäische Initiative zu koordinieren, die führende Expertise aus dem gesamten Kontinent zusammenbringt, um Europas technologische Souveränität im Bereich der Quantentechnologien zu stärken. Durch den Aufbau eines offenen und skalierbaren Ionenfallen-Ökosystems schaffen wir das Fundament für Quantenexzellenz auf Weltklasseniveau, made in Europe“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs.

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