23.10.2015

Neustart: Studenten-Startup Studify legt kräftig nach

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Auf Facebook gibt es für jedes Studienfach eine eigene Gruppe, meist sogar mehrere. Skripten und Aufnahmen von Vorlesungen tauschen Studenten über Dienste wie Dropbox und kommuniziert wird via WhatsApp. Warum bieten Universitäten ihren Studenten keine zentrale Plattform, auf der dieser Austausch passieren kann? Gerade technische und wirtschaftswissenschaftliche Hochschulen sollten doch das Know-how dafür haben, könnte man meinen.

„Es ist abschreckend, wenn so eine Lösung von der Uni selbst kommt“.

„Es gibt diese Lösungen, sie werden aber nicht genutzt“, erklärt Andreas Aigner, der gemeinsam mit Alexander Pöllmann die Plattform Studify gegründet hat. „Ich glaube es ist schon alleine abschreckend, wenn so eine Lösung von der Uni selbst kommt. Unabhängige Anbieter werden lieber genutzt“. Studify ist direkt aus dem Studentenalltag entstanden: Aigner und Pöllmann haben sich auf der Uni kennengelernt. Beide haben Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau studiert. „Da gab es eine Facebook-Gruppe, die mehr als 3000 Mitglieder gefasst hat“, erinnert sich Aigner. Speziell zu Prüfungszeiten hätte da völliges Chaos geherrscht und es sei schwer gewesen, den Überblick zu behalten. 2012 gründeten die beiden Studienkollegen Studify als geordnetes Forum.

Klischee Garagen-Startup

(c) Studify, vl: Alexander Pöllmann, Andreas Aigner
(c) Studify, vl: Alexander Pöllmann, Andreas Aigner

Mittlerweile ist Studify zu einem großen Netzwerk angewachsen, das 15.000 aktive Nutzer zählt, obwohl es derzeit nur an der WU Wien und der TU Wien aktiv ist. Geleitet wird das junge Startup ganz standesgemäß aus einer Garage heraus. Für den richtigen Silicon-Valley-Spirit sind die beiden Gründer im Keller der Firma von Pöllmanns Vater untergekommen und nutzen eine Garage als Studio für Video-Kurse. Demnächst wird die Plattform in einer komplett überarbeiteten Form unter der URL studify.com starten und zwar mit einem eigenen Bereich für Online-Nachhilfe, für den die zunächst selbstständig gestartete App „Lecturize“ integriert wurde. Kurse, etwa für große WU-Prüfungen, dürfen von erfahrenen Studenten, Lehrern oder Professoren angeboten werden. Studenten bezahlen je nach Kurs bis zu 25 Euro und die „Trainer“ werden als Motivation an dem Umsatz beteiligt.

Studify soll aber viel mehr werden, als ein Forum mit Nachhilfekursen. Das Studenten-Netzwerk soll seine Nutzer durch das ganze Studium begleiten und auch in das Berufsleben führen. Herzstück der Plattform wird ein Feed sein, der den Nutzer über anstehende Prüfungen und Kurse informiert und über die Semester lernfähig sein soll. Hat ein Kurs schon einmal stattgefunden, merkt sich Studify beispielsweise, wann Hausübungen zu erledigen waren und worauf dabei Wert gelegt wurde. „Diese Erfahrung geben wir dann an die jüngeren Studenten weiter“, so Aigner. Das nächste Ziel ist ein Start an der Universität Wien und „wenn das gut funktioniert, wollen wir in die DACH-Region expandieren“. Investoren wollen die beiden erst später an Bord holen. „Wir sind ein sehr kleines Team und wollen jetzt einmal jeden Handgriff selbst machen und genau lernen“, so Aigner.

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EU-Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen bei ihrer Keynote "Europe's Tech Moment" auf der VivaTech in Paris. (c) Martin Pacher | brutkasten

Es ist ein Tag mit zwei Schauplätzen. In Évian-les-Bains geht am Mittwoch der G7-Gipfel zu Ende. Am Abschlusstag sitzen die Chefs der führenden KI-Konzerne, darunter Sam Altman (OpenAI), Dario Amodei (Anthropic), Demis Hassabis (Google DeepMind) und Arthur Mensch (Mistral), mit den Staats- und Regierungschefs bei einem Arbeitsmittagessen zu Frontier-KI, Infrastruktur und Souveränität. Mehrere hundert Kilometer entfernt, auf der VivaTech in Paris, liefern zwei EU-Kommissarinnen die europäische Antwort auf die Frage, ob der Kontinent eigene globale Tech-Champions bauen kann.

Souveränität als europäischer Gegenentwurf

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, verwies in ihrer Keynote „Europe’s Tech Moment“ selbst auf das G7-Treffen. Weltweit investierten Regierungen massiv in ihre technologische Führung, Europa müsse seine eigene Kapazität stärken, Technologien zu entwickeln, zu produzieren und einzusetzen. Rückenwind holt sie sich aus einem am selben Tag veröffentlichten Eurobarometer: Demnach stufen 79 Prozent der Europäer:innen Digitalpolitik als EU-Top-Priorität ein, 85 Prozent befürworten Investitionen in europäisch entwickelte Infrastruktur, 82 Prozent wollen weniger Abhängigkeit von Drittstaaten.

Untermauert ist diese Linie durch das European Technological Sovereignty Package, das die Kommission Anfang Juni vorlegte: mit dem CHIPS Act 2.0 für die Halbleiter-Wertschöpfungskette und dem Cloud and AI Development Act, der einen einheitlichen Souveränitätsrahmen für Cloud-Dienste schafft. Niemand dürfe einen „Kill-Switch“ über kritische Infrastruktur haben, so hatte Virkkunen die Stoßrichtung bei der Präsentation des Pakets zusammengefasst. Beim Risikokapital benannte sie das Gefälle: Auf die USA entfielen über 50 Prozent des globalen VC, auf China rund 40, auf Europa nur etwa fünf Prozent.

Fünf-Milliarden-Fonds gegen die Fragmentierung

Im Panel „Can Europe Build Global Champions?“ setzte Ekaterina Zaharieva, Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation, auf Selbstbewusstsein. Europa habe die besten Deep-Tech-Talente und den größten Binnenmarkt, kranke aber an Fragmentierung. Dagegen verwies sie auf das 28. Regime, ein „europäisches Delaware“ für grenzüberschreitende Gründungen, und auf den Scaleup Europe Fund: fünf Milliarden Euro, seit Mai von EQT gemanagt, erste Investments im Herbst, gedacht, um Deep-Tech-Scale-ups in Europa zu halten.

Der Kontrapunkt eines Gründers

Den Kontrapunkt lieferte mit Jean-Charles Samuelian ein Gründer, der über sein Boardmandat bei Mistral mit der Runde in Évian verbunden ist, wo Mistral-CEO Mensch am Mittagstisch saß. Der CEO des Gesundheits-Scaleups Alan mag die Erzählung vom benachteiligten Europa nicht. Er habe nie gefragt, was Europa ihm geben solle, sondern wie er ein Problem löse. Wer ein echtes Kategorie-Produkt baue, finde auch Kapital, notfalls global. Das Defizit sei nicht mangelnder Ehrgeiz, sondern eine Kultur, die Risiko scheue, bis hin zum Einkauf.

Anknüpfungspunkte für Österreich

Für das heimische Ökosystem gibt es mehrere Anknüpfungspunkte. Die KI-Infrastruktur, die Virkkunen beschwört, hat in Österreich eine Adresse: Die AI Factory Austria (AI:AT), geführt von Advanced Computing Austria und dem AIT, ist seit Sommer 2025 in Betrieb, der Wiener Coworking-Hub seit Februar offen, ein KI-Supercomputer für Wien soll 2027 folgen. Der CHIPS Act 2.0 betrifft mit Standorten wie Infineon in Villach oder AT&S beim Advanced Packaging unmittelbar heimische Player. Und die Debatte um Spätphasen-Kapital spiegelt die hiesige Diskussion um einen Dachfonds und institutionelles Wachstumskapital.

Die eigentliche Frage: Kauft Europa seine Innovation?

Am Ende verschob Zaharieva die Frage von der Finanzierung zur Nachfrage: Es gehe nicht mehr darum, ob Europa Kapital für Skalierung finde, sondern ob es seine eigene Innovation auch kaufe. Der erste Kunde müsse oft die öffentliche Hand sein. Während in Évian über die großen Linien verhandelt wird, liegt die Antwort darauf bei den Einkäufer:innen.

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