Neurolentech wird vom IST cube, AWS, der "TESS Research Foundation" und der "Foundation for USP7-related diseases" im Kampf gegen schwere Hirnstörungen unterstützt. Und hat jetzt frisches Kapital zur Verfügung.
(c) Neurolentech - Das Neurolentech- und IST cube-Team (v.l.n.r.): Markus Wanko (IST cube), Christoph Bock (CeMM, MedUni Wien), Gaia Novarino (IST Austria), Carsten Pfeffer (Neurolentech), Alexander Schwartz (IST cube) und Florian Resch (IST cube).
Mehr als 100 Millionen Menschen weltweit sind von Entwicklungsstörungen des Gehirns wie Autismus-Spektrum-Störungen und Epilepsie betroffen. Für die meisten dieser Patienten sind medikamentöse Behandlungen nicht verfügbar und es werden neue Ansätze für die Medikamentenentwicklung benötigt. Daher generiert das Spin-off des IST Austria (Institute of Science and Technology Austria) Neurolentech aus Klosterneuburg Daten und Werkzeuge, um die Arzneimittelforschung zu unterstützen und neue Wirkstoffkandidaten für diese Erkrankungen zu validieren. Und hat nun dafür eine Seed-Förderung im mittleren sechsstelligen Bereich, erhalten.
Patienten-Kategorisierung
Gegründet wurde das Unternehmen 2020 mit finanzieller Unterstützung der Österreichischen Förderbank (AWS) und erschafft heute unter Verwendung von patientenspezifischen Störungsmodellen und fortgeschrittenen genetischen, physiologischen und bioinformatischen Analysen jene Werkzeuge und Daten, um Patienten zu kategorisieren. Und die Entwicklung von Medikamenten für bestimmte Patientengruppen zu beschleunigen.
Neurolentech wird das „IST cube“-Investment nutzen, um Prozesse zu automatisieren und seine Aktivitäten zu erweitern. Carsten Pfeffer, CEO und Mitbegründer erklärt: „Autismus und Epilepsie sind sehr unterschiedliche Krankheitsbilder mit großem ungedecktem medizinischen Bedarf. Diese Investition wird es uns ermöglichen, die Entwicklung unserer integrierten Plattform zu beschleunigen und neue Ansätze in der Medikamentenentwicklung voranzutreiben. Neurolentech freut sich über die Partnerschaft mit ‚IST cube‘, das unsere langfristige Vision teilt, neue Therapien für neurologische Entwicklungsstörungen zu entwickeln.“
Neurolentech mit Grundlagenforschung
Bei neurologischen Entwicklungsstörungen wie Autismus oder Epilepsie hat Neurolentech große Durchbrüche im Verständnis der spezifischen molekularen Pathologien erzielt. Gaia Novarino, Neurolentech-Mitbegründerin und Professorin für Neurowissenschaften am IST Austria dazu: „Die Generierung von störungsspezifischen Modellsystemen in größerem Maßstab wird die notwendigen Instrumente und Daten für neuartige Behandlungen dieser vielfältigen und komplexen Störungen liefern. Wir sind begeistert zu sehen, dass die Grundlagenforschung nun in vielversprechende Ansätze umgesetzt wird, um diesen Patienten zu helfen.“
Für Alexander Schwartz, Partner bei IST cube, ist Neurolentech ein Paradebeispiel dafür, wie Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in ein Unternehmen umgesetzt werden können. Er sagt: „Es ist großartig zu sehen, wie die Zusammenarbeit zwischen Forschern, akademischen Einrichtungen, Förderorganisationen und privaten Investoren Ausgründungen mit hohem Potenzial ermöglichen kann.“
KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will
Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will
Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
„Nächste Stunde ist Mathestunde“, ist vermutlich einer der gefürchtesten Sätze vieler Schüler:innen. Die Aufgaben sind oft schwierig und zermürbend. Da bietet es sich im Zeitalter von KI an, einen kurzen Prompt zu schreiben und Sekunden später wird die Lösung geliefert. Der Lerneffekt hält sich dabei bei vielen Schüler:innen in Grenzen. Hier setzt mathion.ai an.
Die KI von Founder Christoph Blizenetz liefert nicht fertige Lösungen, sondern chattet mit den User:innen und bringt sie so zum Ergebnis. Nach einem Pilotprojekt feierte die KI ihren Launch im vergangenen August. Sie ist in der Schweiz, Deutschland und Österreich erhältlich.
Harvard: „KI-gestütztes Tutoring übertrifft aktives Lernen im Unterricht“
Unterstützung erhalten KI-Tutoren wie jene von Blizenetz von der US-amerikanischen Harvard Universität. Im Juni 2025 veröffentlichte sie eine Studie, laut der KI-gestütztes Tutoring aktives Lernen im Unterricht übertreffe. Studierende, die mit einem KI-Tutor arbeiteten, lernten „deutlich mehr in kürzerer Zeit“ als in einer Präsenzveranstaltung. Außerdem würden sich Schüler:innen stärker eingebunden und motivierter fühlen. Harvard betont die Wirksamkeit „einer breit zugänglichen KI-gestützten Pädagogik zur signifikanten Verbesserung der Lernergebnisse“ und erklärt, dass die Ergebnisse überzeugend für die breite Anwendung einer KI-gestützten Pädagogik sprechen.
ChatGPT bringt dir Fertigkeiten bei, „die einfach nicht stimmen“
Für Blizenetz kann nicht einfach eine beliebige KI zum Lernen verwendet werden. Als ehemaliger Nachhilfelehrer kennt er die Probleme, die auftreten können. „Eine Schülerin hat mittels ChatGPT, das war damals noch etwas Neueres, gelernt und sich dabei Fertigkeiten und Begrifflichkeiten angeeignet, die einfach nicht stimmen“, sagt der 21-Jährige und ergänzt: „Nicht, weil das Opus der Mathematik aus der KI bzw. der LLM falsch ist. Es ist einfach nicht so lehrplanbezogen, wie es nun einmal das Schulbuch aber auch eine Lehrkraft ist.“
Daher begann Blizenetz mit der Entwicklung von mathion.ai, das sich aktuell auf die fünfte bis zur achten Schulstufe fokussiere. Es sei aber ein Ausbau bis hin zu Matura geplant.
Das Programm baut auf einem sogenannten „sokratischen“ System auf. Es stellt User:innen immer wieder Fragen, bis jene die Lösung selbst erarbeitet haben. Mathion.ai möchte dadurch zum Nachdenken anregen.
Dabei kann mit der KI geschrieben als auch gesprochen werden. „Wir haben gemerkt, dass junge Menschen einfach lesefaul sind. Sie können oft einfach nicht mehr wirklich sachlich lesen und Informationen über Texte sauber aufnehmen“, erklärt der mathion.ai-Gründer. Der Text wird dabei nicht einfach vorgelesen, sondern erklärt, „wie es ein Mensch tun würde“.
Mathion.ai arbeite dabei nicht nur mit willkürlichen Inhalten, sondern mit einem standardisierten Lehrplan durch seinen Verlagspartner Lemberger, dessen Schulbuch „Genial! Mathematik“ von der fünften bis zur achten Schulstufe in mathion.ai eingefügt wurde. User:innen können Aufgaben aus diesen Büchern auswählen.
Lehrer:innen haben auf der anderen Seite die Möglichkeit über ein Verwaltungsportal ihren Schützlingen Inhalte zuzuweisen. „Da haben wir tausende Übungsaufgaben, die auch kapitelweise in Blöcke gezielt nach Themenbereichen zugewiesen werden können, zu den Schüler:innen und zu den Gruppen“, sagt Blizenetz. Zusätzlich können Lehrkräfte im Verwaltungsportal die Lernstände ihrer Schüler:innen einsehen und auch Inhalte erstellen: „Wir haben da einen eigenen Editor, wo, wie in einer PowerPoint, Textelemente, Dateien, interaktive Aufgaben gebaut und erstellt werden können.“ Der virtuelle Coach Tom führt anschließend durch den Kurs. Zusätzlich können von Lehrer:innen Aufgaben erstellt und zugewiesen werden.
Pädagog:innen durch KI zu ersetzen „ist auch gar nicht unser Ziel“
Wenn die KI bereits eigene Kurse halten kann, drängt sich naturgemäß die Frage auf, ob Lehrkräfte nicht ersetzbar sind. „Weder Lehrpersonen noch Pädagogen wird man durch KI in irgendeiner Art und Weise wirklich ersetzen können, das ist auch gar nicht unser Ziel“, stellt der TU-Student fest. Auch herkömmliche Nachhilfe sieht Blizenetz als sinnvoll an. Für ihn ist mathion.ai eine „Ergänzung“.
Es gebe auch die Möglichkeit für Nachhilifeinstitute, Inhalte einspielen zu können. „Als Schüler bzw. Schülerin habe ich den Unterricht mit der Lehrperson in der Klasse und im Nachhinein kann ich dann die Inhalte, gezielt mit den Aufgaben und dem Input der Lehrperson, weiter üben“, sagt Blizenetz.
Von B2C zu B2B
Mathion.ai kommt ursprünglich aus dem sogenannten Nachmittagsmarkt, in dem Eltern für ihre Kinder ein Abo abschließen. Allerdings möchte sich das Unternehmen nun im B2B-Bereich etablieren.
„Es ist einfach sehr schwierig, vor allem als österreichisches Unternehmen, in diesem B2C-SaaS-Bereich (Anm.: Software-as-a-Service-Bereich) wirklich standhaft zu werden“, erklärt Blizenetz. In Zukunft will sich mathion.ai auf Bildungsinstitute bzw. Bildungseinrichtungen fokussieren. Daher möchte der Gründer sein Unternehmen als zertifizierter Anbieter des Bildungsministeriums auf dem Markt etablieren. Das sei aber ein langer Weg. Mathion.ai befinde sich aktuell am Anfang des Genehmigungsverfahrens, ab September 2027 wolle man die Zertifizierung haben.
100 % eigenfinanziert
Das Unternehmen, offiziell bereits im Juli 2025 gegründet, kommt bisher ohne Investoren-Kapital aus und ist von Anfang an gebootstrappt. Blizenetz hat mathion.ai in Zusammenarbeit mit Weitsprung Solutions aufgebaut, das einen KI-gestützten Lerncoach anbietet. Bisher hat das Unternehmen noch keine Förderungen erhalten, allerdings laufe ein Förderantrag bei Netidee und ein FFG-Antrag für ein Forschungsprojekt werde aktuell erstellt.
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