13.02.2024

Neuro Socks: Ex-2min2mio-Teilnehmer nach verlorenen Gerichtsverfahren insolvent

Nach einem "2 Minuten 2 Millionen"-Auftritt war es für Neuro Socks dank Mediashop-Unterstützung trotz Kritik am Produkt steil bergauf gegangen.
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Neuro Socks, 2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls 4/ Gerry Frank - Wolfgang Cyrol hat sich aus Überzeugung "Neuro Socks" auf seine Brust tätowieren lassen.

„Esoterisch“ nannte sie der damalige „2 Minuten 2 Millionen“-Juror Martin Rohla in der Sendung. Die Socken von Neuro Socks überzeugten von Beginn an nicht jeden. Dass sie durch das eingewebte Muster „eine Homöostase im Körper auslösen“ und Träger:innen somit mehr Balance und Stabilität verleihen, erschien vielen nicht wissenschaftlich haltbar.

Mediashop-Gründerin stieg bei Neuro Socks ein und brachte Wachstumsboost

Mediashop-Gründerin Katharina Schneider ließ sich jedoch bei „2 Minuten 2 Millionen“ überzeugen und stieg in einer 2019 ausgestrahlten Folge der Show beim Tiroler Unternehmen ein. Mediashop wurde daraufhin zum Wachstumsboost. „Der Auftritt hat mein Leben verändert. Unsere Firma ist nach der Ausstrahlung explodiert“, sagte Gründer Wolfgang Cyrol gegenüber brutkasten 2020. Damals hatte das Unternehmen gerade fast drei Millionen Euro Umsatz alleine im ersten Quartal gemacht.

Vertrieb mit rund 1.000 Vertreter:innen auf Provisionsbasis

Außerdem baute Neuro Socks ein Vertriebssystem über Vertreter:innen, sogenannte „Businesspartner“, auf Provisionsbasis auf. Zuletzt waren nach eigenen Angaben 1.000 dieser „Businesspartner“ für das Unternehmen tätig.

VKI gewann vor Gericht gegen Neuro Socks

Doch schon vor einigen Jahren wurden die „esoterischen“ Produktversprechen zum Problem für die Firma. Der Verein für Konsumenteninformation sah in den Marketing-Versprechen von Neuro Socks „irreführende Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben“. Denn das Unternehmen verspricht mit seinem Muster (nicht nur in Socken, sondern auch in Einlegesohlen und Pflastern) unter anderem Schmerzlinderung, Hilfe bei Knie- und Rückenproblemen, Unterstützung des Immunsystems, die Vermeidung von Erkrankungen durch Viren oder Bakterien, eine verbesserte Regeneration oder eine gesteigerte Fettverbrennung. Das sah man beim VKI als nicht haltbare Versprechen, da die wissenschaftliche Grundlage fehle. Letztlich bekam der Konsumentenschutz 2022 in einem Gerichtsverfahren vor dem Landesgericht Wiener Neustadt Recht, wie brutkasten berichtete.

Insolvenz mit 6,2 Millionen Euro Schulden – Sanierung geplant

Wie der Kreditschutzverband KSV1870 nun vermeldet, ist Neuro Socks insolvent. In einer Aussendung heißt es unter anderem: „Nach dem Jahr 2020 kam es dann zu diversen Gerichtsverfahren mit dem Verein für Konsumenteninformation, welche schlussendlich verloren gegangen sind. In der Folge kam es dann zu einem starken Umsatzeinbruch sowie zusätzlich zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Hauptlieferanten, die schlussendlich zu dieser Insolvenz geführt haben.“

Dabei stehen Passiva von 6,2 Millionen Euro zu Buche. 16 Gläubiger:innen und zwei Mitarbeiter:innen sind betroffen. Beantragt wurde ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Das Unternehmen soll also neu strukturiert und fortgeführt werden.

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zone14
© zone14 - (v.l.) Philip Obermüller, Teammanager des Wiener Sport-Club, Simon Schmiderer, Co-Founder zone14 und David Krapf-Günther, Sektionsleiter Wiener Sport-Club.

Ein 7:0 im Jahre 1958 gegen den damaligen italienischen Spitzenreiter Juventus Turin. Dreimal die österreichische Meisterschaft (1922, 1958 und 1959) und zweimal Viertelfinale im Europapokal der Landesmeister (damaliges Pendant zur heutigen Champions League) – 1959 und 1960. Das sind die Erfolgsgeschichten des Hernalser Fußballvereins Wiener Sport-Club. Heute ist man nach drei Spieltagen ohne Punkteverlust Spitzenreiter der Regionalliga Ost, verfügt über ein modernisiertes Stadion im Westen von Wien und setzt nun im Sinne der Weiterentwicklung auf die Technologie von zone14 rund um Lukas Grömer, Simon Schmiderer und Tobias Gahleitner. Und intensiviert damit die seit Jahren bestehende Kooperation.

zone14-Technologie durch alle Teams

Damit sollen künftig alle Teams des WSC – Kampfmannschaft, Frauenmannschaft und Nachwuchs – von professionellen Insights durch Videoanalyse und Leistungsdaten profitieren.

„Der Wiener Sport-Club ist weit mehr als ein Fußballverein und gehört fest zur Wiener Sportkultur. Wir wollen nicht nur Weltklasse-Technologie bereitstellen, sondern gemeinsam jeden Tag daran arbeiten, mit Videos und Daten Trainer:innen und Spieler:innen im sportlichen Alltag bestmöglich zu unterstützen – von der Kampfmannschaft bis zum Nachwuchs“, sagt Schmiderer, Mitgründer und Co-CEO von zone14.

Über die Technologie hinaus verbindet beide Partner ein ähnliches Verständnis davon, wie sich Fußball weiterentwickeln soll. Während der Wiener Sport-Club seit Jahrzehnten für Weltoffenheit, Toleranz und soziale Verantwortung steht, verfolgt zone14 das Ziel, professionelle Fußball-Technologie auch außerhalb des Profifußballs zugänglich zu machen.

Langfristige Kooperation

Für den Wiener Verein ist die Zusammenarbeit bewusst langfristig angelegt. Videoanalyse und Leistungsdaten sollen künftig noch stärker Teil der sportlichen Arbeit werden und Trainer:innen sowie Spieler:innen bei der Spielvorbereitung, der Nachbereitung und individueller Entwicklung unterstützen.

Dabei erhält der Wiener Sport-Club Zugang zu automatisierter Videoanalyse, Laufdaten, Heatmaps und Insights über das Spiel. Trainer:innen sollen künftig konkrete Spielsituationen aufarbeiten, taktische Abläufe analysieren und relevante Szenen für die Vorbereitung nutzen können. Spieler:innen erhalten gleichzeitig die Möglichkeit, ihre eigene Leistung objektiver zu beurteilen und ihre Entwicklung nachzuvollziehen, so der Plan.

„Mit zone14 haben wir einen langfristigen und zukunftsorientierten Partner gefunden, der es uns ermöglicht, auf höchster Ebene zu agieren“, sagt Philip Obermüller, Teammanager des Wiener Sport-Club. „Zone14 bietet uns die Möglichkeit, Leistung objektiv zu bewerten und sich tagtäglich zu verbessern. Gleichzeitig ist auch die Betreuung rundherum auf höchstem Niveau und der persönliche Einsatz des gesamten zone14-Teams hervorragend. Dass wir dabei mit einem Wiener Unternehmen zusammenarbeiten, das von der Wirtschaftsagentur Wien gefördert wird, macht dies zu einer perfekten Partnerschaft für uns.“

Die Partnerschaft mit dem Wiener Sport-Club, die das Startup nun eingeht, ist nicht die erste dieser Art: 2024 konnte man etwa Rapid als Kunden gewinnen, 2021 die Austria bzw. 2025 die „Austria Wien“-Akademie.

Frauenmannschaft und Nachwuchs im zone14-Fokus

Wie erwähnt, werden auch die Frauenmannschaft und der Nachwuchs des Wiener Sport-Club im Rahmen der Partnerschaft mit der Technologie von zone14 arbeiten. Damit sollen Videoanalyse und Leistungsdaten auch in der Ausbildung junger Spieler:innen und in der sportlichen Weiterentwicklung aller Mannschaften eingesetzt werden.

Die Zusammenarbeit knüpft zugleich an das Engagement von zone14 für mehr Sichtbarkeit und Professionalisierung im Frauenfußball an. Mit der Initiative „Fokus: Frauen im Fußball“ und dem Event „Frauen im Fußball – The Talk“ setzt sich das Unternehmen aktiv für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs ein.

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